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Leitlinien der DGN - Therapie des spastischen Syndroms Drucken E-Mail
KAPITEL
Rehabilitation
Therapie des spastischen Syndroms
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Federführend
Prof. Dr. Volker Dietz,
Zürich,
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Was gibt es Neues?

  • In der Physiotherapie der Spastik gibt es Ansätze, die Evidenz der eingesetzten Verfahren durch kontrollierte (Cross-over-)Studien zu belegen. Aus ethischen Gründen sind randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studien jedoch kaum durchführbar.
  • Die Wirkung der Botulinum-Toxin-Therapie zur Behandlung der fokalen und regionalen Spastik hat sich in neueren Studien als effektiv erwiesen und kann auch zur fokalen Behandlung der Spastik der Hand- und Fingermuskeln sowie der Blase (Detrusorhyperaktivität, spastischer Sphinkter externus) eingesetzt werden.

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Die Basistherapie der Spastik ist die Physiotherapie. Aufgrund fehlender evidenzbasierter Studien erfolgt die Auswahl der verschiedenen Therapieverfahren individuell.
  • Die Spastik ist ein irrreversibles Syndrom und erfordert deshalb eine langfristige Physiotherapie. Anzustreben sind 2x wöchentliche Behandlungen à 30–45 Minuten Dauer über 6 Wochen (B) mit Anleitung zum eigenen Üben. Falls eine Dauertherapie notwendig ist, sollte jeweils nach 3-monatiger Behandlung eine etwa 4–6-wöchige Pause mit eigener Übungsbehandlung eingeschoben werden. In die häuslichen Übungsbehandlungen sollten Angehörige mit einbezogen werden.
  • Die orale antispastische Behandlung ist eine Ergänzungstherapie, die besonders bei schwerer Muskelspastik von immobilen Patienten zur Verminderung von Spasmen und zur Pflegeerleichterung indiziert ist (A).
  • Bei Patienten mit schwerer Tetra- oder Paraspastik, die mit Physiotherapie und oraler antispastischer Therapie nicht ausreichend behandelt werden kann, sollte eine intrathekale Baclofen-Dauertherapie mittels Pumpen erfolgen (A).
  • Die lokale Botulinum-Toxin-Therapie ist eine evidenzbasierte  Behandlungsform der spastischen Muskeltonuserhöhung (A). Sie kann bei fokaler und regionaler Spastik, z. B. bei Beugespastik der Hand- und Fingermuskeln, sowie zur Behandlung der Detrusorhyperaktivität und der Sphinkterspastik eingesetzt werden.
  • Operative Verfahren sind bei der Behandlung der Spastik nur noch in Ausnahmefällen indiziert (C). Sie werden in erster Linie zur Behandlung schwerer Gelenkfehlstellungen durchgeführt. Das Gleiche gilt für elektrische oder magnetische Reiztherapien (C).

 

 

 

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008
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