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Leitlinien der DGN - Insomnie |
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KAPITEL Schlafstörungen
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Insomnie
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Mehr zu dieser Leitlinie
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Federführend Prof. Dr. Geert Mayer, Schwalmstadt-Treysa,
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Leitlinien- Navigator
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Was gibt es Neues?
- Morphometrische MRT-Untersuchungen bei Patienten mit chronischer primärer Insomnie zeigen in einer Pilotstudie bilateral reduzierte hippokampale Volumina.
- Verhaltensmedizinische Maßnahmen sind auch bei Insomnien infolge körperlicher und neurologischer Störungen Therapie der ersten Wahl.
- Die sechsmonatige Gabe des Benzodiazepinrezeptor-Agonisten Eszopiclon zeigte im Vergleich zu Plazebo eine anhaltende Wirkung auf den Schlaf insomnischer Patienten ohne Anzeichen eines Wirkverlusts bzw. einer Toleranzentwicklung.
- Ramelteon, ein in den USA zur Behandlung der Insomnie zugelassener hochselektiver MT1/MT2-Rezeptor-Agonist, verkürzt die Einschlaflatenz und verlängert die Gesamtschlafzeit polysomnographisch und nach Schlaftagebuchparametern signifikant. Die Nebenwirkungsrate scheint gering zu sein.
- Das retardierte Melatonin Circadin wurde 2007 zur Behandlung der primären Insomnie bei über 55-Jährigen zugelassen.
- Melatonin zeigt einen marginalen Effekt in Form einer Verkürzung der Einschlaflatenz.
- Bei langjähriger stabiler Einnahme und Effektivität von Benzodiazepinen und Benzodiazepinrezeptor-Agonisten ohne Dosiserhöhung kann die Medikation weiterverordnet werden (Expertenmeinung).
- Benzodiazepinrezeptor-Agonisten sind den herkömmlichen Benzodiazepinen bezüglich ihrer Wirkung nicht überlegen.
- Bei älteren Patienten (> 60 Jahre) überwiegen die Nebenwirkungen der Benzodiazepinrezeptor-Agonisten (Stürze, kognitive Einschränkungen, Tagesschläfrigkeit, erhöhte Unfallneigung) deren Effekt.
- Baldrianpräparate sind im Vergleich zu Plazebo therapeutisch nicht effektiv.
- Bei der medikamentösen Behandlung der Insomnien muss die erwartete Wirkung auf die Schlafqualität die durch Nebenwirkungen bedingten Einschränkungen überwiegen.
- Insomnien sind häufig Vorzeichen von Depressionen und Angststörungen.
- Langjährige Insomnien gehen mit einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, anderen chronischen Erkrankungen und erhöhter Mortalität einher.
Die wichtigsten Empfehlungenauf einen Blick
- Bei primären und sekundären Insomnien besteht Behandlungsbedürftigkeit nur dann, wenn außer dem gestörten Nachtschlaf die Tagesbefindlichkeit beeinträchtigt ist.
- Die Therapie der Insomnie richtet sich nach der zugrunde liegenden körperlichen, neurologischen oder psychiatrischen Erkrankung bzw. danach, ob es sich um eine primäre Insomnie handelt.
- Schlafinduzierende Substanzen sollten nur vorübergehend eingesetzt werden. Die Wirkung der Benzodiazepine und Benzodiazepinrezeptor-Agonisten für kurze Behandlungszeiten von bis zu 4 Wochen ist gut belegt (A), allerdings fehlen bis auf 3 Ausnahmen Langzeitstudien (Ergebnisse für Ramelteon zurzeit nur als Abstrakt). Seit etwa 1990 ist die Verschreibung von Benzodiazepinen deutlich zurückgegangen, während die Verordnung von Antidepressiva, niederpotenten Neuroleptika und pflanzlichen Präparaten deutlich zugenommen hat. Die Wirkung von Antidepressiva ist als gut einzustufen (B), wenngleich es dazu keine Metaanalysen und Langzeitstudien gibt. Die wenigen vorliegenden Studien sind außer durch Schlaftagebücher durch polysomnographische Daten belegt. Antidepressiva weisen eine etwa gleich hohe Effektivität auf wie die Benzodiazepinrezeptor-Agonisten, sind aber mit deutlich mehr Nebenwirkungen behaftet. Für Neuroleptika liegen keine ausreichend gut fundierten Studien vor (C).
- Vor Einleitung einer medikamentösen Therapie sollten immer verhaltensmedizinische Strategien (z. B. Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion, helles Licht am Tag, körperliche Aktivität in ausreichendem Abstand zum gewünschten Nachtschlaf etc.) erprobt werden, deren Kurz- und Langzeitwirkung effektiv sind, gegebenenfalls in Kombination mit schlafinduzierenden Substanzen (A). Die Kombination ist den allein angewendeten verhaltensmedizinischen Maßnahmen nicht überlegen. Es scheint kein additiver Effekt zu bestehen, wobei unklar ist, ob die medikamentöse Therapie die Bereitschaft zu verhaltensmedizinischen Maßnahmen einschränkt.
- Bei primären Insomnien sind die verhaltenstherapeutischen Strategien in der Kurzzeitwirkung den Benzodiazepinen überlegen (A). In Schlaftagebücheraufzeichnungen zeigen sie für die Schlaflatenz, die Wachdauer während der Schlafphase und die Schlafqualität bessere Effekte als Pharmakotherapien (A). In der Langzeitwirkung sind sie ebenfalls effektiv, wobei keine Vergleichsdaten mit Benzodiazepinen vorliegen. Die vehaltensmedizinischen Maßnahmen sind auch bei sekundären Insomnien vorrangig einzusetzen.
| Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie" |
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Aus: H. C. Diener, N. Putzki: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie", Georg Thieme Verlag, 4. überarb. Auflage 2008, > direkt bei Amazon.de bestellen
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