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Leitlinien der DGN - Querschnittlähmung Drucken E-Mail
KAPITEL
Neurotraumatologie 
Querschnittlähmung
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Federführend
Prof. Dr. V. Dietz,
Zürich,
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Vorwort 4. Auflage
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Was gibt es Neues?

  • Thromboseprophylaxe in der Akutphase: Prophylaxe 1x täglich, entweder mit Enoxaparin, nicht gewichtsadaptiert, 40 mg über 3 Monate nach Unfall und 20 mg über weitere 3 Monate oder mit Fraxiparin, gewichtsadaptiert, bis 6 Wochen nach Vollmobilisation (Positive Aussage belegt).
  • Schmerzbehandlung: Frühzeitiger Einsatz einer kombinierten Schmerztherapie sowohl bei muskuloskelettalen als auch neuropathischen Schmerzen zur Vermeidung eines chronischen Schmerzsyndroms (Positive Aussage belegt).
  • Methylprednisolon-Behandlungsschema: Die Methylprednisolon-Therapie ist wegen des unzureichenden Effekts und möglichen Nebenwirkungen (besonders pulmonal) in Frage gestellt. Deshalb wird sie nur bei isolierter Rückenmarkschädigung von ansonsten gesunden Patienten angewendet.

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Die akute traumatische und nicht-traumatische Querschnittlähmung erfordert initial eine intensivmedizinische Überwachung, da sie zu kardiovaskulären, pulmonalen und gastrointestinalen Komplikationen führen kann (A).
  • Bei isolierter traumatischer Rückenmarkschädigung Anwendung des Methylprednisolon-Behandlungsschemas (NASCIS-III-Schema, Bracken et al. 1997) innerhalb von 8 Stunden nach Trauma über 23 Stunden (B). Diese Therapie wird in Frage gestellt (Hulbert 2000, Short et al. 2000).
  • Frühzeitig kontrollierte Blasendrainage (meist über suprapubische Ableitung) (A).
  • Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularen Heparinen (A).
  • Bei zervikalen und hoch-thorakalen Läsionen Entwicklung einer Beatmungspflichtigkeit beachten. Gestörte sympathische Innervation und verstärkter Vagotonus führen zu Bradykardie.
  • Regelmäßige En-bloc-Drehung des Körpers (alle 2–3 Stunden) zur Vermeidung von druckbedingten Hautulzera und funktionelle Lagerung der Extremitäten zur Verminderung von Kontrakturen (A).

 

 

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008
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