Kapitel: Vaskuläre Erkrankungen

Diagnostik akuter zerebrovaskulärer Erkrankungen

Entwicklungsstufe: S1
Stand: 31. Dezember 2016
Gültig bis: 30. Dezember 2021
AWMF-Registernummer: 030/117
Federführend
Prof. Dr. Michael G. Hennerici

Prof. Dr. Rolf Kern


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Clinical Pathway

Zitierhinweis:
Hennerici M. G., Kern R. et al. S1-Leitlinie Diagnostik akuter zerebrovaskulärer Erkrankungen. 2017. In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Hrsg. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am TT.MM.JJJJ)

Inhaltsverzeichnis

Was gibt es Neues?

  • Bei akutem Hirninfarkt und klinischem Verdacht auf einen proximalen intrakraniellen Gefäßprozess (z.B. NIHSS Score ≥ 6) sollte zusätzlich zur nativen CT eine Gefäßdarstellung erfolgen (bevorzugt CTA), um die Indikationsstellung für eine endovaskuläre Therapie zu ermöglichen. In besonderen Entscheidungssituationen ist die Abschätzung des irreversibel geschädigten Infarktkerns z.B. mittels ASPECTS im Nativ-CT, die Analyse der Quelldaten der CTA oder eine ergänzende CT-Perfusion zur Patientenselektion der endovaskulären Therapie hilfreich.
  • Im Rahmen der Ätiologiediagnostik zerebraler Ischämien ist als Basisdiagnostik zur Erfassung eines klinisch asymptomatischen paroxysmalen Vorhofflimmerns ein 12-Kanal-EKG und ein mindestens 24-stündiges EKG-Monitoring erforderlich. Eine erweiterte Rhythmusdetektion in der stationären oder poststationären Phase nach einem ischämischen Schlaganfall sollte in Betracht gezogen werden, wenn in der zerebralen Bildgebung mittels cCT oder MRT ein mutmaßlich embolisch bedingter Hirninfarkt nachgewiesen wurde und die zuvor erfolgte gründliche Ätiologiediagnostik keinen Nachweis eine kardialen oder arterio-arteriellen Emboliequelle erbracht hat.

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Eine gezielte Anamnese und die rasche körperliche Untersuchung sind Grundlagen der Behandlung akuter Schlaganfälle. Schon während der Prähospitalphase dient die Erfassung der klinischen Basisinformation durch das Rettungsdienstpersonal und die unmittelbare Weitergabe dieser Befunde nach Eintreffen im Krankenhaus an einen in der Schlaganfallbehandlung erfahrenen Arzt der Sicherstellung einer reibungslosen Notfallversorgung. In der Klinik werden diese Basisinformationen durch Labordiagnostik und zerebrovaskuläre bildgebende Diagnostik ergänzt, um eine frühestmögliche Therapie einzuleiten.
  • Bei eindeutigen Symptomen eines akuten Schlaganfalls, deren Beginn nicht länger als
    4,5 Stunden zurückliegt soll mit dem Ziel einer systemischen Thrombolyse mittels nativer CCT eine Hirnblutung ausgeschlossen werden. Bei klinischem Verdacht auf einen proximalen intrakraniellen Gefäßprozess (z.B. NIHSS Score ≥6) sollte zudem eine Gefäßdarstellung erfolgen (bevorzugt CTA), um die Indikationsstellung für eine endovaskuläre Therapie zu ermöglichen. Die Abschätzung des irreversibel geschädigten Infarktkerns z.B. mittels ASPECTS im Nativ-CT, die Analyse der Quelldaten der CTA oder eine ergänzende CT-Perfusion kann in Zweifelsfällen zur Patientenselektion der endovaskulären Therapie hilfreich sein.
  • Liegt der Symptombeginn mehr als 4,5 Stunden zurück, ist der genaue Zeitpunkt des Symptombeginns unbekannt oder liegen differenzialdiagnostisch anderen Ursachen nahe, die einen ischämischen Schlaganfall vortäuschen können (sogenannte „stroke mimics“), sollten als weitere Grundlage einer individuellen Therapieentscheidung schon primär erweiterte Bildgebungsparameter (z.B. CTA, Mismatch-Bildgebung, multiparametrische MRT) herangezogen werden.
  • Die diffusionsgewichtete MRT (DWI) stellt ischämische Läsionen bereits in den ersten Stunden dar. Die multiparametrische Schlaganfall-MRT (einschließlich MRA, T2*-gewichteten Aufnahmen, FLAIR und MR-Perfusion) kann zudem ischämische Risikokonstellationen abbilden („mismatch") und zeigt akute intrakranielle Blutungen mit der gleichen Sensitivität, chronische intrakranielle Blutungen und Mikroblutungen mit einer höheren Sensitivität an als die CCT. Sofern abteilungsinterne Standards eine sofortige Schlaganfall-MRT als primäre Notfalldiagnostik ohne Zeitverzug vorsehen, kann diese anstelle der CCT mit der gleichen Sensitivität bei höherer Spezifität zur Beantwortung der therapierelevanten Fragen eingesetzt werden.
  • Bei klinischen Zeichen einer Basilaristhrombose oder -embolie sollte zusätzlich zur Schnittbildgebung eine CTA oder MRA durchgeführt werden, um die klinische Diagnose bestätigen oder ausschließen und an die Situation angepasst die Indikation zu einer systemischen Thrombolyse und/oder endovaskulären Therapie stellen zu können.
  • Bei Patienten mit vorübergehenden neurologischen Defiziten einschließlich transitorischer ischämischen Attacken (TIA), nur gering ausgeprägten oder fluktuierenden neurologischen Symptomen (NIHSS < 4) ist gleichermaßen eine sofortige und vollständige diagnostische Abklärung notwendig.
  • Bei der Anamneseerhebung in der Akutphase des Schlaganfalls ist neben der Exploration des exakten Symptombeginns auch die Medikamentenanamnese bezüglich Einnahme antithrombotisch wirksamer Substanzen erforderlich. Gerade die Einführung der Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (NOAC) machen eine noch sorgfältigere Anamnese und Fremdanamnese erforderlich, da ihr Aktivitätsnachweis im Routine-Labor nicht zuverlässig möglich ist. Erweiterte Gerinnungstests (aPTT, Thrombinzeit, Ecarin-Clotting-Zeit, kalibrierte Faktor Xa-Aktivität) zur Erfassung der antikoagulatorischen Wirkung von NOAC stehen zwar grundsätzlich zur Verfügung, meist jedoch nicht in der für Notfallentscheidung erforderlichen Schnelligkeit (Ausnahme Thrombinzeit bei Einnahme von Dabigatran).
  • Bei intrakraniellen Blutungen sind eine Anamnese bzw. Fremdanamnese zu vom Patienten eingenommenen Antikoagulanzien und die laborchemische Untersuchung des Gerinnungsstatus erforderlich. Machen Anamnese und Lokalisation der Blutung in der zerebralen bildgebenden Diagnostik eine typische hypertensive Blutung wahrscheinlich, ist in aller Regel keine weitere zerebrovaskuläre Diagnostik zur ätiologischen Einordnung notwendig. Bei atypischer Lokalisation und bei jüngeren Patienten ohne arteriellen Hypertonus ist eine zugrundeliegende Blutungsquelle wie ein Hirnbasisaneurysma oder eine arteriovenöse Gefäßmalformation mit CTA, MRA oder DSA auszuschließen.
  • Bei klinischem Verdacht auf eine subarachnoidale Blutung (SAB) und unauffälliger zerebraler Bildgebung muss zum endgültigen Ausschluss einer SAB eine Lumbalpunktion durchgeführt werden.
  • Eine Thrombose zerebraler venöser Leiter kann mittels CT oder MRT, jeweils mit angiografischer Darstellung des venösen Systems, dargestellt werden. Die CT-Angiografie lässt sich mit nur geringem zeitlichem Mehraufwand im Anschluss an eine native CCT durchführen. Die MRT liefert zusätzlich eine sensitivere Parenchymdarstellung und kann die Akuität der Erkrankung näher beschreiben. Eine DSA ist bei bestimmten Fragestellungen und unklaren nicht invasiven Befundergebnissen empfohlen.
  • Zur Erstbehandlung, Vermeidung von frühen Sekundärkomplikationen (Frührezidive, progredientes Hirnödem, Fieber, Infektionen, Blutdruck- und Blutzuckerentgleisungen, kardiale Ereignisse, venöse Thrombosen) und zur Prognoseeinschätzung ist ein rasches diagnostisches Management des Patienten erforderlich, am besten auf einer Stroke Unit mit Monitoring des klinisch-neurologischen Status, der Kreislaufparameter, der Körpertemperatur, des Blutzuckers und der Schluckfunktion.
  • Bei der weiteren ätiologischen Klärung einer zerebrovaskulären Erkrankung muss insbesondere arteriosklerotischen und kardialen Ursache nachgegangen, aber auch die Möglichkeit seltener Ursachen (z.B. Dissektion, Koagulopathie, Vaskulitis, M. Fabry) als Ursache eines Schlaganfalls gerade bei einem jüngeren Patienten in Betracht gezogen werden. Alternativ zur bislang üblichen Subgruppendefinition einer zerebrovaskulären Erkrankung ist die ASCOD-Klassifikation empfehlenswert, die koexistierende Ursachen nach dem Evidenzgrad des ursächlichen Zusammenhangs beschreibt.
  • Die extra- und transkranielle Doppler- und Duplexsonografie sind schnelle, am Patientenbett wiederholt durchführbare und daher zum Monitoring geeignete nicht invasive Methoden, die auch bei bereits durchgeführter CTA oder MRA weitere ätiologische und prognostische Zusatzinformationen über den zugrundeliegenden Gefäßprozess erbringen können (z.B. bei früh rekanalisierenden Verschlüssen). Die Durchführung der Neurosonologie wird bei allen Patienten mit akuten zerebralen Ischämien (Hirninfarkt und TIA) empfohlen, möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden nach stationärer Aufnahme.
  • Bei Patienten mit Hirninfarkt und TIA ist die Durchführung einer Echokardiografie zur Klärung der Infarktätiologie und zur Abschätzung der Herzfunktion empfohlen. Bei Patienten mit unklarer Schlaganfallursache, Verdacht auf eine kardiale Emboliequelle oder zur Planung etwaiger interventioneller Therapieverfahren (z.B. Vorhofohrverschluss) bei Einschränkungen zur systemischen Antikoagulation ist die Durchführung einer TEE in Ergänzung zur oder alternativ zur TTE sinnvoll. Bei klinischem Verdacht auf eine Endokarditis sollte unverzüglich eine Echokardiographie erfolgen.
  • Als Basisdiagnostik zur Erfassung eines klinisch asymptomatischen paroxysmalen Vorhofflimmerns ist ein 12-Kanal-EKG und ein mindestens 24-stündiges EKG-Monitoring erforderlich. Eine erweiterte Rhythmusdetektion in der stationären oder poststationären Phase nach einem ischämischen Schlaganfall sollte in Betracht gezogen werden, wenn in der zerebralen Bildgebung mittels cCT oder MRT ein mutmaßlich embolisch bedingter Hirninfarkt nachgewiesen wurde und die zuvor erfolgte gründliche Ätiologiediagnostik keinen Nachweis eine kardialen oder arterio-arteriellen Emboliequelle erbracht hat.

