Kapitel: Erkrankungen peripherer Nerven

Therapie akuter und chronischer immunvermittelter Neuropathien und Neuritiden

Entwicklungsstufe: S2e
Stand: September 2012
Verlängert: Juli 2015
Gültig bis: 29. September 2017
AWMF-Registernummer: 030/130
Federführend
Prof. Dr. Claudia Sommer, Würzburg


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Clinical Pathway
COI-Erklärung

Bitte beachten Sie folgende Änderungen:

29.07.2015: Der Abschnitt "Chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)" wurde durch eine Neuzulassung ergänzt: "In Deutschland zugelassen sind mit Indikation CIDP derzeit Gamunex und Privigen, Ig Vena und Octagam 5%."


07.04.2014
: Im Abschnitt "Chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)" wurde der Satz "In Deutschland zugelassen sind mit Indikation CIDP derzeit Gamunex und Privigen" um das Immmunglobulin Ig Vena ergänzt.

 
04.02.2014: Im Abschnitt "Chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)" wurde der Satz "In Deutschland zugelassen ist mit Indikation CIDP derzeit nur Gamunex" korrigiert. Es heißt nun richtig: "In Deutschland zugelassen sind mit Indikation CIDP derzeit Gamunex und Privigen."
 
24.07.2013: Im Kapitel "Therapie" ist die Tabelle 4 "Multifokale motorische Neuropathie (MMN)" korrigiert worden. Die Angaben zu Dosierung und Kontraindikationen waren vertauscht.

Inhaltsverzeichnis

Was gibt es Neues?

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

GBS:

CIDP:

Paraproteinämische Neuropathien:

Multifokale motorische Neuropathie (MMN):

Vaskulitische Neuropathien:

Definition und Klassifikation

Siehe Leitlinie „Diagnostik bei Polyneuropathien".

Diagnostik, Pathogenese und Epidemiologie

Siehe Leitlinie „Diagnostik bei Polyneuropathien".

Therapie

Guillain-Barré-Syndrom (GBS) (▶ Tab. 1)

Tabelle 1: Therapie des Guillain-Barré-Syndrom (GBS)

Patienten mit GBS sollten aufgrund der Gefahr der respiratorischen Insuffizienz und von kardialen Arrhythmien (Flachenecker et al. 2001) in einer Klinik mit Möglichkeit zur intensivmedizinischen Versorgung behandelt werden Dies gilt besonders für ältere und multimorbide Patienten (Gold et al. 2008). Bei jedem Patienten mit GBS sollten in der Phase der Progression regelmäßig (je nach Situation 4- bis 8-stündlich) die Vitalkapazität und die Muskelkraft kontrolliert werden. Die Gefahr der Ateminsuffizienz ist am größten bei Patienten mit rascher Progression und Paresen auch der oberen Extremität. Jeder Patient mit bulbärer Schwäche, drohender Ateminsuffizienz, begleitenden Infekten oder kardiovaskulär-autonomer Dysregulation sollte auf einer Intensiveinrichtung mit der Möglichkeit zur Beatmung betreut werden (Hughes et al. 2005). Eine Intubation und assistierte Beatmung sollten erfolgen, wenn eine Aspiration oder muskuläre Erschöpfung der Atemmuskulatur droht, die exspiratorische Vitalkapazität unter 12–15 ml/kg oder der pO2 unter 70 mmHg sinkt oder der pCO2 auf >45 mmHg ansteigt (Gold et al. 2008). Warnzeichen sind auch ein rascher Abfall von Vitalkapazität und O2-Sättigung. Da mit einer längeren Beatmungszeit zu rechnen ist, sollte bei fehlender Besserung der pulmonalen Funktion nach 2 Wochen eine Tracheostomie erwogen werden (Hughes et al. 2005). Bei eingeschränkt mobilen Patienten ist eine Thromboseprophylaxe erforderlich. Ernährung über eine nasogastrale oder perkutane Magensonde ist bei Dysphagie erforderlich. Auf Prävention nosokomialer Infektionen muss geachtet werden (GCP).

