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Leitlinien der DGN - Gliome |
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KAPITEL Hirntumoren
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Gliome
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend Prof. Dr. M. Weller, Zürich,
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Leitlinien- Navigator
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Was gibt es Neues?
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Die RTOG-Studie 94–02 und die EORTC-Studie 26951 belegen im Vergleich zu alleiniger Strahlentherapie anaplastischer oligodendroglialer Tumoren eine Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit, nicht jedoch der Gesamtüberlebenszeit, wenn zusätzlich zur Strahlentherapie in der Primärtherapie die PCV-Chemotherapie eingesetzt wird (Cairncross et al. 2006, Van den Bent et al. 2006). In beiden Studien war die mediane Überlebenszeit bei Verlust genetischen Materials auf den Chromosomen 1 p und 19q deutlich höher als bei Fehlen dieses Verlusts (Cairncross et al. 2006, Van den Bent et al. 2006).
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Die fluoreszenzgestützte Operation maligner Gliome verbessert die Rate kompletter Resektionen und erhöht die Rate der Progressionsfreiheit nach 6 Monaten (Stummer et al. 2006).
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Die Strahlentherapie ist der alleinigen supportiven Therapie bei älteren Patienten mit malignen Astrozytomen überlegen (Keime-Guibert et al. 2007).
Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick
Allgemein
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Früherkennung und Prävention besitzen bei Gliomen keinen relevanten Stellenwert ( , B).
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Bei hereditären Tumorsyndromen sollte eine humangenetische Beratung erfolgen und ggf. eine molekulargenetische Diagnostik empfohlen werden (B).
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Diagnostische Methode der Wahl bei Verdacht auf ein Gliom ist die MRT ohne und mit Kontrastmittel (A).
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Vor allem bei der ersten MRT- oder CT-Verlaufskontrolle nach der Strahlentherapie muss bei Vergrößerung der Raumforderung eine Pseudoprogression differenzialdiagnostisch in Betracht gezogen werden ( , B).
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Nur in sehr seltenen Ausnahmen sollte auf die histologische Diagnosesicherung verzichtet werden (A).
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Histologische Diagnosen sollten sich an der aktuellen WHO-Klassifikation orientieren (A).
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Molekulare Marker sollten außerhalb klinischer Studien (noch) nicht zur Entscheidung über Strahlen- und Chemotherapie herangezogen werden (B).
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Die Vermeidung neuer permanenter neurologischer Defizite hat bei der Operationsplanung Vorrang gegenüber der operativen Radikalität (B).
Grad-II-Tumoren
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Bioptisch/operativ gesicherte diffuse Astrozytome (WHO-Grad II), die klinisch bis auf zerebralorganische Anfälle asymptomatisch sind, können insbesondere bei jüngeren Patienten < 40 Jahre beobachtet werden ( , C).
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Klinisch symptomatische, radiologisch zirkumskripte WHO-Grad-II-Astrozytome an operativ gut zugänglicher Stelle sollten mikrochirurgisch reseziert werden ( , C).
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Klinisch symptomatische oder progrediente WHO-Grad-II-Astrozytome werden bestrahlt, wenn chirurgische Optionen mit einem hohen Risiko neurologischer Morbidität verbunden sind ( , B).
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Im Rezidiv eines WHO-Grad-II-Astrozytoms sollte die Reoperation erwogen und in der Regel (falls noch nicht erfolgt) die Strahlentherapie angeschlossen werden ( , B).
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Im Rezidiv eines WHO-Grad-II-Astrozytoms nach Strahlentherapie soll auf individueller Basis die Indikation zur Chemotherapie geprüft werden ( , B).
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Oligoastrozytome des WHO-Grads II werden analog zu den Strategien bei Oligodendrogliomen des WHO-Grads II behandelt ( , C).
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Sollte bei oligodendroglialen Tumoren des WHO-Grads II eine über operative Maßnahmen hinausgehende Therapie indiziert sein, so sind Chemotherapie (am ehesten PCV-Schema oder Temozolomid) und Strahlentherapie vermutlich als ähnlich wirksam einzuschätzen ( , C).
Grad-III-Tumoren
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Standardtherapie des anaplastischen Astrozytoms sind Resektion oder Biopsie, gefolgt von der Strahlentherapie der erweiterten Tumorregion ( , A).
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Chemotherapie ist beim anaplastischen Astrozytom wirksam, aber der optimale Zeitpunkt der Chemotherapie ist ungewiss (Primärtherapie oder Rezidivtherapie) ( , B).
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Anaplastische Oligoastrozytome des WHO-Grads III werden analog zu den Strategien bei anaplastischen Oligodendrogliomen des WHO-Grads III behandelt ( , C).
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Standardtherapie der anaplastischen oligodendroglialen Tumoren bleibt die alleinige Strahlentherapie, wenngleich die primäre Chemotherapie, am ehesten nach dem PCV-Schema oder mit Temozolomid, vermutlich ähnlich wirksam ist. Die primäre Kombination von Strahlentherapie und Chemotherapie ist nicht indiziert ( , C).
Glioblastom
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Standardtherapie des Glioblastoms sind Resektion (wenn möglich) oder Biopsie, gefolgt von der Strahlentherapie der erweiterten Tumorregion und der begleitenden sowie erhaltenden (adjuvanten) Chemotherapie mit Temozolomid mit 6 Zyklen ( , A).
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Im Rezidiv sollte auf individueller Basis die Indikation zu Reoperation, Chemotherapie oder erneuter Strahlentherapie geprüft werden ( , B).
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008 > direkt bei Amazon.de bestellen
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