loading...

16. Juli 2018 – Die Leitlinie „Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln (Medication Overuse Headache = MOH)“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) steht nach fünf Jahren in einer aktualisierten Neufassung zur Verfügung. Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Essen, PD Dr. Charly Gaul, Königstein, und Prof. Dr. Peter Kropp, Rostock, haben die Leitlinienarbeit koordiniert.

Die häufige oder regelmäßige Einnahme von Schmerz- oder Migränemitteln kann zu einer Zunahme der Kopfschmerzhäufigkeit und zum Übergang von episodischen zu chronischen Kopfschmerzen führen. Die Leitlinie nennt erstmals konkrete Zahlen zur Prävalenz: In Deutschland sind 0,7–1 Prozent der Bevölkerung, also mindestens eine halbe Million Menschen, von Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch betroffen. Evidenzbasierte Empfehlungen zur Therapie und Prävention sind daher von großer Bedeutung für Kopfschmerzspezialisten, Neurologen, Schmerztherapeuten, Schmerzpsychologen, Hausärzte und Apotheker.

Neu ist die Empfehlung für ein dreistufiges Vorgehen bei der Therapie. Die erste Maßnahme sollte stets in der Schulung und Beratung von Patienten liegen, mit dem Ziel, die Einnahme von Akutmedikamenten zu reduzieren. Als zweiten Schritt empfiehlt die Leitlinie eine medikamentöse Prophylaxe der zugrundeliegenden Kopfschmerzerkrankung. Wirkt diese Therapie nicht, sollte als dritter Schritt eine Medikamentenpause angestrebt werden. Dieser „Entzug“ kann je nach Konstellation ambulant, tagesklinisch oder stationär durchgeführt werden.

Aus der Anfang 2018 veröffentlichten neuen Klassifikation der Kopfschmerzen durch die International Headache Society (IHS) ist eine genauere Spezifikation auslösender Medikamente in die Leitlinie eingeflossen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören weibliches Geschlecht, Depressionen, Angsterkrankungen oder andere chronische Schmerzen, wie z.B. Rückenschmerzen.

Zur Leitlinie "Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln"

Wir nutzen Cookies, um die Zugriffe auf unserer Webseite zu analysieren. Sie können dem jederzeit widersprechen. Weitere Hinweise und die Möglichkeit zum Opt-out finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Datenschutzerklärung Verstanden