Glukokortikosteroide sind nicht wirksam und sollen daher nicht gegeben werden (A). Eine Indikation für IVIG oder Plasmapherese (▶ Tab. 1) besteht bei mäßig schwerem bis schwerem Verlauf (unabhängige Gehstrecke < 5 m, rasche Progression, deutliche respiratorische oder bulbäre Symptome) eines GBS nach maximaler Krankheitsdauer von 4 Wochen. Die Verfahren sind als gleichwertig anzusehen (GBS Trial Group 1997, Diener et al. 2001, Hughes et al. 2006) (Ib). Auch im Vergleich von Plasmapherese, Immunadsorption und IVIG ergab sich bezüglich des Outcomes in einer retrospektiven Studie bei GBS-Patienten kein Unterschied (Seta et al. 2005). Die Entscheidung für Plasmapherese oder IVIG muss nach Verfügbarkeit, Gesamtsituation des Patienten und zu erwartenden Nebenwirkungen getroffen werden (0). Vor der Gabe von IVIG sollte auf Kontraindikationen, vorherige Kreatininkontrolle und ausreichende Hydrierung geachtet werden. Die Standarddosis für 10 %iges Immunglobulin beträgt 0,4 g/kg an 5 aufeinanderfolgenden Tagen oder alternativ 1 g/kg an 2 Tagen. Die Infusion wird mit 30 ml/h für 15 Minuten gestartet, danach langsam auf 120–150 ml/h gesteigert und sollte mit maximal 200 ml/h laufen (max. 0,08 ml/kg/min). Bei Auftreten leichter Unverträglichkeitsreaktionen sollte die Infusion gestoppt und später mit halber Geschwindigkeit fortgesetzt werden. Bei Kopfschmerzen oder leichtem Schüttelfrost können Paracetamol und ein Antihistaminikum gegeben werden (GCP). Bei Kontraindikationen oder Komplikationen der IVIG-Behandlung sollte eine Plasmapherese durchgeführt werden (van Doorn 2005). Nach Plasmapherese befinden sich die Patienten nach 4 Wochen in verbessertem Zustand gegenüber Placebo. Plasmapherese halbiert die Anzahl der Patienten, die beatmungspflichtig werden, und vergrößert die Anzahl der Patienten, die nach einem Jahr wieder ihre volle Kraft erlangt haben (Raphael et al. 2002, Hughes u. Cornblath 2005, Lehmann et al. 2006) (Ia). Bei leichtem GBS (Gehfähigkeit erhalten) ist eine Behandlung nicht zwingend erforderlich, eine Studie belegt aber die Wirksamkeit von 2 Plasmapheresen. Bei mäßig schweren und schweren Formen werden 4–5 Plasmapheresen mit je 1,5 Plasmavolumen alle 2 Tage (oder 5–6 Plasmapheresen mit je einem Plasmavolumen innerhalb von 1–2 Wochen) durchgeführt (Raphael et al. 2002) (IIa). Als Plasmaersatz dienen humane 5% Albuminlösungen oder gelegentlich synthetische kolloidale Lösungen. Die Kosten des Plasmaaustauschs werden durch Verkürzung der intensivmedizinischen und gesamten Behandlungsdauer mehr als kompensiert (Hughes u. Cornblath 2005).

Die Kombination von Plasmapherese und IVIG bringt keinen zusätzlichen Effekt (GBS Trial Group 1997) (Ib). Wenn sich Patienten nach initialer Besserung wieder verschlechtern, können entweder behandlungsabhängige Fluktuationen vorliegen oder eine CIDP mit akutem Beginn (Ruts et al. 2010). Eine Verschlechterung mehr als 8 Wochen nach Beginn, mehr als 3-malige Verschlechterung, geringe Hirnnervenbeteiligung und kein Verlust der Gehfähigkeit sind Faktoren, die eher für eine CIDP mit akutem Beginn als für ein GBS sprechen; dies trifft nach einer Arbeit für etwa 5 % der Patienten mit der initialen Diagnose eines GBS zu (Ruts et al. 2010). Diese Patienten sollten wie CIDP-Patienten behandelt werden. Spricht ein Patient dann rasch auf Glukokortikosteroide an, unterstreicht es diese Diagnose. Zur Behandlung von GBS-Patienten mit Verschlechterung oder Fluktuationen unter Therapie gibt es keine evidenzbasierten Daten und die Expertenmeinung ist uneinheitlich. Sowohl die erneute Gabe von IVIG nach Erstgabe, die Wiederholung von Plasmapheresen, wie auch die Umstellung auf die jeweils andere Therapie werden diskutiert (Winer 2009). Eine Rehabilitationsbehandlung ist nach GBS erforderlich (GCP).

▶ Empfehlungen

Pragmatische Therapie bei GBS (▶ Tab. 1)

Bei mäßig schwerem bis schwerem Verlauf sollte die Möglichkeit einer intensivmedizinischen Überwachung gegeben sein (GCP). IVIG und Plasmapherese sind in der Behandlung des akuten GBS gleichwertig und besser als Placebo. Eines der Verfahren soll bei mäßig schwerem bis schwerem GBS angewendet werden (A).

Chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) (▶ Tab. 2)

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In der Akuttherapie der CIDP sind Glukokortikosteroide, IVIG (0,4g/kg KG pro Tag über 5 Tage) und Plasmapherese während eines Behandlungszeitraums von 6 Wochen wahrscheinlich nicht unterschiedlich wirksam, wobei die Gruppengrößen zu klein waren, um Äquivalenz zu belegen (Eftimov et al. 2009b, EFNS/PNS CIDP Guideline 2010a) (II). Etwa 60 % aller Patienten sprechen auf eine dieser Therapien an (Mehndiratta u. Hughes 2002). In einer großen retrospektiven Studie wurde ein positiver Effekt nach der initialen Immuntherapie bei 69 % der Patienten gesehen (64% nach Steroiden, 78% nach hochdosierten intravenösen Immunglobulinen [IVIG] und 56% nach Plasmapherese) (Cocito et al. 2010) (III). Eine deutsche Studie fand ein Ansprechen bei 82 % der Patienten unter IVIG (Tackenberg et al. 2007) (III).

