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Was gibt es Neues?
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
Nicht erholsamer SchlafDiagnostische Schemata wie die Internationale Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD 1990, deutsche Version: Schramm u. Riemann 1995) und das DSM-IV (1994) verwenden den Begriff „nicht erholsamer Schlaf“. Die ICSD definiert Insomnie als „Beschwerde ungenügenden Schlafes oder sich nicht erholt zu fühlen nach der üblichen Schlafzeit“, im DSM-IV wird neben den Beschwerden Ein- oder Durchschlafstörungen der unerholsame Schlaf genannt. Eine wissenschaftlich exakte Definition, wie viel Schlaf quantitativ notwendig ist, existiert nicht. Der Terminus „nicht erholsamer Schlaf“ erlaubt eine Überwindung alter Einteilungsschemata in Insomnie versus Hypersomnie; es gibt nosologische Krankheitsentitäten, die sich sowohl in Insomnie als auch Hypersomnie oder in beidem gleichzeitig manifestieren. Nicht erholsamer Schlaf kann die Schweregrade leicht, mittelschwer und schwer haben. Die Krankheitswertigkeit ergibt sich aus seinen Konsequenzen. Der nicht erholsame Schlaf, der der schweren Insomnie zugrunde liegt, führt zu starken Beeinträchtigungen der sozialen und beruflichen Leistungsfähigkeit und ist mit Unruhegefühlen, Reizbarkeit, Angst, Depressivität, Erschöpfung und Müdigkeit verbunden. Der nicht erholsame Schlaf, der einer schweren Schläfrigkeit tagsüber (Hypersomnie) zugrunde liegt, hat als Konsequenz das Auftreten von starken Vigilanzbeeinträchtigungen bzw. Schlafepisoden, die in starkem Maß mit der sozialen oder beruflichen Leistungsfähigkeit der Betroffenen interferieren und zudem bei bestimmten Krankheitsbildern die körperliche Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen. (Zur Übersicht Leitlinie „S2“ Nicht-erholsamer Schlaf, Fischer et al. 2001 http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF.) DefinitionPrimäre InsomnienDie psychophysiologische Insomnie ist eine Störung mit körperlicher Anspannung und gelernten, schlafverhindernden Assoziationen, die zu Beschwerden einer Insomnie und daran gekoppelter verminderter Leistungsfähigkeit während des Wachzustandes führt. Anzeichen für gelernte, schlafverhindernde Assoziationen sind übertriebene Anstrengung einzuschlafen, ein erhöhtes Erregungs-niveau, vor allen Dingen vor dem Schlafengehen, und ein besserer Schlaf in anderer Schlafumgebung als in der üblichen. Die Fehlbeurteilung des Schlafzustandes ist eine Störung, bei der Beschwerden einer Insomnie oder übermäßigen Schläfrigkeit ohne objektiven Nachweis einer Schlafstörung auftreten. Die idiopathische Insomnie beginnt in der Kindheit und dauert lebenslang, wobei im Vordergrund ein lebenslanges Unvermögen steht, ausreichend zu schlafen. Es wird vermutet, dass dem eine neurologisch bedingte Störung der schlaf-wach-regulierenden Systeme zugrunde liegt. Sekundäre InsomnienNeurologische Erkrankungen
Psychiatrische Erkrankungen Jede psychiatrische Störung kann zu Schlafstörungen führen. Besonders hervorzuheben ist die enge Koppelung depressiver Erkrankungen und Angststörungen mit Insomnien. Substanzmissbrauch/-abhängigkeit, toxische Faktoren Medikamentös/toxisch induziert
Klassifikation
EpidemiologiePrävalenz: Circa 10–20% der Bevölkerung in den westlichen Industrieländern (siehe z. B. Hohagen et al. 1993, Hajak 2001). UntersuchungenNotwendig
Im Einzelfall erforderlichPolysomnographische Untersuchung bei Patienten mit chronischen therapierefraktären Insomnien, die sowohl auf verschiedene adäquate pharmakologische als auch verhaltensmedizinische Therapieversuche nicht angesprochen haben. TherapieAmbulant/stationär
