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Überarbeitete DGN-Leitlinie „Zervikale Radikulopathie“ vermittelt aktuellen Wissensstand zur Therapie

13. Dezember 2017 – Die Leitlinie „Zervikale Radikulopathie“ (AWMF-Registriernummer 030/082), herausgegeben durch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), wurde unter Federführung von Prof. Dr. habil. Marcus Pohl von einer S1-Leitlinie zu einer S2k-Leitlinie weiterentwickelt und auf www.dgn.org veröffentlicht.

Die zervikale Radikulopathie (ZR) kommt in vielen Bereichen der Medizin vor und erfordert einen interdisziplinären Behandlungsansatz. Obwohl das Leitsymptom der Schmerz ist, weist das Krankheitsbild einige neurologische Besonderheiten auf, denen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in einer eigenen Leitlinie Rechnung trägt.

Die Leitlinie geht auf die unterschiedlichen Vorgehensweisen in Bezug auf primär konservative und operative Therapieregime ein. Sie richtet sich an Hausärzte, spezialisierte Ärzte in der Niederlassung, Ärzte in Krankenhäusern aus allen konservativen und speziellen chirurgischen Fächern, in der Rehabilitationsmedizin tätige Ärzte und Funktionstherapeuten (besonders Physiotherapie und Ergotherapie).

Was ist neu? Die Leitlinie bezieht sich ausschließlich auf die degenerativ bedingten zervikalen Radikulopathien. Die Datenlage zur Frage des optimalen Vorgehens bei zervikaler Radikulopathie ist sehr heterogen. Für eine in aller Regel primär konservative Therapie besteht starker Konsens bei den beteiligten Fachgesellschaften. Die Anwendung von Physiotherapie in Kombination von manueller Therapie und Bewegungsübungen sowie bestimmte operative Verfahren sind dagegen evidenzbasiert.

Aktuell empfiehlt die Kommission, die auf der Anamnese und der neurologischen Untersuchung basierende Diagnose einer zervikalen Radikulopathie durch eine bildgebende Methode (vorzugsweise MRT unter Beachtung der Kontraindikationen) zu bestätigen. Bei Fehlen behindernder Ausfälle soll das Vorgehen primär konservativ (nicht operativ) und bei rasch progredienten Paresen primär operativ sein. Physiotherapie in Kombination von manueller Therapie und Bewegungsübungen soll bei der durch einen Bandscheibenprolaps bedingten ZR frühzeitig Anwendung finden. Schmerzen sollen frühzeitig und ausreichend analgetisch mit behandelt werden. Dabei sollen neben klassischen Analgetika gegen neuropathische Schmerzen wirksame Substanzen eingesetzt werden. Eine Operation sollte bei therapierefraktärem, relevantem und zur Radikulopathie anatomisch korrekt passendem Schmerzsyndrom nach Ausschöpfung der konservativen Maßnahmen – wenn möglich – spätestens sechs Monate nach Symptombeginn dem Patienten empfohlen werden. Bei lateralen und intraforaminalen Bandscheibenvorfällen können als Operationsverfahren eine ACDF („anterior cervical discectomy with fusion“) oder eine PCF („posterior cervical foraminotomy“) durchgeführt werden. Das bevorzugte Verfahren ist hier im Einzelfall zu wählen. Bei medianen und paramedianen Bandscheibenvorfällen soll der ventrale Zugang gewählt werden. Dabei kommt neben der ACDF der Bandscheibenersatz mit Prothese in Frage.

Zur Leitlinie "Zervikale Radikulopathie"

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