Welche dieser Therapien zuerst verwendet werden sollte, hängt von der Verfügbarkeit, der Gesamtsituation des Patienten, den zu erwartenden Nebenwirkungen und den Kosten ab (GCP). Pragmatisch wird daher nach Ausschluss von Kontraindikationen der leicht verfügbaren und kostengünstigen Erstbehandlung mit Kortikosteroiden der Vorzug gegeben (0). Ein Vorteil der oft verwendeten hochdosierten intravenösen Gabe von Kortikosteroiden (250–1000 mg Prednisolon-Äquivalent pro Tag über 3–5 Tage) gegenüber einer oralen Behandlung (1 mg/kg Prednisolon-Äquivalent/d) bezüglich Remission ist formal nicht belegt. In einer kontrollierten Studie trat bei einer oralen Steroid-Pulstherapie (4 × 40 mg/d Dexamethason einmal monatlich) im Vergleich zu einer Dauertherapie mit Methylprednisolon mit 60 mg in absteigender Dosierung über 8 Monate der Behandlungseffekt rascher ein und es gab weniger cushingoide Nebenwirkungen (van Schaik et al. 2010). Mehrere Pilotstudien zum Vergleich von oralem und i. v. Methylprednisolon bzw. kontinuierlicher oder gepulster Gabe von oralem Methylprednisolon weisen in die gleiche Richtung (Lopate et a l. 2005, Muley et al. 2008), sodass die Pulstherapie bevorzugt werden sollte (III, 0).

Eine Metaanalyse von 4 doppelblinden RCTs mit insgesamt 235 Teilnehmern zeigte eine signifikante Reduktion der Symptome durch IVIG 2 g/kg für eine Dauer von 2–6 Wochen (Eftimov et al. 2009b) (Ia, A). Eine weitere RCT mit 117 Patienten zeigte die Wirksamkeit von IVIG 2 g/kg als „loading dose“ über 2–4 Tage. gefolgt von Erhaltungsdosen von 1g/kg über 1–2 Tage alle 3 Wochen über 24 Wochen und möglicherweise über 48 Wochen im Vergleich zu Placebo (Hughes et al. 2008). Da die Wirkung von IVIG nur kurz anhält, muss die Behandlung in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. In Deutschland zugelassen sind mit Indikation CIDP derzeit Gamunex, Privigen, Ig Vena und Octagam 5%. Eine RCT zeigte keinen Unterschied während einer 12-wöchigen Behandlung mit Gammagard S/D oder Kiovig (Kuitwaard et al. 2010). Die subkutane Gabe von IVIG, die möglicherweise kostengünstiger ist und den Patienten mehr Selbstbestimmung lässt, ist in der Erprobung (Köller et al. 2006, Lee et al. 2008) (III, 0).

Für die Dauertherapie gilt, eine möglichst niedrige Dosis/Frequenz der initial erfolgreichen Therapie anzuwenden, ohne dass es zu Rezidiven oder zu progredientem axonalem Schaden kommt (GCP). Bei Kortikosteroiden bedeutet dies ein Ausschleichen auf eine niedrige Erhaltungsdosis möglichst unter der Cushingschwelle. Sollte dies nicht möglich sein oder es zu relevanten unerwünschten Wirkungen von Kortikosteroiden kommen (z. B. Osteoporose, Starerkrankungen, Diabetes mellitus), ist eine Umstellung auf IVIG indiziert (GCP). Bei IVIG beträgt die Erhaltungsdosis meist zwischen 0,4 und 1,2 g/kg alle 2–6 Wochen, sie muss individuell bestimmt und im Verlauf überprüft werden (Yoon et al. 2011) (GCP). In einer aktuellen RCT konnte die IVIG-Dosis bei fast der Hälfte der Patienten um über 20 % reduziert werden, ohne dass Verschlechterungen eintraten (RMC trial 2009). Plasmapheresen in Monotherapie eignen sich nicht für die Dauertherapie, jedoch können Patienten, die auf IVIG refraktär werden, nach einem Plasmapheresezyklus wieder auf IVIG respondieren (Berger et al. 1995) (IV, 0).