Einführung

Evidenzbasierte Empfehlungen für die Diagnostik akuter zerebrovaskulärer Erkrankungen sind nicht sicher zu erstellen. Dies kommt einerseits daher, dass sich Diagnoseverfahren – anders als Therapiemaßnahmen, für die die klassischen Evidenzkriterien entwickelt wurden, – einer randomisierten Überprüfung aus ethischen Gründen weitgehend entziehen, insbesondere wenn nicht invasive Verfahren etablierte Methoden, die mit einem Risiko für den Patienten verbunden waren, in ihrer Entwicklungshistorie ablösten. Es existieren nur wenige Studien, die prospektiv aussagekräftige Informationen für neue Diagnoseverfahren gegenüber älteren (sog. Goldstandards) liefern. In dieser Leitlinie zur Diagnostik akuter zerebrovaskulärer Erkrankungen werden daher weder Kriterien der klassischen Evidenzbasierung noch eine Empfehlungsstärke angeführt.

Die Akutbehandlung des Schlaganfalls ist in den ersten Stunden nach Symptombeginn je nach Ursache (Ischämie vs. Hämorrhagie) unterschiedlich und folgt einer evidenzbasierten Therapieempfehlung. Grundlegende Voraussetzung ist eine zuverlässige Diagnose und Abgrenzung gegenüber anderen, nicht durchblutungsbedingten, einem Schlaganfall ähnlichen Krankheitsphänomenen („stroke mimics"). Zudem sind zur optimalen Prävention früher Komplikationen und zur langfristigen Sekundärprophylaxe spezielle diagnostische Maßnahmen erforderlich.

Die Diagnostik zerebrovaskulärer Erkrankungen lässt sich in 2 Bereiche unterteilen: die Erstdiagnostik in der Akutphase und die Diagnostik in der Sekundärprävention. Ziel der Erstdiagnostik ist vor allem, eine rasche Akuttherapie, insbesondere eine Thrombolyse bzw. endovaskuläre Therapie bei ischämischen Ursachen eines Schlaganfalls zu ermöglichen, die elektive Folgediagnostik soll darüber hinaus Aspekte des individuellen Risikoprofils des Patienten, der ursächlichen Zuordnung und der Vermeidung erneuter Schlaganfallrezidive leisten.

Definition und Klassifikation

Begriffsdefinition

Zerebrovaskuläre Erkrankungen manifestieren sich typischerweise als akutes fokal-neurologisches Defizit in wechselnder Ausprägung nach einer umschriebenen zerebralen Durchblutungsstörung oder einer intrakraniellen Blutung. Somit wird unterschieden zwischen zerebraler Ischämie (ischämischer Hirninfarkt, „ischemic stroke") als Folge einer Durchblutungsstörung des Gehirns und Blutungen ins Gehirn (Hämorrhagie, hämorrhagischer Schlaganfall, „brain haemorrhage", „intracerebral haemorrhage") bzw. in andere intrakranielle Kompartimente (z.B. Subarachnoidalblutung). Epidurale und subdurale Blutungen sind praktisch immer Traumafolgen und werden daher in dieser Leitlinie nicht berücksichtigt.

Klassifikation

Einem Schlaganfall können sowohl Durchblutungsstörungen als auch Blutungen in das Gehirn zugrunde liegen. Eine klinische Differenzierung zwischen beiden Zuständen, die unterschiedliche therapeutische Konsequenzen haben, ist ohne apparative Diagnostik nicht möglich. Auch die prognostische Einschätzung unmittelbar nach Beginn der Erstmanifestation neurologischer Ausfallserscheinungen bedarf der frühzeitigen Diagnostik durch zerebrovaskuläre bildgebende Verfahren.

Bei den zerebralen Ischämien, die ca. 80–85% aller Schlaganfälle ausmachen gibt es je nach betroffenem Hirnareal eine Vielzahl klinischer Erscheinungsformen, wobei arterio-arterielle Embolien der großen extra- und intrakraniellen Gefäße, Stenosen oder Verschlüsse der hirnversorgenden Arterien, kardiale Embolien, mikroangiopathische Gefäßverschlüsse der penetrierenden Arterien, arteriosklerotische und andere Mechanismen einer Durchblutungsstörung vorkommen. Auch das Zusammenspiel mehrerer Mechanismen der Infarktentstehung, z.B. gemischt hämodynamisch-embolische Vorgänge bei zugrundeliegenden stenosierenden Prozessen ist möglich (Caplan u. Hennerici, 1998). Bei rezidivierenden zerebralen Ischämien sind nicht selten – in etwa 30–50% der Fälle über 3–5 Jahre – neu entstehende Ursachen nachweisbar und daher zu explorieren (Wolf et al., 2013; Chatzikonstantinou et al., 2013)

Kardiale und arterio-arterielle proximale Embolien sind die häufigsten Ursachen von zerebralen Ischämien, und prognostisch meist gravierender als kleine subkortikale Gefäßverschlüsse. Die TOAST-Klassifikation dient der ätiologischen Differenzierung zerebraler Ischämien und unterscheidet die Kriterien „makroangiopathisch“, „mikroangiopathisch“, „kardioembolisch“, „andere“ und „kryptogen“ (Adams et al., 1993). Koexistierende Mechanismen machen allerdings etwa 20% aus. Wegen der therapeutischen und prognostischen Implikationen ist es wichtig, alle relevanten Faktoren differenziert zu beschreiben. Hier bietet die ASCOD-Klassifikation (A – atherosclerosis/large vessel disease, S – small vessel disease, C – cardic source, O – other cause, D – dissection) im Gegensatz zu oben beschriebenen TOAST-Klassifikation den Vorteil, dass koexistierende Ursachen nach dem Evidenzgrad des ursächlichen Zusammenhangs erfasst werden können (Amarenco et al., 2013).

Der zeitliche Verlauf zerebrovaskulärer Erkrankungen ist sehr unterschiedlich. So kann die neurologische Symptomatik nur wenige Minuten anhalten, über mehrere Wochen, Monate und dauerhaft persistieren, aber in den ersten Stunden und Tagen auch fluktuieren oder progredient sein. Die ältere Definition einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) mit vollständiger klinischer Rückbildung der neurologischen Symptomatik innerhalb von
24 Stunden ist heute wegen der frühen Therapieoptionen und den detaillierteren Informationen aus der bildgebenden Diagnostik obsolet. So konnte gezeigt werden, dass Patienten mit einer Symptomdauer von über einer Stunde häufig bereits zerebrale ischämische Läsionen trotz klinischer Remission und ein hohes Risiko für nachfolgende Rezidivereignisse, gerade bei fluktuierenden Symptomen aufweisen. Mit dem ABCD2 Score kann das Risiko für Frührezidive innerhalb der ersten Tage nach einer TIA abgeschätzt werden (Johnston et al., 2007). Ein ABCD2-Score ≥4, fluktuierende Symptome und der Nachweis einer akuten ischämischen Läsion definieren ein hohes Risiko für solche Frührezidive. Individuell bedürfen aber Patienten mit einer entsprechenden klinischen Symptomatik einer raschen, vollständigen und therapieorientierten Versorgung in einer qualifizierten Einrichtung.

