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Leitlinien der DGN - Narkolepsie Drucken E-Mail
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Schlafstörungen
Narkolepsie
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Federführend
Prof. Dr. Christian Gerloff,
Hamburg,
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Vorwort 4. Auflage
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Was gibt es Neues?

  • Der Wirkstoff Modafinil unterliegt nicht mehr dem BtMG (21. BtMÄndV vom 01. 03. 2008).
  • Natrium-OxybatBtMG (Gamma-Hydroxybuttersäure, GHB) ist europaweit für die Therapie der Narkolepsie mit Kataplexie bei erwachsenen Patienten zugelassen. Die Zulassung wurde Anfang 2007 auf die Behandlung aller Kernsymptome (exzessive Tagesschläfrigkeit, Kataplexie und fragmentierter Nachtschlaf) erweitert (Black u. Houghton 2006) (B).
  • Die Kombination von Natrium-OxybatBtMG und Modafinil zeigt additive therapeutische Effekte bezüglich Tagesschläfrigkeit (im Vergleich zur Monotherapie mit Modafinil oder Natrium-OxybatBtMG), ist aber erwartungsgemäß mit einer etwas höheren Inzidenz von Nebenwirkungen behaftet im Vergleich zur Monotherapie (Tremor, Parästhesien) (Black u. Houghton 2006) (B).
  • Intravenöse Immunglobuline (IVIG) hatten in Einzelfällen einen anhaltend günstigen Effekt auf Kataplexien und/oder Schläfrigkeit, wenn sie in der Frühphase der Erkrankung gegeben wurden. (Lecendreux et al. 2003, Dauvilliers et al. 2004, Dauvilliers 2006, Zuberi et al. 2004). Die Effekte waren uneinheitlich und müssen in einer prospektiven Studie evaluiert werden (C).
  • Die Lebensqualität von Patienten mit Narkolepsie ist messbar eingeschränkt (SF-36, EQ-5 D). 43% einer Stichprobe von 75 Patienten mit Narkolepsie waren arbeitslos und führten die Arbeitslosigkeit auf die Erkrankung zurück (Dodel et al. 2007).


Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Modafinil (200–400 mg/d, in Einzelfällen bei residueller exzessiver Schläfrigkeit bis 600 mg/d) ist wirksam in der Therapie der Tagesschläfrigkeit (A).
  • Als Alternative zu Modafinil kommt MethylphenidatBtMG (B) in Frage. Die Umstellung von MethylphenidatBtMG auf Modafinil ist bei 95% der Patienten problemlos möglich (B).
  • Kataplexien, Schlaflähmungen, hypnagoge Halluzinationen können mit Antidepressiva behandelt werden. Empfohlen werden Clomipramin 10–150 mg/d (B), Venlafaxin 37,5–300 mg/d (B), Fluoxetin 20–60 mg/d (B), Reboxetin 4–12 mg/d (B), Citalopram 20–40 mg/d (C). Die Stärke der Kataplexie-Suppression ist abhängig von der noradrenergen Wiederaufnahmehemmung (B). Clomipramin ist erfahrungsgemäß besonders potent in der Suppression der Kataplexien, seine Anwendung ist jedoch durch das häufigere Auftreten von Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Obstipation, Seh-/Akkommodationsstörungen, Benommenheit, Unruhe, Appetitsteigerung, Störungen der Libido/Potenz oder orthostatischer Dysregulation limitiert (B).
  • Natrium-OxybatBtMG ist wirksam in der Therapie von Kataplexie, fragmentiertem Nachtschlaf und exzessiver Tagesschläfrigkeit. Natrium-OxybatBtMG hat den Vorteil, keinen Rebound von Kataplexien zu verursachen (A). Bei Patienten, bei denen eine schwere Kataplexie zusätzlich zur Tagesschläfrigkeit vorliegt oder bei denen Kataplexie, fragmentierter Nachtschlaf und exzessive Tagesschläfrigkeit äquivalent vorhanden sind, kann Natrium-OxybatBtMG als Medikament der ersten Wahl (z. B. vor Modafinil) auch für das Zielsymptom Tagesschläfrigkeit eingesetzt werden.
  • Verhaltensmodifizierende Maßnahmen wie individuell angepasste Tagschlafepisoden können bei einigen Patienten mit oder ohne Medikamente hilfreich sein, werden aber nicht generell empfohlen, sondern nur bei residueller Tagesschläfrigkeit (B).

 

Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie"
     
Leitlinien Cover.jpg  

Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008,
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