Nach wie vor gibt es keine Klasse-I/II-Evidenz für die Wirksamkeit von Immunsuppressiva bei CIDP (Mahdi-Rogers et al. 2010). Nach Expertenmeinung kann die Gabe von Immunsuppressiva dann indiziert sein, wenn Patienten nicht auf die Therapien der ersten Wahl ansprechen oder wenn unvertretbar hohe Dosierungen der Primärtherapie erforderlich sind (GCP). Aufgrund der potenziell gefährlichen Nebenwirkungen dieser Medikamente sollen sie nur von damit erfahrenen Ärzten oder in Kooperation mit solchen angewendet werden. Die meiste klinische Erfahrung gibt es für Azathioprin (Mahdi-Rogers et al. 2010, Yoon et al. 2011). Die einzige Studie, die Prednison mit Azathioprin und Prednison mit Placebo verglich, verlief negativ (Dyck et al. 1985), dies kann jedoch wegen der geringen Fallzahl und der großen Heterogenität der Schweregrade und Krankheitsdauern nicht als wissenschaftlich fundierte Aussage bewertet werden. Fallserien mit positivem Ergebnis wurden berichtet (Pentland et al. 1982, McCombe et al. 1987, Barohn et al. 1989). Ciclosporin A wird ebenfalls relativ häufig bei CIDP verwendet. Auch hier gibt es positive Fallserien (Mahattanakul et al. 1996, Barnett et al. 1998, Matsuda et al. 2004), es wurden jedoch auch schwerwiegende Nebenwirkungen beschrieben wie Hypertonie und Nierenversagen (Mahdi-Rogers et al. 2010). Methotrexat war in einer Pilotstudie mäßig wirksam (Fialho et al. 2006), dies konnte jedoch in einer kontrollierten Studie nicht verifiziert werden (RMC ­trial 2009). Auch Mycophenolatmofetil war in Pilotstudien mäßig wirksam (Benedetti et al. 2004, Gorson et al. 2004, Radziwill et al. 2006, Piepers et al. 2007, Bedi et al. 2010).

Cyclophosphamid wurde in etlichen Fallserien mit insgesamt 37 Patienten verwendet, wovon sich 29 besserten (Mahdi-Rogers et al. 2010). Dabei wurden unterschiedliche Dosen gegeben, bis hin zur Hochdosis-Therapie (Brannagan et al. 2002). Wir halten bei schwer betroffenen und ansonsten refraktären Patienten einen Therapieversuch mit Cyclophosphamid als intravenöse Pulstherapie mit 0,6–1 g/m2 KOF in Intervallen von 4–8 Wochen für sinnvoll (GCP). Die Pulstherapie wird vor allem deshalb bevorzugt, weil die Verträglichkeit verglichen mit der oralen Behandlung besser ist, es zudem länger dauert, bis die kritische kumulative Dosis von 50 g erreicht ist, bei der ein erhöhtes Malignomrisiko besteht (Pedersen-Bjergaard et al. 1985), bzw. die kumulative Dosis von ­> 6 g/m2, bei der bei Männern das irreversible Infertilitätsrisiko 50% beträgt (Janssen u. Genta 2000).

Die autologe Stammzellentransplantation nach kompletter Immunablation mit Hochdosis-Cyclophosphamid ist ein noch in Erprobung befindliches Hochrisikoverfahren für schwere therapieresistente Fälle. Trotz dramatischer Besserung in Einzelfällen (Hummel et al. 2011) kann das Verfahren noch nicht abschließend beurteilt werden (Mahdi-Rogers et al. 2010).

In kleinen Fallserien oder als Zufallsbeobachtung wurde über die Wirksamkeit von Rituximab bei CIDP berichtet (Briani et al. 2004, Knecht et al. 2004, White et al. 2004, Benedetti et al. 2008, Benedetti et al. 2011). Die Fallserien zu Interferon beta wurden zusammenfassend als negativ beurteilt (Mahdi-Rogers et al. 2010). Alemtuzumab bewirkte bei einigen Patienten eine verlängerte Remission, hatte jedoch eine hohe Rate schwerer Nebenwirkungen (Mahdi-Rogers et al. 2010).

▶ Empfehlungen

Pragmatische Therapie bei CIDP (▶ Tab. 2)
Wir wissen nicht verlässlich, in welcher Reihenfolge und in welcher Kombination die Immuntherapeutika am effektivsten sind. Hierzu gibt es aktuell und wird es auch in näherer Zukunft lediglich Expertenmeinungen geben, zumal diese Fragestellungen aufgrund der Natur der Anforderungen an prospektive Studien in der Praxis kaum untersuchbar sind.
Mögliche Schemata sind:

  1. Beginn mit Methylprednisolon, 500–1000 mg/d über 3–5 Tage nach Ausschluss von Kontraindikationen. Umstellung auf orales Prednisolon-Äquivalent von 1 mg/kgKG/d, langsame Reduktion auf eine Erhaltungsdosis.
  2. Methylprednisolon 500 mg/d über 3 Tage, alle 4 Wochen wiederholen.
  3. IVIG bei Kontraindikationen für 1. oder bei Therapieversagen (= kein Effekt nach Kortikosteroidtherapie nach 2–4 Wochen bzw. nach einem der bisherigen Krankheitsdauer angemessenem Zeitraum) oder intolerablen Nebenwirkungen unter Dauertherapie mit Kortikosteroiden.
  4. Eindosieren eines Immunsuppressivums (Azathioprin, bei Kontraindikationen oder Versagen Ciclosporin A, Methotrexat oder Mycophenolatmofetil) bei nicht ausreichendem Ansprechen auf 1. und 2., dies wird meist als Kombinationstherapie angewendet.
  5. Plasmapherese bei akuter Verschlechterung oder bei Therapieversagen auf 1.–3. (GCP).