Intrazerebrale Blutungen (ICB) machen 10–15% aller Schlaganfälle aus. Überwiegende Ursache spontaner ICB ist die Ruptur kleiner Arterien im Gehirnparenchym als Folge einer zerebralen Mikroangiopathie bei langjähriger arterieller Hypertonie. Andere Ursachen sind eine zerebrale Amyloidangiopathie, Aneurysmaruptur sowie Gefäßmissbildungen, seltener sind Thrombosen der zentralen venösen Blutleiter, Hirntumoren, Vaskulitiden, Enzephalitiden, Gerinnungsstörungen, die Einnahme gerinnungswirksamer Medikamente, Drogen (z.B. Kokain) oder hämatologische Erkrankungen. ICBs tendieren zur Größenzunahme innerhalb der ersten Stunden, dabei kann es infolge eines Anstiegs des intrakraniellen Drucks unabhängig von der Lokalisation der Blutung zu weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, Erbrechen und einer progredienten Bewusstseinstrübung (Hirndruckzeichen) kommen. Besonders gefährdet sind Patienten mit einem sogenannten Spot-Sign (Demchuk et al., 2012).

Subarachnoidalblutungen (SAB) machen ca. 5% aller Schlaganfälle aus. Die klassischen klinischen Symptome einer SAB sind ein schlagartig einsetzender Kopfschmerz („Vernichtungskopfschmerz"), Bewusstseinsstörungen mit oder ohne fokale neurologische Defizite. Infolge einer Liquorabflussstörung kann es in der Frühphase nach einer SAB verzögert zu einem Anstieg des intrakraniellen Drucks mit Hirndrucksymptomen oder zu Vasospasmen mit nachfolgenden Infarkten kommen.

Nicht eitrige Thrombosen zerebraler venöser Blutleiter (0,5–1% aller Schlaganfälle) haben unterschiedliche Ursachen und manifestieren sich sehr variabel. Die klassische Symptomtrias mit Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen und epileptischen Anfällen tritt nur bei einem Teil der Patienten auf, häufiger sind unspezifische, oft schleichende, subakute oder fluktuierende Beschwerden.

Erstdiagnostik in der Akutphase

Primärdiagnostik bei Verdacht auf Schlaganfall

Empfehlungen

  • Bei klinischem Verdacht auf einen Schlaganfall soll eine unverzügliche diagnostische Klärung angestrebt werden, um über das weitere therapeutische Vorgehen entscheiden zu können. Das klinische Erscheinungsbild gibt keinen zuverlässigen Aufschluss über die Art einer zerebrovaskulären Erkrankung, insbesondere keine sicheren klinischen Unterscheidungsmerkmale zwischen einem ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfall.
  • In der Prähospitalphase und der Notaufnahme stehen die Feststellung und Sicherung der Vitalfunktionen sowie eine symptomzentrierte Anamnese und Befunderhebung im Vordergrund.
  • Unverzüglich zu ergreifende apparative Maßnahmen sind eine zerebrale Bildgebung, ein 12-Kanal-EKG und Basis-Labordiagnostik.
  • Eine sorgfältige Medikamentenanamnese bezüglich der Einnahme von Antikoagulanzien ist essenziell. Aufgrund der Verfügbarkeit der Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien, deren Aktivitätsnachweis im Routine-Labor nicht zuverlässig möglich ist, sind ggf. erweiterte Gerinnungstests (z.B. Thrombinzeit, Ecarin Clotting Zeit, kalibrierte Faktor Xa-Aktivität) hilfreich. Bei Gebrauch Nicht-Vitamin-K-abhängiger Antikoagulanzien (NOAC) ist der genaue Zeitpunkt der letzten Tabletteneinnahme zu erfragen.

Vor einer Akuttherapie zerebrovaskulärer Erkrankungen ist eine rasche und differenzialdiagnostisch einfache, aber sichere Diagnostik notwendig, da nur ein kleines Zeitfenster für spezifische Behandlungen zur Verfügung steht. In der Prähospitalphase ist die Feststellung und Sicherung der Vitalparameter vordringlich; ein unverzüglicher Transport in das nächstgelegene Krankenhaus mit Schlaganfalleinheit sollte die nächste Maßnahme sein. Ein allgemein akzeptierter Score zur klinischen Schlaganfalldiagnose in der Prähospitalphase existiert bislang nicht. Ein sensitiver und schnell bereits telefonisch auszuführender Test ist der Face-Arm-Speech-Test (FAST) (Harbison et al., 2003). Eine Vorankündigung im Krankenhaus kann helfen, Verzögerungen zwischen Symptombeginn und Therapie zu reduzieren.

In der Notaufnahme soll die allgemeine klinische und eine üblicherweise vereinfachte neurologische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung therapierelevanter Aspekte stattfinden. Hierbei ist der regelmäßige Einsatz einer formalen Schlaganfall-Skala sinnvoll (z.B. National Institutes of Health Stroke Scale, NIHSS). Auch Barthel-Index oder Ranking Scale sind funktionelle Scores, die aber vor allem für Verlaufskontrollen Bedeutung haben.
Folgende Untersuchungen sollten unmittelbar erfolgen:

  • Basis-Laboruntersuchungen (▶ Tab. 1)
  • Sauerstoffsättigung
  • 12-Kanal-EKG zerebrale Bildgebung

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Bei ausgewählten Patienten können bereits in der Akutphase weitere Untersuchungen notwendig sein:

  • vaskuläre Bildgebung (Ultraschall, CTA, MRA)
  • weiterführende Laboruntersuchungen (▶ Tab. 1)
  • Röntgen des Thorax
  • Lumbalpunktion (bei Verdacht auf SAB und negativer Bildgebung)
  • EEG (bei für epileptische Anfälle suspektem klinischem Bild)

Der Einsatz von „Point of Care"-Testverfahren zur Bestimmung der INR bei Antikoagulation, Lebererkrankungen oder unklarem Gerinnungsstatus kann zur Verkürzung der Zeit zum Beginn einer Akuttherapie beitragen (Walter et al., 2011). Nach Einführung der Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien ist eine sorgfältige Anamnese zum Nachweis einer Antikoagulation essenziell, da ihr Aktivitätsnachweis im Routine-Labor nicht zuverlässig möglich ist. Die neuen oralen Antikoagulanzien gehen mit einem vermutlich erhöhten Risiko einer sekundären Hämorrhagie nach Thrombolyse einher; im Zweifel ist eine systemische Thrombolyse nicht möglich, wenn die letzte Einnahme nicht länger als 24–48 Stunden zurück liegt. Unter Therapie mit dem direkten Thrombininhibitor Dabigatran kann mittels Bestimmung von aPTT, Thrombinzeit oder Ecarinzeit bzw. unter Verwendung spezifischer Tests (HEMOCLOT) eine Abschätzung der antikoagulatorischen Wirkung erfolgen. Unter Therapie mit Faktor Xa-Inhibitoren (z.B. Rivaroxaban, Apixaban,  Edoxaban) ist die Prothrombinzeit (INR) oft verlängert, eine normale INR schließt aber eine antikoagulatorische Wirkung von Faktor Xa-Inhibitoren nicht sicher aus. Mittels Bestimmung der kalibrierten Faktor Xa-Aktivität kann die antikoagulatorische Wirkung zuverlässig abgeschätzt werden, allerding steht dieses Laborverfahren ist der Notfallsituation meist nicht mit der erforderlichen Schnelligkeit zur Verfügung.

Erstdiagnostik in der Akutphase des ischämischen Schlaganfalls

Empfehlungen

Bei einer akuten zerebralen Ischämie ist eine möglichst zeit- und informationseffektive Diagnostik notwendig (Szabo et al., 2005; Latchaw et al., 2009). Hierbei zeigt die am weitesten verbreitete und in den großen klinischen Thrombolysestudien eingesetzte kraniale Computertomografie (cCT) typischerweise erst etwa 2 Stunden nach Symptombeginn eines ischämischen Schlaganfalls typische Infarktfrühzeichen: Hypodensität im Parenchym, verminderte Abgrenzbarkeit der Basalganglien und des kortikalen Bandes oder verstrichene Sulci und das hyperdense Mediazeichen. Ergänzend kann in bestimmten Situationen unter Gabe von Kontrastmitteln eine CT-Angiografie (CTA) bzw. eine CT-Perfusion (CTP) zur Lokalisation eines extra- oder intrakraniellen Gefäßprozesses und/oder der Identifikation kritisch minderperfundierter Hirnareale durchgeführt werden (Muir et al. 2006). Zur Beurteilung der Ausdehnung von Frühinfarktzeichen im Nativ- bzw. Perfusions-CT kann der Alberta Stroke Program Early Computed Tomographic Score (ASPECTS) herangezogen werden. Vorrangig dient ein niedriger ASPECTS-Score als Marker für ein hohes Risiko für die Entwicklung eines großen Infarkts und zeigt eine ungünstige Prognose an, bedeutet aber nicht zwangsläufig den Ausschluss von einer rekanalisierenden Therapie (Psychogios et al., 2013).

