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Leitlinien der DGN - Chorea |
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KAPITEL Extrapyramidalmotorische Störungen
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Chorea
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend Prof. Dr. Rudolf Töpper, Hamburg,
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Leitlinien- Navigator
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Was gibt es Neues?
- Eine wirksame neuroprotektive Therapie für die Huntington-Erkrankung ist weiterhin nicht verfügbar. In einer randomisierten, doppelblinden Studie zeigte Riluzol keine signifikanten Effekte auf die Krankheitsprogression (
).
- Ein symptomatischer Effekt von Tetrabenazin auf die Chorea wurde nachgewiesen (
). Tetrabenazin ist zudem nun in Deutschland zur symptomatischen Therapie der Chorea zugelassen. Andere symptomatische Therapiestudien mit randomisiertem, doppelblindem Studiendesign verliefen negativ (z. B. 2 Studien in Europa und in Nordamerika mit der ungesättigten Fettsäure Ethyl-Icosapent ( ).
- Zur symptomatischen Therapie der kognitiven und psychiatrischen Symptome der Huntington-Erkrankung ist die Datenlage weiterhin sehr unbefriedigend. Verfahren der Stammzelltransplantation sind bisher experimentell.
- Differenzialdiagnostisch sind mittlerweile mehrere andere, jedoch sehr seltene genetische Defekte bekannt, die ebenfalls mit choreatischen Hyperkinesen und anderen Symptomen der Huntington-Krankheit einhergehen können.
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
Diagnostik Bei Patienten mit choreatischer Bewegungsstörung bislang ungeklärter Ätiologie ist folgende diagnostische Abklärung notwendig:
- Neurologischer und neuropsychologischer Status
- Psychiatrische Untersuchung
- Internistische Untersuchung
- Familienanamnese
- Molekulargenetische Untersuchung (CAG-Blockexpansion >39 im Huntingtin-Gen bestätigt die Diagnose; bei einem Befund zwischen 36 und 39 liegt eine eingeschränkte Penetranz vor)
- Zerebrale Bildgebung (CCT, MRT)
Wenn nach dem molekulargenetischen Testergebnis keine Huntington-Erkrankung vorliegt, sollten eine umfangreiche Labordiagnostik inklusive Liquoruntersuchung sowie eine neurophysiologische Diagnostik erfolgen (A).
Therapie Bislang ist keine neuroprotektive Therapie der Huntington-Erkrankung in Deutschland zugelassen. Empfehlungen zur symptomatischen Therapie beruhen zumeist auf offenen Studien, Kasuistiken und Expertenwissen.
- Behandlung der Hyperkinesen: Hyperkinesen werden gebessert durch Antihyperkinetika (z. B. Tiaprid, Tetrabenazin), klassische Neuroleptika und atypische Neuroleptika. Aufgrund der Nebenwirkungen ist ein sparsamer Einsatz aller Substanzen zu empfehlen (A).
- Behandlung von Verhaltensstörungen und psychiatrischen Symptomen:
- Depression: selektive Serotonin-Reuptake-Hemmer; Sulpirid (C) - Psychosen: atypische Neuroleptika (C) - Angst/Schlafstörungen: pflanzliche Mittel, Benzodiazepine, Chloralhydrat, Benzodiazepinrezeptor-Agonisten (C)
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008, > direkt bei Amazon.de bestellen
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