Paraproteinämische Neuropathien (▶ Tab. 3)

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Demyelinisierende Neuropathien mit IgG- oder IgA-Paraprotein unterscheiden sich im klinischen Bild und im Therapieansprechen oft nicht von der CIDP und können daher nach den Grundsätzen für CIDP behandelt werden (EFNS/PNS PDN Guideline 2010c) (B). Zu beachten ist, dass auch axonale paraproteinämische Neuropathien auf Immuntherapien ansprechen können und daher von solchen Therapien nicht ausgeschlossen werden sollten (Allen et al. 2007). Demyelinisierende Neuropathien mit IgM-Paraprotein sind aus mehreren Gründen separat zu betrachten. Hier ist eine kausale Rolle des Paraproteins in der Verursachung der Neuropathie wahrscheinlicher als bei IgA und IgG, insbesondere wenn Anti-MAG-Antikörper vorliegen. Die IgM-assoziierte Neuropathie hat häufig einen charakteristischen Phänotyp mit distal betonter sensomotorischer Beteiligung der Hände und Füße, sehr langsamen Nervenleitgeschwindigkeiten und verlängerten distal motorischen Latenzen (s. Leitlinie zur Diagnostik von Polyneuropathien). IgM-assoziierte Neuropathien sprechen schlechter auf die Standardtherapie der CIDP an. IVIG, Plasmapheresen oder Immunsuppressiva können angewendet werden (EFNS/PNS PDN Guideline 2010c) (GCP). In einer RCT, die bei kleiner Fallzahl und kurzer Laufzeit nur nicht signifikante Unterschiede zwischen Plasmapherese und Scheinplasmapherese erbrachte, sprachen IgA und IgG besser an als IgM-assoziierte Neuropathien (Dyck et al. 1991). Zu IVIG gibt es bei IgM-assoziierter Neuropathie positive wie auch negative Studienergebnisse (Dalakas et al. 1996, Comi et al. 2002) (0). Rituximab war in mehreren offenen Studien bei einem Teil der Patienten mit Anti-MAG-Neuropathie mäßig wirksam (Levine u. Pestronk 1999, Renaud et al. 2006, Benedetti et al. 2007). Eine kleine RCT mit Rituximab zeigte in einer Subgruppenanalyse einen Effekt (Dalakas et al. 2009) (IIb). Die Wirkung kann noch nicht endgültig abgeschätzt werden.

Analog zur Behandlung von Patienten mit Myelom kann bei leichten und mittelschweren paraproteinämischen Neuropathien ambulant mit dem modifizierten Alexanian-Schema behandelt werden (0,15 mg/kgKG Melphalan + 60 mg Prednison tgl. für 5–7 Tage; 4–6 Wochen-Zyklen; 6 Monate; danach je nach Verlauf) (IV/GCP).

Im Fall eines POEMS-Syndroms (Polyneuropathie, Organomegalie, Endokrinopathie, M-Protein und Hautveränderungen [skin]) sollten unter hämatoonkologischer Mitbehandlung lokale Bestrahlung, Resektion eines isolierten Plasmozytoms, konventionelle sowie auf monoklonalen Antikörpern beruhende Chemotherapien sowie Melphalan mit autologer Stammzellentransplantation in Betracht gezogen werden (EFNS/PNS PDN Guideline 2010c) (B).

▶ Empfehlungen

Pragmatische Therapie der paraproteinämischen Neuropathien (▶ Tab. 3)

Multifokale motorische Neuropathie (MMN) (▶ Tab. 4)