Eine unverzügliche Gefäßdiagnostik mittels CTA (alternativ MRA oder transkranielle Duplexsonografie, wenn ohne Zeitverzug möglich) sollte bei klinischem Verdacht auf einen proximalen intrakraniellen Gefäßverschluss (insbesondere im Bereich der intrakraniellen A. carotis, der A. cerebri media im M1- oder M2-Segment und der A. basilaris) bei potentiell für eine endovaskuläre Thrombektomie geeigneten Patienten durchgeführt werden, ohne dass hieraus ein verzögerter Beginn der systemischen Thrombolyse resultiert. Als klinisches Kriterium zur unmittelbaren Durchführung einer CTA (entweder in derselben Sitzung wie die Nativ-CT oder in einer zweiten Sitzung nach Beginn der systemischen Thrombolyse) kann bei Infarkten im vorderen Kreislauf der neurologische Schweregrad gemessen auf der NIHSS-Skala (NIHSS Score ≥6) herangezogen werden. Die Indikationsstellung zur CTA bei Verdacht auf Verschluss der A. basilaris bzw. Infarkten im vertebrobasilären Kreislauf erfolgt unabhängig vom NIHSS, weil diese Skala nicht zur Erfassung von Kleinhirn- und Hirnstammsyndromen ausgelegt ist und weil fluktuierende neurologische Symptome bei Basilarisverschluss häufig vorkommen.

Die multiparametrische Magnetresonanztomografie (MRT) bietet durch die Verwendung verschiedener Sequenzen (üblicherweise DWI, SE-T1, T2*, SE-T2 oder FLAIR, MRA und optional PWI) in einer Untersuchung schnelle und umfassende Informationen über den Gewebezustand und die Gefäßsituation bei der akuten zerebralen Ischämie. Die diffusionsgewichtete Bildgebung („diffusion weighted imaging", DWI) erlaubt innerhalb von Minuten den Nachweis des ischämisch geschädigten Gewebes. In diesem hoch sensitiven Nachweis auch kleiner und infratentoriell gelegener ischämischer Läsionen besteht die eine wesentliche Überlegenheit der MRT gegenüber der cCT in der Diagnostik des akuten Schlaganfalls (Muir et al. 2006; Chalela et al. 2007; Thomalla et al. 2009). Ergänzend lassen sich mittels MR-Angiografie Verschlüsse und Stenosen der extra- und intrakraniellen hirnversorgenden Arterien nachweisen; die MR-Perfusion („perfusion weighted imaging", PWI) erlaubt die Darstellung minderperfundierter Hirnanteile. Über das Missverhältnis zwischen einer großen Perfusionsstörung und einer kleinen Diffusionsstörung („PWI-DWI-Mismatch") lässt sich vom Untergang bedrohtes Risikogewebe („tissue at risk of infarction") als Korrelat der Penumbra abbilden (Schellinger et al., 2010). Ein Nachteil der MRT ist die Einschränkung durch Kontraindikationen für bestimmte Patienten (z.B. Herzschrittmacher).

Bei Patienten, die innerhalb des 4,5-Stunden-Fensters nach dem Beginn einer eindeutigen neurologischen Symptomatik diagnostiziert werden, erfolgt die Bildgebung in erster Linie zum Ausschluss einer ICB. Dies kann mit vergleichbarer Sensitivität sowohl mittels cCT als auch mittels MRT erfolgen. Im klinischen Alltag ist eine cCT in dieser Situation meist ausreichend und hat Vorteile der nahezu ubiquitären Verfügbarkeit in der Notfalldiagnostik und der besseren Möglichkeit zur Überwachung instabiler Patienten. Unter Abwägung aller individuellen Umstände ist die Methode zu bevorzugen, die am raschesten, zu jeder Zeit, dem Zustand des Patienten angemessen und kosteneffektiv durchgeführt werden kann und die notwendigen diagnostischen Hinweise liefert.

Bei Patienten, bei denen der Symptombeginn länger als 4,5 Stunden zurückliegt oder in Fällen, in denen keine eindeutigen klinischen Symptome vorliegen, oder wenn Ursachen, die einen ischämischen Schlaganfall vortäuschen können, differenzialdiagnostisch infrage kommen (sog. „stroke mimics" wie z.B. epileptische Anfälle mit nachfolgender Todd'scher Parese, psychogene Lähmungen oder Migräne), ist ebenfalls eine rasche zerebrale Bildgebung notwendig (Förster et al., 2012). In diesen Fällen bietet die MRT Vorteile, da sich hier eine vermutete Ischämie mittels DWI mit höherer Sensitivität nachweisen lässt. Bei Nachweis von Risikogewebe über das PWI-DWI- Mismatch kann die Indikation zur Thrombolyse im Rahmen eines individuellen Heilversuchs gestellt werden. Es gibt jedoch bisher keine eindeutige Evidenz, dass die Thrombolyse nach dem Mismatch-Konzept zu einem besseren funktionellen Langzeitergebnis nach ischämischem Schlaganfall führt (Mishra et al., 2010). Grundsätzlich ist die Indikationsstellung für eine Thrombolyse im Rahmen eines individuellen Heilversuchs auch über den Nachweis von Risikogewebe mittels CT-Perfusion möglich.

Bei Patienten mit unklarem Symptombeginn (z.B. aus dem Erwachen) kann das Fehlen oder Vorliegen einer Hyperintensität in den FLAIR-Aufnahmen verwendet werden, um den Zeitpunkt des Symptombeginns näher einzugrenzen. Die Anwendung dieses Konzepts zur Auswahl von Patienten mit unbekanntem Symptombeginn (z.B. Bemerken der Schlaganfallsymptome beim Erwachen) für eine Thrombolyse wird derzeit in einer randomisierten kontrollierten Studie untersucht (WAKE-UP, Thomalla et al., 2013). Ein anderer Ansatz ist die Auswahl von Patienten basierend auf der Identifikation von Risikogewebe mittels „penumbral imaging“ mit MRT oder Perfusions-CT. Dieser Ansatz wird gerade in der EXTEND sowie in ECASS 4-EXTEND untersucht.

Bei Patienten, bei denen eine zerebrale Ischämie im vertebrobasilären Stromgebiet nach den klinischen Symptomen vermutet wird, ist die MRT- der CT-Diagnostik vorzuziehen, da die Ausdehnung der akuten Ischämie besser gelingt und auf ggf. sich entwickelnde Komplikationen (z.B. raumfordernder Kleinhirninfarkt mit der Gefahr einer Hirnstammkompression) reagiert werden kann. Wird nach klinischen Kriterien eine Basilaristhrombose oder -embolie vermutet, sollte in der bildgebenden Diagnostik neben dem Blutungsausschluss eine Darstellung der intrakraniellen Gefäße, speziell der A. basilaris durch eine CTA oder MRA erfolgen. Die transkranielle Doppler-/Duplexsonografie reicht bei dieser Fragestellung nicht aus (Brandt et al., 1999). Eine unverzügliche Diagnosestellung ist auch nach Ablauf des 4,5- Stunden-Zeitfensters erforderlich, da bei einem Verschluss der A. basilaris eine intravenöse und/oder intraarterielle Thrombolyse bzw. eine endovaskuläre Therapie im Rahmen eines individuellen Heilversuchs in Abhängigkeit von zu erwartendem Nutzen und Risiko auch später erwogen werden kann.

Bei Patienten mit fluktuierenden oder nur gering ausgeprägten neurologischen Symptomen (z.B. NIHSS <4, „minor stroke") ist gleichermaßen eine sofortige und vollständige diagnostische Klärung mit dem möglichen Ziel einer systemischen Thrombolyse notwendig (Chatzikonstantinou et al., 2013; Köhrmann et al., 2009). Eine Behandlung auf einer Stroke Unit ist insbesondere bei Risikoindikatoren (z.B. ABCD2 Score ≥4) oder Vorliegen einer Emboliequelle (z.B. Vorhofflimmern, hochgradige Karotisstenose) geboten.

Erstdiagnostik intrakranieller Blutungen / Subarachnoidalblutungen

Empfehlungen

Der Nachweis einer ICB lässt sich mit cCT und MRT gleichermaßen sicher führen. Historisch stellt die cCT den Goldstandard für den Nachweis einer ICB dar mit einer Sensitivität von nahezu 100% (Kidwell u. Wintermark, 2008). Vorteile der cCT sind die nahezu ubiquitäre Verbreitung in Krankenhäusern mit Notfallversorgung, die rasche Verfügbarkeit und die Möglichkeit, relativ unproblematisch auch schwer betroffene und überwachungspflichtige Patienten zu untersuchen. Mittels multiparametrischer MRT-Bildgebung insbesondere unter Verwendung von Gradientenecho- bzw. T2*-gewichteten Sequenzen kann eine ICB mit mindestens vergleichbarer Sensitivität wie in der cCT nachgewiesen werden (Fiebach et al., 2004). Beide Methoden sind ebenfalls geeignet zur Dokumentation einer Blutungsprogredienz einschließlich früher Komplikationen (progredientes Hirnödem, Mittellinienverlagerung, Liquorzirkulationsstörung). Bei etwa 25% der ICB kommt es zu zusätzlichen Ischämien. Diese sind mit der MRT besser nachweisbar als mit der cCT (Gregoire et al., 2011). Mittels transkraniellem Ultraschall lassen sich bei Vorhandensein eines temporalen Schallfensters intrazerebrale Blutungen ebenfalls nachweisen (Kern et al., 2008; Meyer-Wiethe et al., 2009). Aufgrund der methodischen Grenzen (inkomplette Beschallbarkeit des Gehirns, Untersucherabhängigkeit, ungenügendes Schallfenster bei bis zu 20% aller Patienten) eignet sich die Ultraschalldiagnostik jedoch nicht zum Nachweis bzw. Ausschluss einer ICB in der Notfallsituation. Sie kann jedoch als nicht invasive Verlaufsuntersuchung die Progredienz einer Blutung dokumentieren und im Verlauf nach Subarachnoidalblutung das Auftreten von arteriellen Gefäßspasmen darstellen.

