Banner

Home Inhalte A-Z
Leitlinien der DGN - Zerebrale arteriovenöse Malformationen Drucken E-Mail
KAPITEL
Vaskuläre Erkrankungen
Zerebrale arteriovenöse Malformationen
Information
Mehr zu
dieser Leitlinie
Volltext
Download als PDF
Clinical Pathway
Download als PDF
Federführend
Prof. Dr. med. Hermann Zeumer,
Hamburg,
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Navigation

Leitlinien-
Navigator

 

Inhalte Kapitel
Inhalte A-Z
Startseite Leitlinien
Vorwort 4. Auflage
Vorwort 1. Auflage
Legende
Hinweis
Suche
English Versions
 

 

Was gibt es Neues?

Eine internationale Therapiestudie zur Behandlung zerebraler arteriovenöser Malformationen (ARUBA, a randomized study of unruptured brain avms) unter der Leitung von J. P. Mohr (New York) wurde bereits an zahlreichen nationalen und internationalen Zentren eingeführt, weitere werden derzeit rekrutiert. Dabei soll eine Randomisierung von Patienten mit nicht blutungssymptomatischen AVM zur konservativen oder bestmöglichen endovaskulären, neurochirurgischen oder strahlentherapeutischen Therapie erfolgen.


Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Patienten, bei denen eine zerebrale arteriovenöse Malformation nachgewiesen wurde, sollten nach Möglichkeit ein neurovaskulär orientiertes Zentrum aufsuchen, in dem Neurologen, Neurochirurgen, Strahlentherapeuten und Neuroradiologen mit dem Krankheitsbild vertraut sind. Hier kann vorausgesetzt werden, dass Therapieentscheidungen die Möglichkeiten jeder dieser genannten Disziplinen einbeziehen, die sich zum Teil sinnvoll kombinieren lassen. Dem Neurologen kommt hier eine besondere Bedeutung der „Neutralität“ hinsichtlich der verschiedenen Therapiemodalitäten zu. Solche Zentren sind zumeist an Unikliniken und größeren Häusern vorhanden.

  • Im Gegensatz zu asymptomatischen Zufallsbefunden, bei denen die ARUBA-Studie die Frage beantworten soll, ob konservative Behandlung oder (eine Kombination aus) Embolisation, Resektion oder Radiochirurgie von Vorteil ist, stellt die stattgehabte Blutung aus einer AVM den bedeutsamsten „Risikofaktor“ für eine weitere Blutung dar. Bei blutungssymptomatischen Patienten sollte daher stets die Frage der raschen Elimination dieses im Vordergrund stehenden Erkrankungsrisikos dringlich geklärt werden, wobei dieser Prozess individuell und somit nicht allgemeingültig anzuwenden ist.

  • Generell sollte jede Therapie auf Kurativität (vollständige Elimination der AVM aus der zerebralen Zirkulation) abzielen, wobei Resektion und Embolisation, ggf. in Kombination, dieses Ziel rasch erreichen können. Palliative Operation und palliative Strahlentherapie sind bei dieser Erkrankung obsolet, lediglich die Embolisation kann, wo eine Komplettausschaltung zu hohe Risiken trüge, bei ausgesuchten Indikationen Teile der AVM selektiv ausschalten und damit sowohl blutungsrelevante Stigmata (z. B. sog. „pedicle feeder“-Aneurysmen) als auch eine venöse Kongestion durch die AVM bei ansonsten nicht bestehender Kurabilität positiv beeinflussen.

 

 

 

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008,
> direkt bei Amazon.de bestellen