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Daten aus RCTs und Fallserien belegen IVIG als Therapie der ersten Wahl (van Schaik et al. 2005) (Ia). Patienten mit MMN sollen daher mit IVIG behandelt werden (A). In Deutschland zugelassen ist mit Indikation MMN derzeit nur Kiovig. Das übliche Schema besteht in 1 g/kg KG alle 2–4 oder 2g/kg KG alle 4–8 Wochen (EFNS/PNS MMN Guideline 2010b). Entgegen früheren Annahmen spielt das Vorhandensein von Leitungsblöcken wahrscheinlich keine Rolle für das Ansprechen auf IVIG (Delmont et al. 2006). Trotz fortgesetzter Therapie kann eine schleichende Progredienz mit axonalem Schaden eintreten. Andererseits erreichen bis zu 20 % der Patienten eine Remission und werden unabhängig von der Behandlung (Leger et al. 2008). Ob eine höher dosierte IVIG-Therapie eine Progredienz verhindern kann, ist nicht gesichert (Baumann et al. 2009, Cats et al. 2010). Eine in kürzeren Intervallen durchgeführte subkutane Therapie könnte eine Alternative darstellen (Harbo et al. 2009a, Harbo et al. 2010) (IV). Diese ermöglicht nach bisherigen Erfahrungen zwar keine Dosiseinsparung, ermöglicht den Patienten jedoch mehr Unabhängigkeit (Eftimov et al. 2009a). Die Kosten für die Therapie mit Immunglobulinen sind sehr hoch. Zudem gibt es primäre und sekundäre Therapieversager, sodass ergänzende oder alternative Immuntherapien wünschenswert wären. Ein Cochrane Review zur immunmodulierenden und immunsuppressiven Behandlung der MMN konnte keine RCTs zu diesem Thema identifizieren (Umapathi et al. 2009). Die Zusammenstellung der Fallserien zu Cyclophosphamid bei MMN (Umapathi et al. 2009) lässt auf eine mäßige Wirksamkeit bei einem Teil der Patienten schließen, jedoch mit hohen Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen. Glukokortikosteroide wirken bei MMN nicht und können Paresen verschlimmern. Für einen Effekt von Plasmapheresen gibt es nur Einzelfallberichte, aber auch hier gibt es Berichte über Verschlechterungen nach Therapie (Umapathi et al. 2005). In Anbetracht der Kosten der IVIG-Behandlung und der Tatsache, dass sich bei manchen Patienten trotz fortgesetzter Therapie eine Progredienz einstellt, ist wiederholt versucht worden, mit zusätzlichen Immuntherapien IVIG einzusparen. In einer RCT mit 28 Patienten konnte keine signifikante Einsparung von IVIG bei Patienten mit MMN durch Mycophenolatmofetil erreicht werden (Piepers et al. 2007). In einer offenen Pilotstudie konnte keine signifikante Einsparung von IVIG durch Rituximab erreicht werden (Gorson et al. 2007).

▶ Empfehlungen

Pragmatische Therapie bei MMN (▶ Tab. 4)

Ein Therapieversuch mit IVIG (2 g/kg über 2–5 Tage) soll bei Patienten mit mäßigen bis schweren Defiziten durchgeführt werden (A). Bei Respondern kann die Therapie wiederholt werden (0). Intervalle und Dosis sollten dem individuellen Ansprechen angepasst werden. Typische Schemata sind: 1 g/kg KG alle 2–4 oder 2 g/kg KG alle 4–8 Wochen (GCP). Im Lauf der Therapie kann bei gutem Ansprechen versucht werden, die IVIG-Dosen in 10 %-Schritten zu senken, um die therapeutische Mindestdosis zu ermitteln (GCP).

Bei Kontraindikationen gegen IVIG oder Nichtansprechen können nach sorgfältiger Abwägung von erwartetem Benefit und Nebenwirkungen Immunsuppressiva, z. B. gepulstes Cyclophosphamid, verwendet werden (GCP).

Vaskulitische Neuropathien (▶ Tab. 5)

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Weder zur Therapie der Neuropathien bei systemischen Vaskulitiden noch zur isolierten Vaskulitis des peripheren Nervs (nicht systemische vaskulitische Neuropathie, NSVN) liegen RCTs vor (Vrancken et al. 2007, Collins et al. 2010). Es gibt nur 3 Klasse-III-Kohortenstudien: Davies et al. untersuchten 25 Patienten mit einer medianen Nachbeobachtungsdauer von 33,5 Monaten. Es ergab sich ein Trend, dass Patienten mit Kombinationstherapie (Glukokortikosteroide und Cyclophosphamid, Azathioprin oder Methotrexat) eine größere Reduktion ihrer Behinderung hatten als diejenigen mit Kortikosteroid-Monotherapie (Davies et al. 1996). In einer Kohorte von 48 Patienten hatten diejenigen unter Kombination von Kortikosteroiden und Cyclophosphamid eine höhere Remissionsrate und geringere Behinderung als die Gruppe mit Kortikosteroid-Monotherapie, allerdings bei einer hohen Nebenwirkungsrate (Collins et al. 2003). Eine retrospektive Analyse von 100 Patienten mit vaskulitischer Polyneuropathie, davon 11 mit NSVN, zeigte ein gutes Ansprechen auf immunsuppressive Therapie und eine äußerst niedrige Rückfallrate, wenn das Therapieschema Cyclophosphamid enthielt (Mathew et al. 2007).