Machen Anamnese und Lokalisation der Blutung eine typische hypertensive Blutung wahrscheinlich, ist in aller Regel keine weitere Diagnostik zur ätiologischen Einordnung notwendig. Hypertensive ICB treten bevorzugt in den tieferen Hirnstrukturen wie den Basalganglien und im Thalamus auf. Weitere typisch hypertensive Blutungen liegen im Kleinhirn und im Hirnstamm. Die meisten der nicht hypertensiven Ursachen intrazerebraler Blutungen führen dagegen zu lobären Einblutungen. Bei fehlenden Hinweisen auf eine arterielle Hypertonie, jungen Patienten oder einer atypischen Lage der Blutung muss daher eine ergänzende Diagnostik zum Ausschluss einer Blutungsquelle erfolgen. Wichtig sind zudem die Anamnese bezüglich vom Patienten eingenommener Antikoagulanzien und die Analyse des Gerinnungsstatus zur Planung der erforderlichen Therapie (z.B. Gabe von Prothrombinkomplex, Frischplasma, Operation). Bei Verdacht auf eine Einblutung in einen Tumor, eine hämorrhagische Enzephalitis, ein Hämangiom oder eine Kavernomblutung sollte eine MRT durchgeführt werden, wenn die primäre Diagnostik eine cCT war. Da die ICB durch lokale Raumforderung eine eventuelle Blutungsquelle in der Akutphase maskieren kann, ist bei Verdacht auf eine sekundäre Blutung ohne Nachweis einer Ätiologie eine Wiederholung der Bildgebung nach Resorption der Blutung (in der Regel nach ca. 4–6 Wochen) indiziert. Eine DSA ist nur in Einzelfällen erforderlich.

Bei Verdacht auf ein Aneurysma, eine Durafistel oder eine arteriovenöse Malformation als Ursache der Blutung sollte eine digitale Subtraktionsangiografie (DSA) durchgeführt werden. Alternativ kann primär auch eine nicht invasive Diagnostik mittels CTA oder MRA erfolgen. Sind diese Befunde nicht schlüssig, muss eine DSA aller Hirnarterien angeschlossen werden. Wird eine Sinus- oder Hirnvenenthrombose vermutet, sollte eine Darstellung der venösen Blutleiter mittels CTA oder MRA erfolgen.

Bei älteren Patienten mit lobärer Blutungslokalisation und typischen Befunden in der Bildgebung (chronische Lobärblutungen, multiple kortiko-subkortikale Mikroblutungen, kortikaler superfizieller Siderose und „White Matter Lesions") ist die Diagnose einer zerebralen Amyloidangiopathie sehr wahrscheinlich (Viswanathan u. Greenberg, 2001; Charidimou, 2016). Diese Befunde lassen sich in der mittels T2*-gewichteter bzw. suszeptibilitätsgewichteter Bildgebung (SWI) zuverlässig nachweisen.

Eine SAB kann mit der cCT innerhalb der ersten 12–24 Stunden nach Symptombeginn mit einer Sensitivität von über 90 % diagnostiziert werden, dann nimmt die Sensitivität jedoch deutlich ab (50% nach einer Woche, 30% nach 2 Wochen, annähernd 0% innerhalb von 3 Wochen (Bederson et al., 2009). Die MRT ist im Nachweis einer SAB der cCT mindestens gleichwertig. Bei unauffälliger Bildgebung kann die Lumbalpunktion mit dem Nachweis von Xanthochromie oder Hämosiderophagen, die nach ca. 12 Stunden nach Blutungsereignis nachweisbar sind, diagnostisch die einzig verbleibende richtungweisende Information ergeben und ist deshalb bei wegweisender Klinik und fehlendem Blutungsnachweis in der Bildgebung zwingend erforderlich. Bei weniger als 6 Stunden zurückliegendem Ereignis und unauffälligem neurologischen Befund ist ein technisch gut durchgeführtes und von einem erfahrenen Neuroradiologen befundetes Nativ-CT in der Regel diagnostisch ausreichend sicher (Dubosh et al., 2016). Bei Nachweis einer SAB sollte innerhalb der ersten 24 Stunden eine DSA aller hirnversorgenden Arterien erfolgen, um ein Aneurysma als Blutungsquelle nachzuweisen und ggf. weitere Aneurysmen zu erkennen, die die Langzeitprognose beeinflussen. Aufgrund der verbesserten Technik von CTA und MRA und dem deutlich geringeren Aufwand werden diese nicht invasiven Verfahren im weiteren Verlauf eingesetzt. Die Sensitivität der MRA für den Aneurysmanachweis liegt zwischen 55 und 93%, wobei dieser Wert stark von der Aneurysmagröße sowie der MR-Technik und deren Qualität abhängt. Die Sensitivität der CT-Angiografie liegt bei 77–100% und hängt ab von der Größe und Lokalisation des Aneurysmas sowie von der CT-Technik und Expertise des Radiologen. Bei Aneurysmen >5 mm steigt die Sensitivität bei beiden Verfahren auf 85–100%. Ist die primäre Gefäßdiagnostik negativ, ist eine erneute angiografische Diagnostik im Intervall, z.B. nach 1 Woche, zu diskutieren.

Bei der Sonderform einer perimesenzephalen Blutung lässt sich typischerweise kein Aneurysma finden. Bei dieser Art der Blutung wird ätiologisch eine Blutung aus der kapillären, venösen Mikrozirkulation diskutiert. Diese Blutungen haben eine wesentlich günstigere Prognose und nahezu nie Rezidivblutungen. Hier kann bei typischer Lokalisation der Blutung und komplikationslosem klinischem Verlauf auf eine Re-Angiografie verzichtet werden.

Nicht invasive bildgebende Verfahren (cCT, MRT) und Verlaufskontrollen erleichtern bei epiduralen und subduralen Blutungen die Erkennung möglicher Komplikationen und eine zeitgerechte Entscheidung zur operativen Intervention.

Diagnostik von Thrombosen ­zerebraler venöser Blutleiter

Empfehlungen

In der Primärdiagnostik von Thrombosen der zerebralen venösen Blutleiter spielen bildgebende Verfahren (cCT, MRT) eine zentrale Rolle (Bousser u. Ferro 2009). Neben der Lokalisation der Stauungsblutungen in der nativen cCT sind nach Kontrastmittelgabe gelegentlich indirekte Zeichen („cord sign", „empty triangle sign") zu finden. Eine CT- Venografie lässt sich mit nur geringem zeitlichem Mehraufwand im Anschluss an eine native cCT durchführen und kann eine Thrombose mit hoher diagnostischer Sicherheit darstellen. Die kraniale MRT mit MR-Venografie ist die Methode der Wahl: Neben der Darstellung der venösen Blutleiter dienen native und kontrastmittelunterstützte Aufnahmen der Thrombuslokalisation und der näheren Beschreibung der Akuität der Erkrankung. Auch eine isolierte Brückenvenenthrombose kann mit der MRT besser dargestellt werden. Eine DSA ist nur noch selten und bei bestimmten Fragestellungen (z.B. Nachweis einer kortikalen Thrombose) und unklaren nicht invasiven Befundergebnisse angezeigt (Saposnik et al. 2011). EEG-Veränderungen (z.B. Allgemeinveränderung, Herdbefund, epilepsietypische Zeichen) und Liquorbefunde (z.B. erhöhter Liquordruck, milde Pleozytose in ca. 50%) unterstützen die Diagnosestellung. D-Dimere sind in der Akutsituation bei der Mehrzahl von Patienten mit einer Thrombose zerebraler venöser Blutleiter erhöht, insbesondere bei fokalen neurologischen Symptomen. Bei Patienten mit Kopfschmerzen als alleinigem Symptom können sie aber auch normal sein. Die Bestimmung von D-Dimeren reicht daher zum alleinigen Ausschluss einer Thrombose der zerebralen venösen Blutleiter nicht aus.

Zur ätiologischen Diagnostik bei einer Thrombose der venösen Leiter des Gehirns sollten Untersuchungen des Gerinnungssystems stattfinden, um etwaige genetische Konstellationen einer erhöhten Thromboseneigung zu detektieren (s. ▶ Tab. 1). Außerdem sollte das Vorliegen anderer disponierender Faktoren (Einnahme von oralen Kontrazeptiva) und Erkrankungen (Malignome, hämatologische Erkrankungen, Kollagenosen, Vaskulitiden) bedacht und ggf. ausgeschlossen werden.

