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Leitlinien der DGN - Aneurysmale Subarachnoidalblutung Drucken E-Mail
KAPITEL
Vaskuläre Erkrankungen
Aneurysmale Subarachnoidalblutung
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Federführend
Prof. Dr. Helmuth Steinmetz,
Frankfurt a. M.,
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Was gibt es Neues?

  • Patienten mit rupturierten Aneurysmen, deren Anatomie eine erfolgreiche endovaskuläre Behandlung wahrscheinlich macht, sollten aufgrund besserer klinischer Langzeitergebnisse diese Behandlungsoption (Coiling) erhalten (A).
  • Die Behandlungsmöglichkeiten und -risiken eines rupturierten Aneurysmas sollten interdisziplinär durch endovaskulär und mikrochirurgisch erfahrene Therapeuten geprüft werden (A).

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

Basismaßnahmen

  • Bettruhe und die Vermeidung heftiger pressorischer Akte werden empfohlen (Antiemetika und Laxantien bei Bedarf) (C).
  • Die Vermeidung von Hyperglykämie und Fieber ist auch nach SAB ein Grundprinzip der Neuroprotektion und wird daher empfohlen (C).
  • Für den arteriellen Blutdruck wird bis zur Versorgung des Aneurysmas ein Zielwert von 60–90 mmHg (mittlerer arterieller Blutdruck) empfohlen (C), da hohe Blutdruckwerte mit einem erhöhten Rerupturrisiko einhergehen können.
  • Nach der Aneurysmaversorgung sollte eine Thromboseprophylaxe mit niedrigmolekularen Heparinen erfolgen (C).
  • Nicht empfohlen wird die prophylaktische Gabe von Glukokortikoiden (Keine sicheren Studien) oder Antifibrinolytika
    (Negative Aussage gut belegt).

Hydrozephalus

  • Patienten mit einem klinisch symptomatischen akuten Hydrozephalus müssen mit dringlicher Indikation durch eine externe Liquorableitung behandelt werden (A).
  • Als Therapie eines symptomatischen chronischen Hydrozephalus wird die Anlage eines ventrikuloperitonealen oder -atrialen Shunts empfohlen (A).

Aneurysmaausschaltung

  • Patienten mit rupturierten Aneurysmen, deren Anatomie eine erfolgreiche endovaskuläre Behandlung wahrscheinlich macht, sollten aufgrund besserer klinischer Langzeitergebnisse diese Behandlungsoption (Coiling) erhalten (A).
  • Die Behandlungsmöglichkeiten und -risiken eines rupturierten Aneurysmas sollten interdisziplinär durch endovaskulär und mikrochirurgisch erfahrene Therapeuten geprüft werden (A).

Vasospasmus, Hypovolämie und verzögerte ischämische Defizite

  • Zur Prophylaxe verzögerter ischämischer neurologischer Defizite sollte ab der Diagnosesicherung der SAB mit oralem Nimodipin therapiert werden (60 mg alle 4 Stunden) (A). Ist eine orale Verabreichung nicht möglich, kann eine intravenöse Gabe erfolgen (C).
  • Zur Detektion möglicher Vasospasmen und einer prognostisch ebenso relevanten Hypovolämie wird ein Monitoring geeigneter Parameter empfohlen (z. B. tägliche transkranielle Dopplersonographie, Flüssigkeitsbilanz, Blutdruckmonitoring, ggf. Messungen des zentralvenösen Druckes) (B).
  • Eine Hypovolämie und Hypotension sollten vermieden und eine Normovolämie angestrebt werden (B).
  • Da eine Hypovolämie in der Regel durch eine Hyponatriämie ausgelöst wird, sollte die Volumentherapie primär mit isotonen Lösungen erfolgen (B).
  • Eine prophylaktisch induzierte Hypervolämie hat keinen zusätzlichen Nutzen und kann nicht allgemein empfohlen werden (C). Das Gleiche gilt für die prophylaktisch induzierte Hypervolämie und Hypertension (C).
  • Eine therapeutisch induzierte Hypervolämie und Hypertension wird beim Auftreten verzögerter ischämischer Defizite empfohlen (C).
  • Eine endovaskuläre Therapie vasospasmusbedingter ischämischer Defizite kann erwogen und durchgeführt, wegen bisher unzureichender Studien aber nicht generell empfohlen werden (Keine sicheren Studien).

Intensivmedizinische Belange

  • Aufgrund ihres spezifischen Komplikationsprofils sollten Patienten nach einer schweren SAB auf einer Intensivstation mit nachgewiesener Expertise behandelt werden (B).

 

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008
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