Eine kürzlich publizierte systematische Übersichtsarbeit mit Empfehlungen (Collins et al. 2010) benutzte daher die publizierten Studien zu den Kleingefäßvaskulitiden, um Empfehlungen auf GCP-Niveau zu erstellen, wobei in diesen RCTs leider die Neuropathie fast nie als Endpunkt berücksichtigt wurde. Dabei wird die NSVN analog zur Kleingefäßvaskulitis mit nur lokaler oder milder generalisierter Ausprägung angesehen. Diese Empfehlungen sind weitgehend mit denen in der vorherigen Version dieser Leitlinie identisch. Bei Fehlen von RCTs zur vaskulitischen Neuropathie beschloss die Expertengruppe daher, sich weitgehend diesen Empfehlungen anzuschließen. Die Standardtherapie bei NSVN besteht demnach in Kortikosteroiden (z. B. Methylprednisolon 1 mg/kg KG/d oral oder 500–1000 mg/d über 3–5 Tage als initiale intravenöse Pulstherapie) mit anschließendem Ausschleichen bis auf 25 mg/d nach 3 Monaten, 15–20 mg/d nach 4 Monaten und auf 10 mg/d nach 6 Monaten (Collins et al. 2010). Danach kann eine möglichst niedrige Erhaltungstherapie (5–7,5 mg/d) in Analogie zu den ANCA-assoziierten Vaskulitiden über weitere 12 Monate die Rezidivrate senken (Walsh et al. 2010) (III, GCP). Bei zusätzlichen Organmanifestationen, aber auch bei rasch progredienter NSVN, ist eine Kombination mit einem Immunsuppressivum indiziert. Die beste Evidenz aus den Studien zu den Kleingefäßvaskulitiden besteht für Cyclophosphamid (Ia). Dies sollte zur Reduktion der kumulativen Gesamtdosis und von Nebenwirkungen als i. v. Pulstherapie gegeben werden (siehe Ausführungen zur CIDP und ▶ Tab. 2). Nach Erreichen der Remission, in der Regel nach 6–12 Monaten, sollte Cyclophosphamid durch Azathioprin oder Methotrexat ersetzt werden (GCP). Alternativ zu Cyclophosphamid bei nicht organ- oder lebensbedrohlichen Verläufen kann zur Remissionsinduktion Methotrexat (10–25 mg/Woche) oder Azathioprin (150–250 mg/d) gegeben werden (De Groot et al. 2005) (▶ Tab. 5).

Zum Effekt der Plasmapherese ist die Datenlage uneinheitlich. Da Plasmapherese bei verschiedenen Formen von Kleingefäßvaskulitis nicht wirksam war in Bezug auf Überleben und Rückfallfreiheit (II) (Collins et al. 2010), sollte sie bei vaskulitischer Neuropathie nicht angewendet werden (GCP). IVIG und Rituximab waren in unkontrollierten Studien bei therapierefraktärer Vaskulitis wirksam (Collins et al. 2010), eine Anwendung bei therapierefraktärer vaskulitischer Neuropathie sowie von IVIG bei Schwangeren kann daher erwogen werden (GCP). Weitere Therapiemöglichkeiten mit Ciclosporin A, Mycophenolatmofetil und Leflunomid sind noch nicht ausreichend untersucht.

▶ Empfehlungen

Pragmatische Therapie bei vaskulitischen Neuropathien (▶ Tab. 5)

Bei NSVN können Kortikosteroide (z. B. Methylprednisolon 1 mg/kg KG/d oral oder 500–1000 mg/d über 3–5 Tage als initiale intravenöse Pulstherapie) mit anschließendem Ausschleichen bis auf 25 mg/d nach 3 Monaten, 15–20 mg/d nach 4 Monaten und auf 10 mg/d nach 6 Monaten gegeben werden (GCP). Bei zusätzlichen Organmanifestationen, aber auch bei rasch progredienter NSVN, kann eine Kombination mit einem Immunsuppressivum gegeben werden (GCP).

Symptomatische und supportive ­Therapie

Die symptomatische Therapie bei Neuritiden besteht in Krankengymnastik (White et al. 2004), rechtzeitiger Versorgung mit Hilfsmitteln (z. B. Peronäusschienen, Spezialschuhen, Gehstützen) sowie adäquater Schmerztherapie (s. auch Leitlinie zur Behandlung neuropathischer Schmerzen) (GCP).

Alle oben genannten Medikamente sind potente Pharmaka und können erhebliche Nebenwirkungen verursachen. Eine adäquate schriftliche Patientenaufklärung, engmaschiges Monitoring und Prophylaxe von Nebenwirkungen müssen erfolgen (s. Fußnote in den Tabellen).

Versorgungskoordination

Die oft beträchtliche Behinderung der Patienten sowie die nebenwirkungsträchtigen Infusionstherapien erfordern bei einem Teil der Patienten die stationäre Behandlung.

Redaktionskomitee

Prof. Dr. C. Sommer, Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Würzburg
Prof. Dr. R. Gold, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef Hospital
Prof. Dr. H. P. Hartung, Neurologische Klinik der Universität Düsseldorf
Prof. Dr. D. Heuss, Neurologische Klinik der Universität Erlangen
Prof. Dr. B. Kieseier, Neurologische Klinik der Universität Düsseldorf
Dr. S. Koeppen, Neurologische Klinik der Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. A. Steck, Neurologische Klinik, Universitätsspital Basel (Schweizer Neurologische Gesellschaft)
Prof. Dr. G. Stoll, Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Würzburg
Pd Dr. B. Tackenberg, Neurologische Klinik, UKGM und Philipps-Universität Marburg
Prof. Dr. K. V. Toyka, Neurologische Klinik, Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Würzburg
Prof. Dr. F. Zimprich, Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Wien (Österreichische Gesellschaft für Neurologie)

Federführend: Prof. Dr. Claudia Sommer, Neurologische Klinik, Universitätsklinikum, Josef-Schneider-Straße 11, 97080 Würzburg, E-Mail:

Entwicklungsstufe der Leitlinie: S2e

Finanzierung der Leitlinie

Diese Leitlinie entstand ohne Einflussnahme oder Unterstützung durch die Industrie.

