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Aktualisierte S2k-Leitlinie „Lumbale Radikulopathie“ online verfügbar

5. April 2018 – Auf der Website der DGN ist die nach 5 Jahren aktualisierte S2k-Leitlinie „Lumbale Radikulopathie“ verfügbar (AWMF-Registernummer 030/058). Koordiniert wurde die Leitlinienarbeit von Prof. Dr. Franz Xaver Glocker. Neu gewonnene Erkenntnisse sowie die Verbesserung und Vereinheitlichung der Versorgung über die Fachgrenzen hinaus machten es nötig, die Leitlinie zu überarbeiten.

Diese richtet sich an Neurologen, Neurochirurgen, operative und konservative Orthopäden, Rehabilitationsmediziner, Physiotherapeuten und an erwachsene Patienten mit akuten Rückenschmerzen/Beinschmerzen oder Lumboischialgie in Folge einer Reizung/Schädigung lumbaler Nerven.

Rückenschmerzen stellen nach Kopfschmerzen das häufigste Schmerzsyndrom dar. Die überwiegende Mehrheit der Patienten leidet an sog. unspezifischen Rückenschmerzen. Diese sind nicht Gegenstand der aktualisierten Leitlinie, die sich mit dem spezifischen Rückenschmerz in Folge einer lumbalen Nervenwurzelschädigung auseinandersetzt.

Die überarbeitete Leitlinie gibt Schlüsselempfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Erkrankungen, die mit spezifischen Kreuzschmerzen und Beinschmerzen in Folge einer lumbalen Nervenwurzelschädigung einhergehen, und vereinfacht die Abstimmung und Koordination der beteiligten ärztlichen Fachdisziplinen. Die Leitlinie definiert Schlüsselstellen der Behandlung und zeigt das jeweilige Vorgehen der Wahl auf. Außerdem werden Besonderheiten des deutschen Gesundheitswesens identifiziert und die Empfehlungen abweichend von der internationalen Literatur begründet.

Trotz umfassender Studienlage ist bislang ungeklärt, welche die beste operative Therapie bei lumbaler Spinalkanalstenose mit und ohne Spondylolisthesis Grad 1 ist. Widersprüchlich sind die Ergebnisse hinsichtlich eines zusätzlichen Nutzens einer gleichzeitigen Spondylodese zur Dekompressionsoperation. Ob eine chirurgische oder konservative Therapie bei der lumbalen Spinalkanalstenose überlegen ist, lässt sich anhand der vorliegenden Studien weiterhin nicht beurteilen. Auffällig ist jedoch, dass in Europa und in den USA zunehmend häufiger operiert wird.

Die aktualisierte Leitlinie empfiehlt Bettruhe, allerdings nur in der Akutphase, solange eine Mobilisierung wegen der Schmerzen nicht möglich ist, ansonsten frühe Mobilisierung und leichte bis mäßige Belastung.

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