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Leitlinien der DGN - Therapie neuropathischer Schmerzen Drucken E-Mail
KAPITEL
Kopfschmerzen und andere Schmerzen
Therapie neuropathischer Schmerzen 
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Federführend
Prof. Dr. Ralf Baron,
Kiel,
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Vorwort 4. Auflage
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Was gibt es Neues?

  • Pregabalin ist bei zentralen neuropathischen Schmerzen wirksam und hat einen guten Effekt auf die Komorbidität Schlafstörung (Positive Aussage belegt).
  • Duale Serotonin-/Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI; Venlafaxin, Duloxetin) sind bei der Therapie der schmerzhaften diabetischen Neuropathie wirksam (Positive Aussage gut belegt).
  • Die Wirksamkeit von Lidocain-Pflastern als Add-on-Therapie bei der postzosterischen Neuralgie und anderen fokalen Neuropathien wurde nachgewiesen (Positive Aussage gut belegt).
  • Lamotrigin ist nicht bei der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie effektiv (Negative Aussage gut belegt), jedoch wirksam bei der Ischialgie, bei der HIV-assoziierten Polyneuropathie, bei postischämischen zentralen Schmerzsyndromen und bei neuropathischen Schmerzen infolge einer kompletten oder inkompletten spinalen Läsion (Positive Aussage belegt).

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Die Möglichkeiten einer kurativen oder kausalen Therapie (z. B. Neurolyse bei Engpass-Syndromen, optimale Blutzuckereinstellung bei diabetischer Neuropathie) sollten ausgeschöpft werden (A).
  • Das wirksame Medikament muss bei jedem einzelnen Patienten durch Erprobung unter Berücksichtigung des individuellen Beschwerdebildes sowie der Nebenwirkungen und Kontraindikationen gefunden werden (A).
  • Jeder Patient benötigt eine individuelle Dosierung in Abhängigkeit von Wirkung und Nebenwirkungen (sorgfältige Titration) (A).
  • Die Wirkungslosigkeit des Medikaments sollte erst nach 2–4 Wochen unter ausreichender Dosierung beurteilt werden (B).
  • Einzeldosen und Applikationsintervalle müssen je nach Pharmakokinetik und Interaktionsprofil bemessen werden.
  • Kombinationspräparate mit Koffein, Benzodiazepinen oder Muskelrelaxanzien sind nicht indiziert und bergen die Gefahr von Missbrauch und Abhängigkeit (A).
  • Realistische Therapieziele sind: Schmerzreduktion um > 30–50%, Verbesserung der Schlafqualität, Verbesserung der Lebensqualität, Erhaltung der sozialen Aktivität und des sozialen Beziehungsgefüges, Erhaltung der Arbeitsfähigkeit.

Die pharmakologische Therapie neuropathischer Schmerzsyndrome besteht aus (Finnerup et al. 2005, Attal et al. 2006):

  • Antikonvulsiva mit Wirkung auf neuronale Kalziumkanäle (A),
  • Antidepressiva (A),
  • lang wirksamen Opioiden (A),
  • Antikonvulsiva mit Wirkung auf neuronale Natriumkanäle (C),
  • topischen Therapien (B).

Nach klinischer Erfahrung kann die Kombination aus 2 oder 3 Wirkstoffen sinnvoll sein (C).
Flankiert wird diese Therapie mit den entsprechenden nichtmedikamentösen Verfahren (C).

 

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008
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