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Leitlinien der DGN - Intrazerebrale Blutungen Drucken E-Mail
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Vaskuläre Erkrankungen
Intrazerebrale Blutungen
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Federführend
Prof. Dr. Thorsten Steiner, Heidelberg,
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Was gibt es Neues?

  • Ende März 2007 wurden die Ergebnisse der Phase-III-Studie (FAST, Factor VIIa for Acute Haemorrhagic Stroke) zur Wirksamkeit der hämostatischen Therapie mit rekombinantem Faktor VIIa (rFVIIa, NovoSeven) bei spontanen intrazerebralen Blutungen (ICBs) vorgestellt: Die hämostatische Wirkung bestätigte sich. Allerdings hatte die Behandlung keine Auswirkung auf das klinisch-funktionelle Ergebnis nach 90 Tagen. Gegenwärtig wird geprüft, wie diese Diskrepanz zu erklären ist. Bezüglich der Sicherheit fanden sich ähnliche Ergebnisse wie in der Phase-IIb-Studie: Unter rFVIIa treten vermehrt arterielle thromboembolische Ereignisse auf.

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Das primäre Ziel bei Verdacht auf eine ICB ist – nach Stabilisierung des Patienten – die Sicherung der Diagnose durch zerebrale Computertomographie (CT) oder zerebrale Magnetresonanztomographie (MRT) (A).
  • Die CT und die multimodale MRT sind gleichwertige Methoden zur Sicherung der Diagnose einer akuten ICB (A).
  • Patienten, die komatös sind oder/und an einer Schluckstörung mit Aspirationsgefahr leiden, sollen intubiert und maschinell beatmet werden (A).
  • Eine Blutdrucksenkung sollte erfolgen, wenn im Abstand von 15 Minuten zwei Blutdruckmessungen Werte über 180/105 mmHg (bei bekanntem Hypertonus) oder über 160/95 mmHg (bei nicht bekannter Hypertonie) ergeben haben (B).
  • Die Hämatomausräumung ist keine gesicherte Therapie. Sie kann im individuellen Fall bei oberflächlich gelegenen Lappenblutungen ohne Ventrikeleinbruch in Erwägung gezogen werden, wenn sich der klinische Zustand von initial nicht komatösen Patienten verschlechtert. Dabei sollte die Teilnahme an der STICH-II-Studie erwogen werden.
  • Der hämostaseologische Effekt von rFVIIa bei spontanen ICBs wurde in zwei randomisierten kontrollierten Studien bestätigt. Allerdings konnte bisher nicht gezeigt werden, dass der biologische Effekt auch zu einer Verbesserung des klinisch-funktionellen Ergebnisses führt. Die Therapie mit rFVIIa führt zu einer Erhöhung arterieller thromboembolischer Ereignisse. Derzeit kann eine Therapie mit rFVIIa nicht empfohlen werden (B).
  • Bei ICBs, die im Zusammenhang mit der Einnahme von oralen Antikoagulanzien auftreten, sollte eine Normalisierung der Gerinnung mittels PCC (Prothrombin-Komplex-Konzentrat) oder bei Vorliegen von Gegenanzeigen mit Gefrierfrischplasma erfolgen (B).
  • Bei erhöhtem intrakraniellem Druck soll die Therapie nach den Richtlinien zur Behandlung des intrakraniellen Drucks beim akuten Schlaganfall erfolgen (B).
  • Bei intraventrikulärer Ausdehnung der Blutung und Zeichen einer Liquorabflussstörung sollte eine Ventrikeldrainage angelegt werden (B). 

Anmerkung: Bezüglich der Behandlung von Angiom-Blutungen verweisen wir auf die Leitlinien „zerebrale arteriovenöse Malformationen“.

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008
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