ExpertengruppeProf. Dr. med. P. Clarenbach, Bielefeld Prof. Dr. med. G. Mayer, Hephata Klinik Schwalmstadt-Treysa Prof. Dr. med. Th. Pollmächer, Ingolstadt Prof. Dr. rer. soc. Dipl.-Psych. D. Riemann, Freiburg Dr. med. D. Schäfer, Bad Berleburg Federführend: Prof. Dr. med. G. Mayer, Hephata Klinik, 34613 Schwalmstadt-Treysa, Tel.: 06691/182002 e-mail: geert.mayer@hephata.com Literatur1. American Psychiatric Association (APA; 1998): Diagnostic and statistical manual of mental disorders (fourth edition). APA, Washington DC. DeutscheVersion: Saß, H., H. U. Wittchen, M. Zandig (eds.), Hogrefe, Göttingen. 2. Backhaus, J., D. Riemann (1999): Schlafstörungen. Fortschritte der Psychotherapie (Bd. 7). Hogrefe, Göttingen. 3. Buysse, D. J., C. F. Reynolds, T. H. Monk, S. R. Berman, D. J. Kupfer (1989): Sleep Qualitiy index: A new instrument for psychiatric practice and research. Psychiatry Research 28, 193–213. 4. Fischer, J., G. Mayer, J. Peter, D. Riemann, H. J. Sitter (eds.; 2002): Nicht-erholsamer Schlaf. Leitlinie „S2“ der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Blackwell Wissenschaftsverlag, Berlin. 5. Hajak, G. (2001): Epidemiology of severe insomnia and its consequences in Germany. European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience 251, 49–56. 6. Hajak, G., A. Rodenbeck, U. Voderholzer et al. (2001): Doxepin in the treatment of primary insomnia: a placebo-controlled, double-blind, polysomnographic study. J. Clin. Psychiatry 62 (6), 453–463. 7. Hohagen, F., K. Rink, C. Käppler, E. Schramm, D. Riemann, S. Weyerer et al. (1993): Prevalence and treatment of insomnia in general practice. European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience 242, 329–336. 8. Holbrook, A. M., R. Crowther, A. Lotter, C. Cheng, D. King (2000): Meta-analysis of benzodiazepine use in the treatment of insomnia. CMAJ 162, 225–233. 9. Johns, M. W. (1991): A new method for measuring daytime sleepiness: Epworth Sleepiness Scale. Sleep 14, 540–545. Deutsche Version: Testzentrale Göttingen & Bern, 2000/2001. 10. Liendl, S., M. Hoffmann (1999): Compliance Probleme bei der Bearbeitung von Abend-Morgen-Protokollen – Entwicklung einer Kurzversion der Standardprotokolle der DGSM Somnologie, 973–977. 11. Morin, C. M., J. P. Culbert, S. M. Schwartz (1994): Nonpharmacological interventions for insomnia: A meta-analysis of treatment efficacy. American Journal of Psychiatry 151, 1172–1180. 12. Murtagh, D. R., K. M. Greenwood (1995): Identifying effective psychological treatments for insomnia: A meta-analysis. Journal of Consulting and Clinical Psychology 63, 79–89. 13. Nowell, P. D., S. Mazumdar, D. J. Buysse, M. A. Dew, C. F. Reynolds, D. J. Kupfer (1997): Benzodiazepines and zolpidem for chronic insomnia. A meta-analysis of treatment efficacy. JAMA 278, 2170–2177. 14. Riemann, D., U. Voderholzer, S. Cohrs, A. Rodenbeck, G. Hajak, E. Rüther et al. (2002): Trimipramine in primary insomnia: results of a polysomnographic double-blind placebo and reference-substance (lormetazepam)-controlled study. Pharmacopsychiatry 35, 165–174. 15. Zammit G. K., L. J. Mc Nabb, J. Caron, D. A. Amato, T. Roth: Efficacy and safety of eszopiclone across 6-weeks of treatment for primary insomnia. Curr Med Res Opin 2004; 20, 1979–1991.
Die in den Leitlinien verwendeten Symbole haben folgende Bedeutung:
Empfehlungsstärken
Die Einstufung der Empfehlungsstärke kann neben der Evidenzstärke
die Größe des Effekts, die Abwägung von bekannten und möglichen
Risiken, Aufwand, Verhältnismäßigkeit, Wirtschaftlichkeit oder
ethische Gesichtspunkte berücksichtigen.
Die "Leitlinien" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie sind systematisch entwickelte Hilfen für Ärzte zur Entscheidungsfindung in spezifischen Situationen. Sie beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und in der Praxis bewährten Verfahren und sorgen für mehr Sicherheit in der Medizin, sollen aber auch ökonomische Aspekte berücksichtigen. Die "Leitlinien" sind für Ärzte rechtlich nicht bindend und haben daher weder haftungsbegründende noch haftungsbefreiende Wirkung. Wie jede Wissenschaft ist die Medizin ständigen Entwicklungen unterworfen.
Soweit in diesem Werk eine Dosierung oder eine Applikation erwähnt wird,
darf der Leser zwar darauf vertrauen, dass die Autoren große Sorgfalt
darauf verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei Fertigstellung
des Werkes entspricht. Geschützte Warennamen und Warenzeichen werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.
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