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Leitlinien der DGN - Bildgebung bei Hirntumoren Drucken E-Mail
KAPITEL
Hirntumoren 
Bildgebung bei Hirntumoren
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Federführend
Prof. Dr. Monika
Warmuth-Metz,
Würzburg,
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Was gibt es Neues?

  • Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die Methode der ersten Wahl zur Beurteilung von Hirntumoren (A). Da sich die technischen Möglichkeiten durch besondere Sequenzen und durch die Einführung von Geräten mit hoher Feldstärke (3 T) in die klinische Routine vervielfältigt haben, wurde es erforderlich, Vor- und Nachteile technischer Neuerungen in der Diagnosestellung, zum Staging und in der Therapieevaluation von Hirntumoren zu überprüfen und einen Standard zu formulieren.
  • Zum Routine-Staging von Hirntumoren sollte auch die Abklärung einer meningealen Dissemination bei bestimmten Tumoren gehören (B).
  • Die postoperative Bestimmung eines Resttumors ist ein essenzieller Aspekt bei der Prognoseeinschätzung und der Beurteilung des Therapieansprechens geworden (A). Zur Definition eines postoperativen Resttumors ist der Vergleich mit präoperativen Bildern erforderlich. Zur Durchführung einer postoperativen Bildgebung ist die Berücksichtigung der strengen zeitlichen Vorgaben, nämlich innerhalb der ersten 3 Tage nach Operation, unabdingbar (A).
  • Der Nachweis der Evidenz einer klinischen Effektivität diagnostischer Verfahren ist sehr schwer zu führen und muss nach Fryback u. Thombury (1991) verschiedene Ebenen berücksichtigen:
    Machbarkeit der Untersuchung
    Reliabilität und Validität der Befundbeschreibung
    Sensitivität, Spezifität und prognostischer Wert des Befundes
    Wert des Befundes für die Diagnose
    Wert der Diagnose für die Therapie
    Wirksamkeit der Therapie
    Nachweis einer verbesserten Lebensqualität durch eine Therapie, die durch die bildgebende Diagnostik ermöglicht wurde
    Einfluss auf die Gesundheitskosten
    Da für die Diagnostik von Hirntumoren kontrollierte Studien zur klinischen Effektivität unterschiedlicher Bildgebungstechniken fehlen, beruhen die folgenden Empfehlungen überwiegend auf dem Konsensus neuroradiologischer Experten, die sich seit Jahrzehnten kritisch mit der Diagnostik und Verlaufskontrolle von Hirntumoren beschäftigen.

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

Staging-Untersuchungen

  • Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die Methode der ersten Wahl zur Beurteilung von zerebralen und spinalen Erkrankungen. Die Computertomographie (CT) bleibt als Methode im Notfall bei fehlender Zugänglichkeit eines MR-Tomographen oder bei Kontraindikationen gegen eine MRT wie das Tragen eines Herzschrittmachers oder von möglicherweise nicht MR-verträglichen Implantaten, wie einem Cochlear Implant oder ferromagnetischen Fremdkörpern, akzeptiert. Die CT ist besonders zur Beurteilung von Verkalkungen oder zur Beurteilung des Zellreichtums eines Tumors der MRT derzeit vorzuziehen (Barkovich 2000).
  • Da das Ansprechen eines Hirntumors auf eine Therapie derzeit über die Veränderung der Tumorgröße beurteilt wird (Therasse et al. 2000), muss die Bildgebung die Größe des Tumors in allen 3 Raumebenen vollständig darstellen.
  • Zur Risikoeinschätzung bei Tumorentitäten, die besonders häufig mit einer Meningeoseentwicklung einhergehen, wie Medulloblastome, supratentorielle primitive neuroektodermale Tumoren (stPNET), atypische teratoid-rhabdoide Tumoren (ATRT), Keimzelltumoren, Ependymome Grad III, Plexuskarzinome, bei kranieller Meningeosis neoplastica oder klinischen Symptomen einer medullären Raumforderung ist eine spinale MRT erforderlich, die den gesamten Liquorraum bis zur kaudalen Begrenzung des Duralsacks erfasst. Diese kann abweichend von den üblichen Empfehlungen für die spinalen MR-Untersuchungen wegen der ausschließlich auf den Ausschluss oder Nachweis einer Meningeose zentrierten Indikation als alleinige Post-Kontrast-T1-Untersuchung an eine kranielle MRT angeschlossen werden.

Resttumorbestimmung

  • Die Resttumorbestimmung muss innerhalb der ersten 72 Stunden nach Operation durchgeführt werden, da sonst unspezifische, operationsbedingte Schrankenstörungen einen Resttumor imitieren können (Jeffries et al. 1980, Cairncross et al. 1985, Forsting et al. 1993, Forsyth et al. 1997, Warmuth-Metz 2003). Da auch frühe operationsbedingte Schrankenstörungen durch intraoperative MR-Untersuchungen bekannt geworden sind (Knauth et al. 1999), sollte die früh postoperative MRT nicht unmittelbar nach der Operation erfolgen.

Verlaufsbeurteilung

  • Da der Vergleich der Tumorgröße und/oder der Menge an meningealen Tumormanifestationen wichtigster Bestandteil der Verlaufsbeurteilung ist, sollten die Folgeuntersuchungen hinsichtlich Geräte- und Sequenzwahl, Schichtdicke und Schichtorientierung möglichst identisch zu den Basisuntersuchungen durchgeführt werden.

 

 

 

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008
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