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Leitlinien der DGN - Spinale Metastasen und Meningeosis neoplastica Drucken E-Mail
KAPITEL
Hirntumoren 
Spinale Metastasen und Meningeosis neoplastica
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Federführend
Prof. Dr. Michael Weller,
Zürich,
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Was gibt es Neues?

  • Bei spinalen Metastasen wurde die Überlegenheit der kombinierten Behandlung aus Resektion, gefolgt von der Strahlentherapie, gegenüber alleiniger Strahlentherapie bezüglich der Gehfähigkeit nach Abschluss der Therapie als primärem Endpunkt in einer randomisierten Studie belegt (84% vs. 52%) (Patchell et al. 2005). Auch die Dauer des Erhalts der Gehfähigkeit wurde signifikant verlängert.
  • Eine randomisierte Studie zur Strahlentherapie spinaler Metastasen ergab bezüglich Gehfähigkeit und Verträglichkeit keinen Unterschied zwischen je 8 Gy an 2 Tagen und einem protrahierten Regime von 3 × 5 Gy, gefolgt von 5 × 3 Gy (Maranzano et al. 2005).
  • Bei der Meningeosis neoplastica gibt es neue klinische Erfahrungen mit der intrathekalen Applikation von Mafosfamid, Topotecan und Etoposid. Eine Zulassung besteht im deutschen Sprachraum nicht.
  • Die Durchflusszytometrie verbessert die diagnostische Aussagekraft der Liquorzytologie bei hämatologischen Systemerkrankungen (Hegde et al. 2005, Bromberg et al. 2007).

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Bei drohender Gehunfähigkeit infolge spinaler Metastasen muss unverzüglich die Indikation zur operativen Therapie geprüft werden (A) (Positive Aussage belegt).
  • Bei der Meningeosis neoplastica sollte vor der Einleitung einer Strahlen- oder Chemotherapie der Versuch einer zytologischen oder histologischen Diagnosesicherung, in der Regel über die Liquorzytologie mit immunzytochemischer Charakterisierung, unternommen werden.
  • Bei der Auswahl der spezifischen Therapie der Meningeosis neoplastica – Strahlentherapie, systemische oder intrathekale Chemotherapie – müssen das Ausbreitungsmuster der Tumormanifestationen sowie der Nachweis gleichzeitiger Hirnparenchymmetastasen und extrazerebraler Tumormanifestationen berücksichtigt werden (B) (Keine sicheren Studien).

 

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008
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