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Leitlinien der DGN - Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Periodic Limb Movement Disorder (PLMD) |
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KAPITEL Schlafstörungen
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Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Periodic Limb Movement Disorder (PLMD)
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend Dr. med. Claudia Trenkwalder, Kassel,
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Leitlinien- Navigator
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Was gibt es Neues?
Diagnose/Zusatzuntersuchungen
- Die Minimalkriterien zur Diagnose RLS wurden in einer Konsensuskonferenz des National Institute of Health revidiert und als „essenzielle Kriterien“ publiziert (Allen et al. 2003).
- Unter den Zusatzkriterien wurde erstmals ein positives Ansprechen auf eine dopaminerge Therapie als diagnostisch bestätigendes Kriterium eingefügt.
- L-Dopa-Test: Ansprechen auf L-Dopa (100 mg abends oder nach Einsetzen der Symptome am Tag) erhärtet die Diagnose, eine fehlender Effekt schließt ein RLS jedoch nicht aus.
Genetik
Im Rahmen einer genomweiten Assoziationsstudie wurden genetische Risikovarianten in drei genomischen Regionen identifiziert, in denen die Gene MEIS 1, BTBD 9 und LBXCOR1/MAP2K5 annotiert sind. Träger eines Risikoallels haben ein 50% erhöhtes Risiko, an RLS zu erkranken.
Therapie
- Die dopaminerge Therapie ist die Behandlung erster Wahl bei RLS. Abhängig von der Schwere der Symptomatik, der zeitlichen Verteilung der Beschwerden und vorbestehenden medikamentösen Nebenwirkungen (z. B. Augmentation), ist zwischen einer Therapie mit L-Dopa und Dopaminagonisten (DA) abzuwägen.
- Zahlreiche neue Therapiestudien zur Behandlung des RLS mit DA zeigen eine signifikante Wirkung auf subjektive RLS-Symptome (erhoben mit der validierten Schweregradskala der Int. RLS Study Group, IRLS, vgl. Tab. 1) wie auch auf objektive Befunde (PLMS) im Vergleich zu Plazebo. Die umfangreichsten Studiendaten liegen derzeit zu Ropinirol und Pramipexol vor. Beide Substanzen sind seit Frühjahr 2006 zur Behandlung des mittelschweren und schweren RLS (IRLS-Score > 15) in Deutschland zugelassen. Weitere Studiendaten zur Therapie mit Cabergolin und Pergolid sind ebenfalls erhältlich. Erste Studien zur Therapie mit Rotigotin sind publiziert.
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
- Die Diagnose RLS wird anhand der klinischen Symptome gestellt. Die 4 essenziellen Kriterien beinhalten
1. einen Bewegungsdrang der Beine meist assoziiert mit sensiblen Störungen unterschiedlicher Qualität oder Schmerzen, 2. der ausschließlich in Ruhe und Entspannung auftritt und 3. durch Bewegung gebessert wird oder sistiert. 4. Eine zirkadiane Rhythmik mit Überwiegen der Symptome am Abend und in der Nacht ist Teil der Erkrankung.
- Neben idiopathischen Formen mit familiärer Häufung sind unter den symptomatischen RLS-Formen besonders Störungen des Eisenstoffwechsels (niedriges Ferritin!) oder ein RLS bei Urämie sowie RLS während der Schwangerschaft zu beachten.
- Polysomnographische oder aktimetrische Untersuchungen mit Nachweis von „periodic leg movements“ im Schlaf (PLMS) und im Wachzustand (PLMW) sowie eines gestörten Schlafprofils unterstützen die Diagnose.
- „Restless-Legs-like-Syndrome” oder sog. „Mimics“ von RLS können differenzialdiagnostische Schwierigkeiten bereiten. Ein RLS sollte von Polyneuropathien (PNP), nächtlichen Muskelkrämpfen, lagebedingten Missempfindungen und psychischen Erkrankungen abgegrenzt werden (Benes et al. 2007). Es ist jedoch beschrieben, dass RLS-Symptome auch häufig mit PNP und depressiven Erkrankungen oder Angststörungen assoziiert sind.
- Therapie der ersten Wahl ist die Behandlung mit L-Dopa oder Dopaminagonisten. In Deutschland sind bislang die Präparate Restex, Adartrel und Sifrol für die Indikation RLS zugelassen. Kontrollierte Studien haben die Wirksamkeit von Ropinirol (A) und Pramipexol (A) an ausreichend großen Patientenpopulationen weltweit gezeigt. Für andere Dopaminagonisten wie Cabergolin (A), Pergolid (A) sowie für Rotigotin (B) und Lisuridpflaster (B) konnten Wirksamkeit und Verträglichkeit bei RLS ebenfalls nachgewiesen werden, wobei die Anzahl der bisher eingeschlossenen Patienten jedoch deutlich kleiner ist.
- In der Regel ist eine sehr kleine Tagesdosis ausreichend, die einem Bruchteil der Dosis bei der Behandlung des Morbus Parkinson entspricht.
- Augmentation ist die wichtigste zu beachtende Nebenwirkung dopaminerger Therapie bei RLS und tritt vor allem unter L-Dopa-Therapie auf. Augmentation bedeutet unter anderem eine Zunahme der RLS-Symptome tagsüber bei abendlicher Einnahme von L-Dopa oder Dopaminagonisten und ist eine ernst zunehmende Nebenwirkung, die meist zu einer Änderung in der Dosierung bzw. Verteilung oder zum Absetzen des Medikamentes führt.
- Eine erste kontrollierte Studie (CALDIR) zeigt einen höheren Prozentsatz von Augmentation unter L-Dopa/Benserazid im Vergleich zu Cabergolin über eine Behandlungsdauer von 30 Wochen.
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008, > direkt bei Amazon.de bestellen
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