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Leitlinien der DGN - Schweres Schädel-Hirn-Trauma |
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KAPITEL Neurotraumatologie
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Schweres Schädel-Hirn-Trauma
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend Dr. Ronny Beer, Innsbruck,
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Leitlinien- Navigator
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Was gibt es Neues?
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Nach wie vor liegen keine prospektiven, randomisierten, kontrollierten Studien vor, die es erlauben, exakte Zielwerte für den intrakraniellen Druck (ICP) und den zerebralen Perfusionsdruck (CPP) anzugeben, die den Krankheitsverlauf nach einem schweren SHT negativ (ICP) bzw. günstig (CPP) beeinflussen. Aus diesem Grund erlangt das sogenannte „multimodale zerebrale Monitoring“ (kontinuierliche quantitative Erfassung von zerebraler Perfusion/Durchblutung) zunehmend Bedeutung in der Therapiesteuerung bei Patienten mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma (SHT).
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Aktuell wird in zwei multizentrischen Studien der Stellenwert der frühzeitigen dekompressiven Kraniotomie gegenüber der Hochdosis-Barbiturattherapie untersucht.
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Eine ausführliche Zusammenstellung inklusive Bewertung von relevanten Studien zur Versorgung von Patienten mit einem schweren SHT findet sich in der 2007 publizierten 3. Auflage der „Guidelines for the Management of Severe Traumatic Brain Injury“ der Brain Trauma Foundation.
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
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Patienten mit einem schweren SHT sind nach ausreichender Analgosedierung und Relaxierung zu intubieren und kontrolliert zu beatmen (A).
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Hypotension (systolischer Blutdruck < 90 mmHg) und Hypoxie (PaO2 < 60 mmHg bzw. SaO2 < 90%) müssen vermieden bzw. so rasch wie möglich therapiert werden (A).
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Eine auf Aufrechterhaltung eines adäquaten CPP ausgerichtete Therapie ist nur unter Kenntnis des ICP möglich. Dies erfordert die Anlage einer ICP-Sonde (A). Ein CPP-Abfall auf Werte < 50 mmHg muss unbedingt vermieden werden (A). Eine Bestimmung des im Einzelfall „optimalen“ CPP setzt die Kenntnis von Hirndurchblutung, Sauerstoffversorgung und Sauerstoffbedarf und/oder Hirnstoffwechsel voraus. Mittels multimodalem zerebralem Monitoring ist eine ungefähre Abschätzung des erforderlichen CPP möglich. Die Schwankungsbreite des „Ziel-CPP“ wird in den Empfehlungen der Brain Trauma Foundation mit 50–70 mmHg angegeben (C).
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Bevorzugte Maßnahmen zur ICP-Kontrolle sind Liquordrainage bei Vorhandensein einer Ventrikelsonde (B), die Applikation von hyperosmolaren Substanzen wie z. B. Mannitol (B) und die moderate Hyperventilation (PaCO2 30–35 mmHg) (B).
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Bei therapierefraktärer intrakranieller Hypertension sind folgende Behandlungsversuche zulässig: forcierte Hyperventilation (PaCO2 < 30 mmHg) (C), Hochdosis-Barbiturattherapie (C), dekompressive Entlastungskraniotomie (C), therapeutische Hypothermie (C).
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Die Anwendung von Kortikosteroiden und Magnesiumsalzen bei Patienten mit einem schweren SHT ist nach aktueller Datenlage nicht indiziert (A). Dies gilt auch für die prophylaktische Applikation von Antiepileptika zur Vermeidung von posttraumatischen epileptischen Anfällen (B).
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008 > direkt bei Amazon.de bestellen
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