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S1-Leitlinie „Tetanus“ überarbeitet
Auf der Website der DGN ist die nach fünf Jahren unter Federführung von PD Dr. Bettina Pfausler, Innsbruck (Österreich), aktualisierte S1-Leitlinie „Tetanus“ (AWMF-Registernummer 030 /104) verfügbar. An der Leitlinienarbeit waren entsprechend des "Botulismus"-Komitees außerdem beteiligt: Dr. Kirn Kessler, Grevenbroich; Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé, Frankfurt a.M.; Prof. Dr. Kai Rösler, Bern (Schweiz).

Neu in die Leitlinie aufgenommen wurde die Erkenntnis, dass die zusätzliche intrathekale Applikation von humanem Tetanus-Immunglobulin (hTIG) möglicherweise zu einer besseren Kontrolle der Spasmen und zu einem kürzeren Krankenhausaufenthalt führt. Metronidazol ist der Therapie mit Penicillin G vorzuziehen, da Penicillin als zentral wirksamer GABA-Antagonist die Muskelspasmen verstärken kann. Zur Behandlung der Spasmen sind Benzodiazepine intravenös gut geeignet, auch die kontinuierliche intravenöse Infusion von Midazolam ist effektiv. Diazepam und Lorazepam müssen oft in sehr hohen Tagesdosen gegeben werden. Magnesium i.v. stabilisiert die vegetativen Begleitsymptome und reduziert die Dosis von Benzodiazepinen und Muskelrelaxantien zur Spasmuskontrolle. Dexmedetomidin i.v. führt möglicherweise zu einer Einsparung von Sedativen und Muskelrelaxanzien. Die intrathekale Applikation von Baclofen wurde in Einzelfallberichten als wirksame Therapie zur Behandlung der Spasmen genannt. Die Behandlung fokaler Spasmen mit Botulinum-Toxin A ist in Einzelfällen beschrieben. Die Identifizierung und Sanierung der Eintrittspforte ist umgehend anzustreben.

Zeitgleich erfolgen die Neutralisierung des zirkulierenden Toxins und die Immunisierung. Neben der bisher empfohlenen Einmalgabe von 500–3000 I.E. hTIG i.m. ist eine zusätzliche intrathekale Applikation von hTIG bei schwerem Verlauf möglich. Die supportive/symptomatische Therapie umfasst die intravenöse Applikation von Benzodiazepinen (Diazepam oder Midazolam und Dexmedetomidin) und Magnesium. Die intrathekale Applikation von Baclofen und die lokale Botulinum-Toxin-A-Gabe ist zur Spasmuskontrolle möglich.

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