Fernsehdokumentation erklärt Hirntoddiagnostik

20. Januar 2017 – Wie lebendig oder tot ist ein Mensch, der beatmet wird und dessen Herz schlägt? Wie suchen Ärzte nach Lebenszeichen des Gehirns? Der Wissenschaftsjournalist Dr. med. Patrick Hünerfeld hat für eine ARD-Fernsehdokumentation über Organspende erstmals Neurologen bei der Diagnostik des „Hirntods“, im Fachjargon irreversibler Hirnfunktionsausfall, mit der Kamera begleitet.

Der Film, ausgestrahlt in der ARD-Reihe „Die Story im Ersten“ am 23. Januar 2017 um 22.45 Uhr, beleuchtet alle Aspekte der Organspende. Von der Einlieferung eines Sterbenden ins Krankenhaus über die Hirntoddiagnostik und Entnahme der Organe bis zum Umgang mit dem Leichnam. Genauso zeigt er das Warten auf ein lebensrettendes Organ, die riskante Transplantation bis zum Leben mit dem neuen Organ. Hünerfeld, der 2012 mit dem Deutschen Journalistenpreis Neurologie prämiert wurde, hat für die SWR-Produktion viele Wochen auf verschiedenen Intensivstationen gedreht, unter anderem am Universitätsklinikum Freiburg.

Die Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls wird nicht nur im Rahmen von Organtransplantationen vorgenommen, die Feststellung des Hirntods ist aber Voraussetzung für eine Organentnahme. Experten sprechen von „einer der sichersten Diagnostiken“, Laien befürchten aber mögliche Fehler. Die Dokumentation klärt auf einzigartige Weise auf, erläutert das Konzept des Hirntodes laienverständlich und zeigt detailliert, wie die Neurologen Dr. med. Wolf-Dirk Niesen, Mitglied der Kommission „Irreversibler Hirnfunktionsausfall“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Prof. Dr. med. Jürgen Bardutzky den irreversiblen Hirnfunktionsausfall feststellen. Seit Sommer 2015 sieht die Richtlinie der Bundesärztekammer vor, dass einer der beiden unabhängig voneinander diagnostizierenden Ärzte, die den Hirntod feststellen, ein Facharzt entweder für Neurologie oder für Neurochirurgie sein muss.

Fernsehdokumentation „Die Story im Ersten: Organspende – zwischen Tod und Hoffnung“ , 23. Januar 2017, 22.45 Uhr im Ersten