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Leitlinien der DGN - Dissektion hirnversorgender supraaortaler Arterien |
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KAPITEL Vaskuläre Erkrankungen
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Dissektion hirnversorgender supraaortaler Arterien
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend Prof. Dr. med. Dr. h. c. E. Bernd Ringelstein, Münster,
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Leitlinien- Navigator
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Was gibt es Neues?
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Aufgrund der größeren Bekanntheit akuter Dissektionen der Halsarterien in der Ärzteschaft sowie der besseren Erkennung intramuraler Hämatome und korrespondiererender arterieller Lumenveränderungen mithilfe der Kernspintomographie werden Dissektionen der hirnversorgenden Halsarterien zunehmend häufiger entdeckt und stellen bis zu 25% der Ursachen ischämischer Insulte bei jungen Schlaganfallpatienten (< 50 Jahre) dar.
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Der Krankheit könnte eine bisher nicht näher definierbare Störung in der Übergangszone von der Lamina muscularis zur Lamina adventitia zugrunde liegen, die durch mikroskopisch und submikroskopisch kleine, spontane Blutungen gekennzeichnet ist.
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Es gibt Hinweise, dass der Beginn der Erkrankung durch einen entzündlichen Prozess getriggert werden kann (jahreszeitliche Schwankungen der Inzidenz, Häufung vorausgehender Infekte, Kontrastmittelanreicherung einzelner Gefäßwandschichten in einem Teil der Kernspintomographien).
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Engmaschige kernspintomographische Nachuntersuchungen erscheinen gerechtfertigt, da eine relativ hohe Rezidivrate an Dissektionen supraaortaler Arterien zu vermuten ist. Die Rezidivrate der Dissektionen erreicht bis zu 20% in 4 Wochen und bis zu 25% in 7 Monaten und betrifft oft mehrere Halsarterien gleichzeitig oder überlappend. Diese Rezidivdissektionen sind allerdings meist asymptomatisch ( ) (B). Die Krankheit verläuft mit clusterartiger Anhäufung der Dissektionsrezidive in den jeweils bis dahin nicht betroffenen, anderen Halsarterien ( ) (C).
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Für die Sekundärprävention kommen eine Antikoagulation oder eine Behandlung mit Thrombozytenaggregationshemmern gleichwertig in Betracht, da aktuelle Metaanalysen der verfügbaren Therapiestudien keinen Vorteil einer der beiden gängigen Behandlungsstrategien (Antikoagulation oder Thrombozytenaggregationshemmung) zur Sekundärprävention des Insultes nach Dissektion zeigen ( ) (B).
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Die pharmakologische Induktion einer Hypertension unter den Bedingungen einer Intensivüberwachung oder chirurgische bzw. endovaskuläre Interventionsmaßnahmen können in Einzelfällen aufgrund der ausgeprägten hämodynamischen Störung der zerebralen Perfusion sinnvoll sein. Dazu liegen allerdings keine kontrollierten Studien vor ( ) (C).
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
Diagnostik
Akuttherapie
Sekundärprävention
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Eine Überlegenheit einer der beiden gängigen Behandlungsstrategien Antikoagulation oder Thrombozytenaggregationshemmung kann nach Auswertung der Metaanalysen unter Einbeziehung aller verfügbaren, sinnvoll auswertbaren Therapiestudien nicht nachgewiesen werden ( ) (B).
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Eine zunächst durchgeführte Antikoagulation mittels unfraktioniertem Heparin (PTT 2–3-fach verlängert) mit nachfolgender Umsetzung auf eine orale Antikoagulation mit Phenprocuomon oder Warfarin (INR 2–3) als Sekundärprophylaxe für die Dauer von 3–24 Monaten stellt die gängige Behandlungspraxis dar. Für den Vorteil dieser Maßnahme gegenüber einer alleinigen Behandlung mit Thrombozytenaggregationshemmern gibt es keine Belege ( ) (B).
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Die Dauer der Antikoagulation richtet sich nach dem lokalen Gefäßbefund und endet spätestens mit der hämodynamisch folgenlosen Rekanalisation einer verschlossenen Halsarterie ( ) (C). Die Dauer der Antikoagulation beträgt in der Regel 3–6 Monate und sollte 24 Monaten nicht überschreiten ( ) (C).
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Eine Dauerbehandlung mit ASS 100 mg wird empfohlen, da die Risiken eines Rezidivs der Dissektion oder gar eines Insultes bestehen. Diese sind aber im Einzelfall nicht abschätzbar ( ) (B).
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008 > direkt bei Amazon.de bestellen
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