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Leitlinien der DGN - Morbus Wilson |
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KAPITEL Extrapyramidalmotorische Störungen
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Morbus Wilson
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend PD Wieland Hermann, Zwickau,
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Leitlinien- Navigator
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Was gibt es Neues?
Pathogenese
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Gegenwärtig sind mehr als 250 Mutationen im Wilson-Gen bekannt, eine gesicherte Genotyp-Phänotyp-Korrelation wurde nicht gefunden.
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Das Wilson-Protein ATP7B fungiert als intrazellulärer Kupfertransporter mit kupferspiegelabhängiger Modifikation seiner Aktivität.
Verlaufskontrolle Bildgebende (cMRT, FDG-PET, FP-CIT- und IBZM-SPECT) und elektrophysiologische Diagnostik (evozierte Potenziale, EEG) sollten mit in die Verlaufskontrolle einbezogen werden ( ). Nach einer Ausgangsuntersuchung bei Beginn der Therapie erfolgt die erste Kontrolle nach 2 Jahren. Im weiteren Verlauf genügt eine Kontrolle nach 4–6 Jahren bzw. sofort bei neurologischer Verschlechterung. Sie dient dabei auch dem differenzialdiagnostischen Ausschluss anderer hirnorganischer Prozesse.
Therapie
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Tetrathiomolybdat, ein Hemmer der intestinalen Kupferresorption und Chelatbildner, kann Bedeutung zur Initialtherapie erlangen. Eine Zulassung steht noch aus.
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Tetrathiomolybdat zeigt geringe Nebenwirkungen, kann aber eine toxische Knochenmarkdepression auslösen. Deswegen ist es bei Kindern kontraindiziert.
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Bei fulminantem Leberversagen wurde die Albumindialyse mit dem MARS-System (molecular adsorbent recycling system) eingesetzt ( ) (B).
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
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Jede unklare nichtinfektiöse Lebersymptomatik im Kindesalter und jede unklare extrapyramidale Bewegungsstörung bis zum 45. Lebensjahr sollten zum differenzialdiagnostischen Ausschluss eines Morbus Wilson veranlassen (A).
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Ein frühzeitiger Therapiebeginn und lebenslange Kontrollen (ca. 1½-jährlich) sind erforderlich (A).
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Ein Familien-Screening eines diagnostizierten Wilson-Patienten ist notwendig und betrifft alle Geschwister und Kinder ( (A).
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Ab einem Alter von 4–5 Jahren erfolgt im Allgemeinen die Diagnostik bei Verdacht bzw. positiver Familienanamnese (A).
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Keine Unterbrechung der entkupfernden Therapie in der Schwangerschaft; Dosisreduzierung auf zwei Drittel im letzten Trimenon (A).
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Unter einer D-Penicillamin-Therapie ist das Stillen nicht empfehlenswert (C).
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Vor einer geplanten Schwangerschaft idealerweise Umstellung auf eine Zinkmedikation (B).
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DPA ist das Mittel der Wahl zur Initialtherapie bei hepatisch und neurologisch symptomatischen Patienten, alternativ Trien (B).
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Eine Pyridoxinsubstitution (20 mg pro Tag) ist bei DPA-Medikation erforderlich (A).
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Präsymptomatische Patienten erhalten von Beginn an eine Zinkmedikation (B).
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008, > direkt bei Amazon.de bestellen
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