Methodik der Leitlinienentwicklung

Es erfolgte als Erstes eine systematische Suche nach Leitlinien zum gleichen Thema und Prüfung, ob einzelne Empfehlungen daraus übernommen bzw. adaptiert werden können: MEDLINE Recherche bis einschließlich Mai 2011 mit den Suchkriterien:

1a) (inflammatory neuropathy OR CIDP OR chronic inflammatory demyelinating neuropathy OR Guillain-Barré-syndrome OR vasculitic neuropathy OR dysimmune neuropathy OR multifocal motor neuropathy OR MMN OR MADSAM), Limit: Metaanalysis. Es ergaben sich 88 Treffer. Nach Auschluss der thematisch nicht relevanten Arbeiten verblieben 9 Treffer (Collins et al., 2010, Cortese et al., 2011, Elovaara et al., 2008, EFNS/PNS MMN Guideline, 2010, EFNS/PNS PDN Guideline, 2010, Feasby et al., 2007, Fuglsang-Frederiksen and Pugdahl, 2011, Hughes et al., 2003, Van den Bergh et al., 2010).

1b) Suche in der Cochrane-Datenbank mit Stichwort (Neuropathy), Es ergaben sich 57 Treffer. Nach Auschluss der thematisch nicht relevanten Arbeiten verblieben 7 Treffer (Eftimov et al., 2009, Hughes et al., 2006, Hughes et al., 2007, Hughes et al., 2010, Hughes et al., 2010, Mahdi-Rogers et al., 2010, van Schaik et al., 2005).

Als Zweites erfolgte eine systematische Suche nach RCTs: MEDLINE Recherche bis einschließlich Mai 2011 mit den Suchkriterien:

2) (Randomized controlled trial) AND (inflammatory neuropathy OR CIDP OR chronic inflammatory demyelinating neuropathy OR Guillain-Barré-syndrome OR vasculitic neuropathy OR dysimmune neuropathy OR multifocal motor neuropathy OR MMN OR MADSAM). Limit: RCT
Es ergaben sich 164 Treffer. Nach Ausschluss der thematisch nicht relevanten Arbeiten verblieben 55 Treffer (Bensa et al., 2000, Bouget et al., 1993, Diener et al., 2001, Dyck et al., 1986, Dyck et al., 1994, Dyck et al., 1985, Esperou et al., 2000, Federico et al., 2000, Garssen et al., 2006, Gurses et al., 1995, Hahn et al., 1996, Hahn et al., 1996, Harbo et al., 2009, Haupt et al., 2000, Hughes et al., 2008, Hughes et al., 1978, Kleyweg et al., 1994, Korinthenberg et al., 2005, Kuitwaard et al., 2010, Kuitwaard et al., 2009, Mendell et al., 2001, Mendell et al., 1985, Merkies et al., 2009, Merkies et al., 2010, Pandey et al., 2002, Pandey et al., 2005, Pavlakis et al., 2010, Piepers et al., 2007, The Guillain-Barre syndrome Study Group, 1985, Pritchard et al., 2003, Raphael et al., 2001, Rock et al., 1990, Ruts et al., 2007, 2009, Thompson et al., 1996, Tripathi and Kaushik, 2000, Umapathi et al., 2005, 1992, van Doorn et al., 1990, van Koningsveld et al., 2004, van Schaik et al., 2010, 1993, 1987, Wollinsky et al., 2001, Yamamoto et al., 2002, 1997).

Zur Bewertung der Evidenz wurde die Klassifikation der britischen Guideline NICE-SCIE in der Modifikation, die in der britischen Demenz-Leitlinie verwendet (National Collaborating Centre for Mental Health (commissioned by the Social Care Institute for Excellence and the National Institute for Health and Clinical Excellence): Dementia. A NICE-SCIE
Guideline on supporting people with dementia and their carers in health and social care. National clinical practice guideline, No 42. London, The British Psychological Society and Gaskell 2007).

Die ausgewählte Evidenz wurde hinsichtlich ihrer methodischen Qualität bewertet und die Ergebnisse wurden für jede Erkrankung in einer Evidenztabelle zusammengefasst. Das Ergebnis der Bewertung führte zur Feststellung der Stärke der Evidenz („Evidenzgrad")

Literatur

Aus: Hans-Christoph Diener, Christian Weimar (Hrsg.): Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Thieme Verlag, Stuttgart, September 2012