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Dresdner gründen Netzwerk „Hirntumore“ für Translationale Forschung Drucken E-Mail
UCC Dresden

(09. Juni 2010) Zu einem fachübergreifenden Netzwerk „Hirntumore“ haben sich Forscher und Ärzte des Universitätsklinikums Dresden und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus zusammengeschlossen. Unter dem Dach des Universitäts KrebsCentrums Dresden (UCC) werden alle aktuellen Forschungsprojekte gebündelt, um künftig mit neuen Ergebnissen Patienten noch schneller helfen zu können.

„Unser Ziel ist es auf dem Gebiet der Hirntumore das Wissen und Know-how der Forscher und Kliniker über die Fachdisziplinen hinweg zu vernetzen“, erklärt Professor Evelin Schröck, Sprecherin des Dresdner Netzwerks „Hirntumore“ und Direktorin des Instituts für Klinische Genetik der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus. „Translationale Forschungsprojekte werden nun verstärkt und zielgerichteter gemeinsam durchgeführt, um aktuelle Ergebnisse möglichst schnell in die Patientenversorgung integrieren zu können.“

Wissenschaftler und Ärzte der Forschungsgruppen nehmen regelmäßig an den klinischen Tumorboards teil, den so genannten onkologischen Ärztekonferenzen des Universitäts KrebsCentrums. Neue Biomarker werden verstärkt in die Diagnostik einbezogen und für klinische Therapiestudien genutzt. Sie erlauben eine immer gezieltere Therapie, da Biomarker Rückschlüsse auf die Schwachstellen eines Tumors liefern. So wird nicht nur der therapeutische Erfolg gesteigert, sondern auch der Patient vor belastenden und für ihn unwirksamen Behandlungen verschont.

Aufbau einer Hirntumor-Bio-Datenbank


Der Aufbau einer Hirntumor-Bio-Datenbank in Verbindung mit dem UCC-Tumorregister zählt ebenfalls zu den Aufgaben des Netzwerks. Damit wird es möglich, Ergebnisse aus Diagnostik und Forschung einfacher mit dem Verlauf der Erkrankung zu vergleichen. Leistungsfähige Technologien wie das „Next Generation Sequencing“ werden genutzt, um zukünftig eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Therapie entwickeln und einsetzen zu können. Erste Projekte zwischen Mitgliedern des Netzwerks laufen bereits, wie die Identifizierung von Genen als Therapieziel oder die umfassende genetische Analyse aller operierten Hirntumore.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 8.000 Menschen an einem primären Hirntumor, 6.000 davon sind bösartig. Bei über 50.000 Betroffenen anderer Krebsentitäten werden Hirnmetastasen diagnostiziert. Bei Kindern sind die Tumoren des Nervensystems die zweithäufigste Krebserkrankung und die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Heilungschancen für Patienten mit dieser Diagnose haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert.


Das Dresdner UCC-Netzwerk „Hirntumore“ wurde gegründet von Vertretern des
  • Instituts für Klinische Genetik, der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
  • Bereichs Neuropathologie des Instituts für Pathologie
  • Zentrums für Innovationskompetenz für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie – OncoRay
  • Instituts für Immunologie, der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
  • Instituts und der Poliklinik für Radiologische Diagnostik der Abteilung für Neuroradiologie

Darüber hinaus beteiligen sich an dem Netzwerk
:
  • die Klinik und Poliklinik für Neurologie
  • die Medizinische Klinik I
  • die Arbeitsgruppe Tumorepidemiologie des Universitäts KrebsCentrums (UCC)
  • das Institut für Medizinische Informatik und Biometrie
  • die Arbeitsgruppe Chirurgische Forschung der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax und Gefäßchirurgie

Kontakt
Prof. Dr. med. Evelin Schröck
Sprecherin des UCC-Netzwerks „Hirntumore“ und
Direktorin des Instituts für Klinische Genetik
Tel. (0351) 458-5136
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Pressekontakt
Birte Urban-Eicheler
Pressesprecherin
Universitäts KrebsCentrum (UCC) Tel. (0351) 458-7443
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Das Universitäts KrebsCentrum Dresden (UCC) ist bundesweit eines von elf „Onkologischen Spitzenzentren“ der Deutschen Krebshilfe e.V. Diese Auszeichnung erhielt das UCC 2007 nach einer internationalen Begutachtung als eines der ersten Spitzenzentren in Deutschland. Das Universitäts KrebsCentrum Dresden wurde 2003 gemeinsam vom Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus als Comprehensive Cancer Center für umfassende interdisziplinäre Versorgung krebskranker Patienten, Krebsforschung und Lehre gegründet. Seit 2004 ist das UCC nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Im Universitäts KrebsCentrum Dresden arbeiten in sämtlichen onkologischen Disziplinen hoch spezialisierte Fachärzte zusammen, um für die einzelnen Patienten eine individuell abgestimmte, optimale multidisziplinäre Therapie zu erzielen. Viele Spezialisten sind nicht nur erfahrene Ärzte, sondern darüber hinaus als Hochschullehrer und Krebsforscher tätig. Damit ist sichergestellt, dass der modernste Wissensstand bei jedem Schritt von der Diagnostik bis zur Behandlung berücksichtigt wird. Am Universitäts KrebsCentrum hat das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg im März 2010 eine Dresdner Außenstelle des Krebsinformationsdienstes (KID) eingerichtet, die Fragen von Patienten, Angehörigen und Ärzten in den neuen Bundesländern zum Thema Krebs unabhängig, kostenlos und fachlich fundiert beantwortet.