Diagnostik in der Sekundärprävention

Diagnostische Maßnahmen in der Frühphase nach Schlaganfall

Empfehlungen

Nach einer akuten zerebrovaskulären Erkrankung führen frühe Re-Ischämien oder erneute Blutungen und subakute Sekundärkomplikationen zu einer Zunahme der Letalität. Daher ist ein intensives Monitoring des klinisch- neurologischen Status, der Parameter wie Blutdruck, Puls, Herzrhythmus, Sauerstoffsättigung, Blutzucker sowie der infektionsrelevanten Laborparameter nach den Empfehlungen der DSG (www.dsg-info.org) auf einer speziellen Stroke Unit nötig. Ein kontinuierliches Blutdruck-Monitoring ist erforderlich, um intraindividuelle Schwankungen zu erfassen. Während in der allgemeinen Prävention nach den Empfehlungen der European Society of Hypertension (ESH) Blutdruckwerte in einen niedrigst tolerierbaren Bereich (<140/90 mmHg) eingestellt werden (bei schweren kardiovaskulären Ereignissen nicht unter 110/80 mmHg), sollten in der Phase eines akuten ischämischen Ereignisses keine durchgreifenden Blutdrucksenkungen vorgenommen werden, sofern nicht 220/120 mmHg überschritten werden oder eine Thrombolysetherapie erfolgt. Auch starke Blutdruckschwankungen – insbesondere bei zeitweise vorliegenden systolischen und diastolischen Werten im Normbereich – sind als eigener Risikofaktor besonders in der Akutbehandlung diskutiert worden. Bei Patienten mit ICB sind bereits ab Werten über 140/90 mmHg Maßnahmen zur Blutdrucksenkung zu ergreifen.

Bei allen Patienten sollte frühzeitig nach stationärer Aufnahme ein Lipidprofil erstellt werden (s. ▶ Tab. 1), um in der weiteren Sekundärprophylaxe unabhängig vom Ausgangswert für Cholesterin und auch bei nicht manifester koronarer Herzerkrankung möglichst eine Reduktion des LDL-Cholesterins von unter 50% des Ausgangswerts einstellen zu können. Kontrollen des Eingangswerts und im stationären Verlauf unter definierten Ernährungsbedingungen sind sinnvoll. Blutzuckerwerte sollten regelmäßig bestimmt und anfangs moderat und später strenger korrigiert werden, um gefährliche Hypoglykämien zu vermeiden. Obwohl der Nutzen der konservativen medikamentösen Korrektur erhöhter Körpertemperaturen nicht belegt ist, sollten regelmäßige Temperaturmessungen erfolgen und die Temperatur bei Fieber (>37,5 °C) gesenkt werden. Möglichst früh nach Aufnahme auf die Stroke Unit, zumindest vor Gabe oraler Kost, sollte bei allen Schlaganfallpatienten ein qualifizierter diagnostischer Schluckversuch unternommen werden, um etwaige Schluckstörungen aufzudecken und die Ernährung entsprechend anpassen zu können. Weitere Maßnahmen der Infektprophylaxe sind frühzeitige Mobilisation und die Kontrolle infektionsrelevanter Laborparameter. Bei Patienten mit Verdacht auf Vorhofflimmern als Ursache des durchgemachten ersten Schlaganfallereignisses oder zwischenzeitlich erworbener Zusatzerkrankungen können kontinuierliches EKG- Monitoring, mehrtägiges Holter-Monitoring oder auch andere Verfahren (z.B. Event-Recorder) zum Einsatz kommen.

Subakut können sich bei zerebrovaskulären Erkrankungen Veränderungen ergeben, die therapeutische Konsequenzen nach sich ziehen. So treten durch Re-Ischämien, beim malignen Mediainfarkt oder bei sekundären parenchymatösen Blutungen durch ein progredientes Hirnödem Verschlechterungen des klinisch-neurologischen Befundes (NIHSS) auf, die ggf. eine medikamentöse oder operative Behandlung erfordern. Darüber hinaus ergeben die Lokalisation und die Form einer zerebrovaskulären Läsion Hinweise auf die Ätiologie, was für die Wahl sekundärpräventiver Maßnahmen wesentlich ist. Wird z.B. in der Frühsituation bei einem ischämischen Schlaganfall eine cCT durchgeführt, ist der Befund oft noch unauffällig, sodass die Läsion erst in einer Verlaufsbildgebung visualisiert werden kann. Eine Darstellung der Gefäße (Aorta, extrakranielle und intrakranielle Hirnarterien) und des Herzens dient zusätzlich der frühzeitigen Erkennung von behandlungsbedürftigen Risikokonstellationen. Von vorrangiger Bedeutung innerhalb der ersten 24 Stunden nach stationärer Aufnahme ist der Doppler-/duplexsonografische Nachweis einer extrakraniellen symptomatischen hochgradigen Karotisstenose mit entsprechender Notwendigkeit einer frühzeitigen therapeutischen Intervention.

Aus dem Verteilungsmuster der vaskulären Risikofaktoren sowie der ätiologischen Faktoren eventueller früherer Schlaganfallereignisse lässt sich das Nutzen-Risiko-Verhältnis der geplanten sekundärpräventiven Maßnahmen erarbeiten. Ausgeprägte Risikoscores (z.B. CHA2DS2-VASc-Score [Lip et al., 2010], Essen-Risiko-Score [Weimar et al., 2009]) machen ggf. eine Intensivierung der medikamentösen konservativen Therapie erforderlich. Auch nach Abschluss der stationären Behandlung sind Hinweise auf Verhaltensmaßnahmen bei erneuten Schlaganfallereignissen und die Erläuterung möglicher Symptome Inhalt der hausärztlichen und ambulanten Patientenbetreuung. Wiederholte Langzeitmessungen von Blutdruck und Herzaktionen sollten ins Repertoire dieser Kontrolluntersuchungen ebenso wie Besprechungen der Medikamentencompliance und Lifestyle-Modifikation (besonders bei Patienten mit Diabetes mellitus neben der regelmäßigen Bestimmung des HbA1c-Wertes) stattfinden.

Spezielle Verfahren zur ätiologischen Abklärung einer akuten zerebrovaskulären Erkrankung

Empfehlungen

Die Ultraschalluntersuchung der extra- und intrakraniellen Arterien erfüllt verschiedene Funktionen in der Schlaganfalldiagnostik. Einerseits stellt sie eine schnelle und vor allem am Patientenbett durchführbare Gefäßuntersuchung dar, andererseits lassen sich verschiedene funktionelle Situationen sehr gut im Verlauf beobachten. In Kombination mit den Daten aus der zerebralen Schnittbildgebung ist damit eine Befundaktualisierung und genauere ätiologische Klärung und somit auch eine verbesserte frühe Sekundärprophylaxe möglich. Sehr wichtig ist der Doppler/-duplexsonografische Nachweis einer hochgradigen Karotisstenose, um eine frühe therapeutische Intervention (Operation bzw. Intervention) in den ersten Tagen zu ermöglichen. Andererseits erbringt die detaillierte extra- und transkranielle Doppler- /Duplexsonografie weitere Hinweise zur Ätiologie des Schlaganfalls bei Gefäßprozessen atherosklerotischer oder entzündlicher Ursache bzw. bei Dissektionen, letztere mit charakteristischen Befundkonstellationen im Ultraschall (z.B. Nachweis eines Wandhämatoms mit langstreckig, nach distal sich verjüngender Stenosierung) und MRT (z.B. halbmondförmige Darstellung des Wandhämatoms in fettsupprimierten T1- und T2-gewichteten Aufnahmen). Die Analyse der Plaquemorphologie im B-Bild dient neben der Doppler-sonografischen Messung der Flussbeschleunigung im Stenosemaximum der Risikoeinschätzung atherosklerotischer Läsionen. Bei der Riesenzellarteriitis, Takayasu-Arteriitis und Vaskulitis finden sich typische Veränderungen an den hirn- und muskelversorgenden Gefäßen (z.B. Halo-Effekt der A. temporalis superficialis). In den intrakraniellen Gefäßen können anhand der Strömungsgeschwindigkeiten, der Flussrichtung und der Morphologie in der Duplexuntersuchung Verschlüsse, Stenosen und Kollateralisationen dargestellt werden. Bei einer akuten zerebralen Ischämie kann die TCD die Rekanalisation eines akuten Gefäßverschlusses z.B. während der Thrombolyse rasch und nicht invasiv am Krankenbett nachweisen. Zusätzlich ist unter Verwendung von Ultraschall-Kontrastmitteln die semiquantitative Untersuchung der Hirnperfusion möglich.

Spezielle funktionelle Ultr aschalluntersuchungen können Hinweise auf Mikroembolien („high intensity transient signals", HITS), paradoxe Embolien oder die intrakranielle Reservekapazität geben und somit dazu beitragen, eine in ihrer hämodynamisch/embolischen Kapazität progrediente Karotisstenose besser einzuschätzen. Zum Nachweis und zur Beurteilung der Relevanz eines Rechts-links-Shunts ist die funktionelle TCD vor und während intravenöser Kontrastmittelapplikation (üblicherweise mit agitierter Kochsalzlösung oder HAES) der TEE gleichwertig.

