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Leitlinien der DGN - Idiopathische Fazialisparese (Bell’s Palsy) |
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KAPITEL Hirnnervensyndrome und Schwindel
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Idiopathische Fazialisparese (Bell's Palsy)
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend Prof. Dr. Josef G. Heckmann, Erlangen,
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Was gibt es Neues?
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Nach der jüngsten randomisierten plazebokontrollierten Studie zeigt die Behandlung mit Steroiden (Therapiebeginn < 72 h; Prednisolon 2 × 25 mg/d für 10 Tage) einen signifikanten Vorteil nach 9 Monaten hinsichtlich der kompletten Erholung (NNT 9; 95%-KI 6–14) (Sullivan et al. 2007). Diese sorgfältig durchgeführte Studie an 496 Patienten relativiert die Aussage der Metaanalyse aus 2004, die nur drei randomisierte Studien mit insgesamt 117 Patienten aus methodischen Gründen berücksichtigen konnte und keinen signifikanten Vorteil für die Steroidtherapie ergab (Salinas et al. 2004). Die Steroidtherapie darf somit als wirksam betrachtet werden (A).
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Eine antivirale Therapie mit Aciclovir kann nicht empfohlen werden (Allen u. Dunn 2004, Sullivan et al. 2007).
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Bei kompletter Fazialisparese kann neben Steroiden die Gabe von Valaciclovir 500 mg, 2x täglich für 5 Tage, in Betracht gezogen werden (Hato et al. 2007). Dies gilt vor allem für Fälle unter Immunsuppression und nach Transplantation.
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Eine umfangreiche Literaturanalyse zur traditionellen chinesischen Medizin ergab 18 Studien, die zwar von positiven Ergebnissen berichteten, aber aufgrund wissenschaftlicher Limitationen keine aussagekräftige Metaanalyse erlaubten (He et al. 2004).
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
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Hornhautschutz, Uhrglasverband, Tränenersatz: plausibel, weit praktiziert, bewährt (A)
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Steroidgabe nach dem Studienprotokoll von Sullivan et al.: Prednisolon, 2 × 25 mg/d für 10 Tage, Behandlungsbeginn spätestens 72 Stunden nach Symptombeginn (Sullivan et al. 2007).
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Alternativ früheres Steroidschema mit Prednison/Methylprednison 1 mg/kg KG in absteigender Dosis über 5–10 Tage: Wirksamkeit wissenschaftlich teilweise belegt ( ), plausibel, von der AAN als wahrscheinlich wirksam angesehen (Grogan u. Gronseth 2001). Wichtig ist ein frühestmöglicher Behandlungsbeginn, im Verlauf nur bei Paresezunahme noch indiziert (A).
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Aciclovir (2000–2400 mg/d): Wirksamkeit nicht belegt ( ), derzeit nicht zu empfehlen, Ausnahme VZV- oder HSV-Infektion.
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Übungsbehandlung (mimische Übungen): Wirksamkeit nicht sicher belegt ( ), aber plausibel und psychologisch nützlich (aktive Mitarbeit). Eine Metaanalyse zur physikalischen Therapie (Übungsbehandlung, mimische Übungen, Elektrotherapie, Biofeedback, elektrische neurale Muskelstimulation) wird derzeit für die Cochrane Library vorbereitet (Teixeira et al. 2006).
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Chirurgische Optionen: - Sicherung des Lidschlusses (Lidraffung, Goldimplantat): früh in Betracht ziehen bei Trigeminusmitbeteiligung z. B. bei Zosterinfektion zur Vermeidung drohender Kornealulzera (B) - Plastische Eingriffe (Cross-face-Anastomose, Masseterplastik, hypoglossofaziale Anastomose etc.) nur bei ausbleibender spontaner Reinnervation (sehr selten bei idiopathischer Genese) und nicht vor Ablauf von 12 Monaten
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Botulinumtoxin-Injektionen bei ausgeprägter Fehlinnervation (C).
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008 > direkt bei Amazon.de bestellen
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