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Leitlinien der DGN - Rehabilitation aphasischer Störungen nach Schlaganfall |
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KAPITEL Rehabilitation
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Rehabilitation aphasischer Störungen nach Schlaganfall
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend PD Dr. rer. nat. Wolfram Ziegler, München,
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Leitlinien- Navigator
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Was gibt es Neues?
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In einer einjährigen prospektiven, bevölkerungsbasierten Studie im Kanton Stadt Basel / Schweiz wurde die Inzidenzrate aphasischer Störungen nach erstmaligem Hirninfarkt mit 43 pro 100000 Einwohnern (95% CI: 33–52) ermittelt.
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Nach der in 4 europäischen Ländern durchgeführten CERISE-Studie lag bei Aufnahme in eine Schlaganfall-Rehabilitationsabteilung innerhalb von 6 Wochen nach Ereignis bei 31,9% der konsekutiv zugewiesenen Patienten (n= 505) eine Aphasie und bei 42,2% eine Dysarthrie vor. Das Bestehen einer Sprach-/Sprechstörung erwies sich in dieser Studie als Prädiktor für das Auftreten einer Post-Stroke-Depression.
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In einer fMRT-Längsschnittstudie wurden die neuronalen Mechanismen der Erholung sprachlicher Leistungen bei Aphasie nach Schlaganfall in 3 Phasen beschrieben: einer Phase stark reduzierter Aktivierung der verbliebenen linkshemisphärischen Sprachareale unmittelbar nach Infarkt (0–4 Tage), einer Phase der Hochregulierung neuronaler Aktivierung in homologen anterioren Spracharealen (ca. 2 Wochen nach Infarkt) und einer Phase des Rückgangs rechtshemisphärischer Aktivierung und zunehmender Aktivierung der intakten linkshemisphärischen Sprachareale (4–12 Monate nach Infarkt).
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In einer randomisierten Doppelblindstudie mit 38 Patienten mit Aphasie nach Schlaganfall zeigte sich nach 4-monatiger Behandlung mit Bromocriptin (10 mg/d) kein Unterschied zu einer Plazebobehandlung (Ashtary et al. 2006).
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
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Die systematische sprachliche Übungstherapie soll bereits in der frühen Phase der Spontanerholung beginnen (B).
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Sprachtherapie soll beim Vorliegen behandlungsbedürftiger Kommunikationsstörungen möglichst täglich stattfinden. Nachweisbar wirksam ist Sprachtherapie bei einer Intensität von 5–10 Stunden pro Woche. Sprachtherapie, die der Restitution sprachlicher und kommunikativer Funktionen dienen soll, ist bei einer Intensität von nur 2 Stunden pro Woche unwirksam (B).
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Bei aphasischen Patienten, die in der postakuten Phase intensive Sprachtherapie erhalten, kann eine adjuvante medikamentöse Therapie mit Piracetam über einen Zeitraum von etwa 6 Wochen den Verlauf günstig beeinflussen (B).
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Je nach den individuellen Rehabilitationszielen und der Dynamik der erreichbaren Verbesserungen sind intensive Intervallbehandlungen auch mehr als 12 Monate nach dem Schlaganfall zu empfehlen (B).
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In den späteren Verlaufsphasen ist es sinnvoll, Probleme des Transfers der erworbenen sprachlichen Fähigkeiten und der Anpassung an spezifische Alltagsanforderungen sowie die Aufrechterhaltung der wiedergewonnenen Sprachfähigkeiten weiterhin therapeutisch zu unterstützen oder Beratungen bzw. ein Kommunikationstraining für Patienten und Angehörige anzubieten (C). Für solche Interventionen gilt die Maßgabe einer hohen Therapieintensität nicht.
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008 > direkt bei Amazon.de bestellen
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