Herzrhythmusstörungen sind häufige Ursachen zerebrovaskulärer Erkrankungen, bisweilen sind sie unmittelbar während des Schlaganfallereignisses schon zu erkennen, nicht selten aber auch trotz wiederholter und intensiver Suche lange Zeit nicht nachweisbar. Auch ein gleichzeitig auftretendes akutes koronares Syndrom – nicht selten ohne typische klinische Beschwerden – ist nicht so selten wie lange angenommen. Es lässt sich aber bei frühzeitiger Bestimmung der hs-Troponinwerte, wenn diese oberhalb des Normbereichs und insbesondere bei einer Kontrolluntersuchung ansteigende Werte ergeben, vermuten. Dies erfordert eine unmittelbare kardiologische Zusatzdiagnostik (ggf. Koronarangiografie, Herz-MRT), insbesondere wenn eine koronare Herzerkrankung bekannt ist (Anders et al., 2013). Neben dem kontinuierlichen EKG-Monitoring auf der Stroke Unit sollten auch bei initial fehlendem Nachweis einer Herzrhythmusstörung aber fortbestehendem dringendem Verdacht auf ein asymptomatisches, paroxysmales Vorhofflimmern weitere diagnostische Maßnahmen ergriffen werden (z.B. wiederholte Holter-EKGs oder Einsatz von Event-Recordern).

Kardiale Embolien sind die zweithäufigste Ursache ischämischer Schlaganfälle nach Atherosklerose der großen Arterien und verantwortlich für etwa 25–30% aller Hirninfarkte (Grau et al., 2010). Vorhofflimmern stellt dabei mit steigendem Lebensalter die häufigste Ursache kardialer Embolien vor allem aus Thromben des linken Herzohrs dar, jedoch gibt es darüber hinaus andere mögliche kardiale Emboliequellen wie z.B. eine schwere Herzinsuffizienz, systolische Funktionsstörung oder Wandbewegungsstörungen bei Kardiomyopathie oder nach Myokardinfarkten, Thromben in linkem Vorhof oder Ventrikel, Klappenveränderungen, aber auch seltenere Befunde wie ein Myxom des Vorhofs (Hart, 1992). Es besteht daher ein grundsätzlicher Konsens, dass die Echokardiographie mit transthorakaler und transösophagealer Echokardiographie (TTE und TEE) ein wichtiger Bestandteil zu Nachweis und Lokalisation kardialer Emboliequellen in der Schlaganfalldiagnostik darstellt. Allerdings gibt es weder in der Neurologie noch der Kardiologie eine konsentierte Richtlinie, die festlegt, bei welcher vermutlichen Ursache eines Schlaganfalls eine TTE oder TEE bzw. überhaupt eine Echokardiografie durchgeführt werden muss.

TTE und TEE weisen spezifische Vor- und Nachteile auf. Dabei ist die TTE als nicht-invasive Untersuchung einfacher in der Durchführung und kann im Prinzip jederzeit und ohne besondere Vorbereitung am Krankenbett durchgeführt werden. Die diagnostische Aussagekraft kann in Abhängigkeit von den Schallbedingungen (z.B. bei Adipositas) stark eingeschränkt sein. Die TEE erfordert demgegenüber in aller Regel eine Sedierung des Patienten mit den entsprechenden Anforderungen an Vorbereitung und Überwachung des Patienten während und nach der Untersuchung.

Die Ergebnisse von Studien, welche versucht haben, den diagnostischen Nutzen der TTE wie der TEE bei Schlaganfallpatienten einzuschätzen, sind widersprüchlich. In allen Studien aber war der Anteil der Patienten, bei denen sich allein aus der TEE ein Befund mit eindeutiger Therapiekonsequenz (also z.B. die leitliniengerechte Indikation zur oralen Antikoagulation oder eine Indikation zur Operation bei Vorhofmyxom oder Endokarditis) ergab, gering, so z.B. in keinem von 211 Patienten mit Sinusrhythmus und normalem TTE (Leung et al., 1995), in weniger als 1% von 1.833 Schlaganfallpatienten mit Sinusrhythmus (Cho et al., 2010), oder in einem von 212 Fällen (Harloff et al., 2006). In der Abwägung von möglichem Nutzen, Aufwand und des invasiven Charakters der TEE können daher folgende Empfehlungen gegeben werden:

  • Bei Patienten mit Hirninfarkt oder TIA ist die Durchführung einer Echokardiografie (TTE/TEE) sinnvoll, insbesondere wenn keine eindeutige Schlaganfallursache vorliegt.
  • Bei Patienten mit kardiovaskulärem Risikoprofil kann eine Echokardiographie auch dann sinnvoll sein, wenn eine kardiale Embolie nicht vermutet wird oder bereits ein Vorhofflimmern bekannt ist (Abschätzung der Herzfunktion, Nachweis von Thromben, Vorbereitung etwaiger interventioneller Therapien, z.B. eines Vorhofohr- oder PFO-Verschlusses). Ist eine TTE aufgrund der Schallbedingungen nicht aussagekräftig, ist alternativ eine TEE zu erwägen.
  • Bei klinischem Verdacht auf eine Endokarditis (z.B. Abgeschlagenheit, Inappetenz, subfebrile Temperaturen, Herzgeräusch, Hautembolien, Hinweise auf eine septische Herdenzephalitis in der Bildgebung) sollte unverzüglich eine Echokardiographie (TTE/TEE) erfolgen.

In der letzten Zeit haben Methoden der erweiterten Rhythmusdetektion zunehmend Verbreitung gefunden. Eine wichtige Rolle hierbei spielt die Entwicklung implantierbarer Ereignisrekorder („event recorder“), die nach einer subkutanen Anlage eine kontinuierliche EKG-Erfassung einschließlich einer automatisierten Detektion von Episoden paroxysmalen Vorhofflimmerns erlauben. Die multizentrische CRYSTAL-AF-Studie, in der Patienten mit kryptogenen ischämischen Schlaganfällen randomisiert entweder einen implantierbaren Ereignisrekorder erhielten oder konventionell verlaufsuntersucht wurde, ergab eine Detektionsrate von 12,4% von paroxysmalem Vorhofflimmern nach 12 Monaten mit einem implantierten Ereignisrekorder verglichen mit 2,0% in der Kontrollgruppe (Sanna et al., 2014). Auch in der EMBRACE-Studie, in der ein nicht-invasives System zur kontinuierlichen EKG-Ableitung über 4 Wochen verwendet wurde, zeigte sich eine deutlich höhere Detektionsrate paroxysmalen Vorhofflimmerns verglichen mit Patienten, die nur ein 24-Stunden-LZ-EKG erhielten (Gladstone et al., 2014). Analog zeigt eine Metaanalyse verschiedener Studien zur erweiterten Rhythmusdetektion einen kontinuierlichen Anstieg der Detektionsrate von paroxysmalem Vorhofflimmern in Abhängigkeit von der Intensität der gewählten Methode während oder nach einem stationären Aufenthalt nach ischämischem Schlaganfall an. Dabei erreichen kontinuierliche Analyseverfahren (Ereignisrekorder) die höchsten Detektionsraten verglichen mit diskontinuierlichen Verfahren wie z.B. wiederholten Holter-EKGs (Sposato et al., 2015).

Belege, dass eine erweiterte Rhythmusdetektion tatsächlich über eine höhere Detektionsrate von paroxysmalem Vorhofflimmern von klinischer Relevanz mit einer daraus resultierenden Initiierung einer Antikoagulation zur Reduktion der Schlaganfall-assoziierten Morbidität und Mortalität führt, liegen bislang aber nicht vor. Dies liegt u.a. an speziellen Algorithmen dieser Verfahren und den Definitionen, die zur klinischen Diagnose eines Vorhofflimmens führen. Dennoch ist wahrscheinlich, dass bestimmte Patienten von einer erweiterten Rhythmusdetektion profitieren. Zur deren Identifikation wurde das ESUS-Konzept („embolic stroke of unknown source“) vorgeschlagen (Hart et al., 2014). Die ESUS-Kriterien fordern den bildmorphologischen Nachweis eines nicht-lakunären Hirninfarkts mittels CT oder MRT nach Ausschluss einer den Infarkt erklärenden anderen Ätiologie (z.B. einer signifikanten Carotisstenose >50%). Als diagnostische Mindestkriterien für ESUS werden eine transthorakale Echokardiografie, eine extra- und intrakranielle Gefäßdarstellung und ein Langzeit-EKG über
24 Stunden gefordert. Auch anhand weiterer kardial-struktureller und anamnestischer Kriterien lassen sich Wahrscheinlichkeiten für das Vorliegen eines bislang unentdeckten paroxysmalen Vorhofflimmerns ableiten (z.B. dilatierter linker Vorhof, verlängertes PR-Intervall, Vorliegen eines OSAS) (Thijs et al., 2016).

