Erster Bluttest für Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung

3. Januar 2017 – Ein internationales Team unter Beteiligung von Forschern der Neurologischen Universitätsklinik Ulm hat den ersten Bluttest für die Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung entwickelt. Er könne die Krankheit sensitiv und spezifisch diagnostizieren und ihren Ausbruch in einem gewissen Rahmen vorhersagen, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und mit EU-Forschungsgeldern unterstützte Studie belegt, dass der Bluttest den etablierten Verfahren mindestens ebenbürtig ist. Bisher war die Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung nur anhand klinischer Symptome in Kombination mit Bildgebung, EEG-Befund und positivem Liquor-Nachweis diagnostizierbar. Der neue Test misst hirnspezifische Neurofilamente im Blut, die bereits kurz vor dem Ausbruch der Erkrankung nachweisbar sind.

„Diese frühzeitigen Hinweise werden zunehmend wichtiger, da es erste Ansätze für eine ursächliche Therapie gibt“, sagt Professor Markus Otto, Leiter der Arbeitsgruppe Neurochemistry and Neurodegeneration in Ulm. Darüber hinaus könnte der Bluttest die Diagnostik der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) verbessern. Denn auch bei dieser Erkrankung seien frühzeitig Neurofilamente im Blut nachweisbar, erklärt Otto.

Größere Studien sollen die Zuverlässigkeit des Verfahrens in naher Zukunft überprüfen, berichten die Ulmer Neurologen. Sie sind zuversichtlich, dass der Test bald in der Klinik eingesetzt werden kann – vor allem zur Differentialdiagnostik und zur Verlaufskontrolle in klinischen Studien.

Zur Originalarbeit in Scientific Reports

Zur Pressemeldung der Universität Ulm