Folgende Empfehlungen für den Einsatz von diagnostischen Verfahren zur erweiterten Rhythmusdetektion lassen sich ableiten:

  • Eine erweiterte Rhythmusdetektion in der stationären oder poststationären Phase nach einem ischämischen Schlaganfall sollte in Betracht gezogen werden, wenn in der zerebralen Bildgebung mittels CT oder MRT ein mutmaßlich embolischer Hirninfarkt nachgewiesen wurde und die zuvor erfolgte gründliche Ätiologiediagnostik keinen Nachweis eine kardialen oder arteriellen Emboliequelle erbracht hat. Als minimal durchzuführende Ätiologiediagnostik ist eine Langzeit-EKG-Überwachung über mindestens 24 Stunden, eine Untersuchung der extra- und intrakraniellen Arterien mittels Ultraschall (obligat), ggf. zusätzlich CT-A oder MR-A, und eine transthorakale Echografie jeweils ohne wegweisende Befunde zu fordern (ASCOD-Kriterien C = 0–1).
  • Kontinuierliche Detektionsverfahren (implantierbare Ereignisrekorder) sind wegen der höheren Detektionsrate von paroxysmalem Vorhofflimmen diskontinuierlichen Verfahren vorzuziehen, allerdings können diesen Befunden noch keine gültigen therapeutischen Konsequenzen gegenübergestellt werden.

Ergeben die routinemäßig erhobenen diagnostischen Untersuchungen keine richtungweisenden ätiologischen Befunde, sollten weitere Spezialuntersuchungen stattfinden, um außer atherosklerotischen (A), „small-vessel-disease“ (S), kardialen Pathologien (C), Dissektionen (D) auch andere seltenere Erkrankungen (O), die in der ASCOD Klassifikation nach Phänomenologie und Evidenzlevel gelistet sind, zu detektieren (Amarenco et al., 2013). Beispielsweise sollte bei einer klinischen Konstellation mit Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Adynamie, bei Symptomen aus dem rheumatischen Beschwerdekomplex sowie bei Laborbefunden mit einer Erhöhung von Akutphasenproteinen (BSG, CRP), Fibrinogen, Immunkomplexen, C3/C4, Leukozytopenie, Blutbildveränderungen (z. B. Thrombozytopenie oder Anämie) eine Diagnostik bezüglich einer systemischen Vaskulitis erfolgen. Dazu zählen sowohl die Erhebung allgemeiner Entzündungsparameter als auch spezifische Antikörpernachweise oder der Nachweis anderer Immunparameter (Autoantikörper gegen das Zytoplasma neutrophiler Leukozyten mit der Antigendifferenzierung in pANCA und cANCA, Eosinophile, IgE, Kryoglobuline). Wird klinisch eine Kollagenose vermutet, sollten laborchemisch ein systemischer Lupus erythematodes (Doppelstrang-DNA-Antikörper), Sjögren-Syndrom (SSA- und SSB- Autoantikörper) und eine rheumatoide Arthritis (Rheumaserologie) differenziert werden. Bei der isolierten zerebralen Vaskulitis handelt es sich in der Regel um ein schweres klinisches Krankheitsbild mit Blutungen, Infarkten und Liquorveränderungen, die manchmal nur mittels leptomeningealer und kortikaler Biopsie ätiologisch gesichert werden kann. Zum detaillierten Vorgehen bei Verdacht auf zerebrale Vaskulitis wird auf die Leitlinie „Zerebrale Vaskulitis" verwiesen.

Zur Klärung von Koagulopathien sollten bei Hinweisen auf eine mögliche paradoxe Embolie diagnostisch die bekannten Ursachen für eine venöse Thrombose einbezogen werden – nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Angiologie sind die klinischen und ultraschalldiagnostischen Parameter in ihrer Aussagekraft vor den Laborwerten, sowohl prozedural als auch nach der Wertigkeit, einzureihen. Bei positivem Befund einer APC-Resistenz steht eine Testung auf eine heterozygote oder homozygote Faktor-V-Leiden- und Prothrombin-G20210A-Mutation sowie auf einen Antithrombin-, Protein-C- und/oder Protein-S-Mangel zur Verfügung. Ein gesicherter Zusammenhang zwischen primären Thrombophilien und der arteriellen Genese eines Schlaganfalls ist bisher nicht nachgewiesen. Eine Indikation zur Antikoagulation aus diesen Laborbefunden bedarf einer strengen Nutzen-Risiko-Abwägung (Morris et al., 2010).

Schlaganfälle können auch im Zusammenhang mit einer malignen Erkrankung auftreten. Besonders häufig ist dies bei Bronchial- und Pankreas-Karzinomen der Fall (Schwarzbach et al., 2012). Koinzidente venöse Thrombosen, Lungenembolien und erhöhte D-Dimere sind verdächtig für das Vorliegen Tumor-assoziierter Schlaganfälle. Falls eine Neoplasie nicht bekannt ist, sollte daher bei zerebralen Ischämien und erhöhtem D-Dimer und/oder venösen Thrombosen eine Tumorsuche eingeleitet werden.

Bei Schlaganfallpatienten mit rezidivierenden thrombotischen Ereignissen in der Vorgeschichte, Frauen mit Fehlgeburten, Thrombozytopenie und Hautnekrosen muss differenzialdiagnostisch ein Antiphospholipid-Antikörper- Syndrom erwogen werden. Hierzu sollten die maßgeblich relevanten Untergruppen der Antiphospholipid-Antikörper getestet werden (Lupus-Antikoagulans-, Anticardiolipin- und Anti-β2-Glykoprotein-Antikörper).

Selten können auch erregerbedingte Vaskulitiden ischämische Schlaganfälle verursachen. Daher ist bei Schlaganfällen unklarer Ätiologie und Zeichen einer systemischen Infektion eine erweiterte Labordiagnostik aus Serum und Liquor notwendig. Dabei sollten Erregernachweise bzw. Titerbestimmungen für Lues, Borrelien, Mykoplasmen, Chlamydien, die Herpesgruppe, speziell VZV, CMV, Hepatitis B und C, HIV, Toxoplasmose und Zystizerkose erfolgen.

Gegebenenfalls kann eine Biopsie die einzige Methode sein, um eine seltene Ätiologie zu klären. Abhängig von der vermuteten Erkrankung wird ein Biopsat aus Haut, Muskulatur, Temporalarterie, Leptomeningen oder Gehirngewebe entnommen.

Biomarker des Schlaganfalls sind zahlreich untersucht worden. Die meisten zeichnen sich zwar durch eine signifikante Assoziation aus, in jüngster Zeit beobachtete genetische Marker eignen sich sogar zur ätiologischen Zuordnung von Subtypen eines Schlaganfalls (Foerch et al., 2009), allerdings sind diese Daten eher von theoretischem Interesse, weil die einzelnen Marker bei Berücksichtigung der traditionellen Risikofaktoren keine signifikante oder zusätzliche Information erlauben. Biomarker zur Differenzierung der Diagnose Schlaganfall versus „stroke mimic" oder ischämisches versus hämorrhagisches Schlaganfallereignis erreichen in neueren Studien zwar eine vielversprechende Sensitivität und Spezifität, sind aber für individuelle Therapieentscheidungen (z.B. Thrombolyse) noch nicht aussagekräftig genug.

Vorgenannte ätiologische Untersuchungsparameter sollten insbesondere bei jungen Patienten (<55 Jahre) mit ischämischem Schlaganfall oder ICB diskutiert werden, wenn keine sicheren anderen atherosklerotischen Assoziationen bestehen. Umgekehrt sollten aber auch bei jüngeren Patienten die wachsende Bedeutung modifizierbarer Risikofaktoren nicht länger unterschätzt werden.

Genetische Dispositionen zu Schlaganfallereignissen sind wiederholt beschrieben worden und haben Vermutungen zunächst bestätigt, dass bei entsprechenden Ereignissen von Patienten <55 Jahre eine Häufung zu erwarten wäre. Beim Morbus Fabry hat eine große europäische Studie aber gezeigt, dass nur 0,6% von über 5000 Patienten dieser Altersgruppe tatsächlich an einem Galaktosamid-Defizit leiden (Rolfs et al., 2011). Auch CADASIL (multiple Mutationen des NOTCH3-Gens) ist eine sehr seltene Erkrankung, und in dieser Serie identifizierte Patienten zeigten keine charakteristischen Veränderungen in der zerebralen Bildgebung, wie sie zu erwarten gewesen wären. Neben der molekulargenetischen Diagnostik ist die Hautbiopsie mit elektronenmikroskopischer Beurteilung der subkutanen Gefäße diagnostisch hilfreich. Veränderungen der weißen Substanz („white matter lesions") in erheblichem Ausmaß sind auch bei zahlreichen genetischen Erkrankungen im höheren Lebensalter bei entsprechender familiärer Disposition neuen Mutationen zugeordnet worden. Es handelt sich um ein buntes Bild mit in vielen Fällen durch kognitive Funktionsstörungen und vereinzelte Schlaganfallereignisse meist der kleinen Hirnarterien zuzuordnenden Krankheitsbildern mit systemischen Manifestationen, die über das ZNS hinausgehen (z.B. CARASIL [Maeda-Krankheit] bei Mutation des HTRA1-Gens). Differenzialdiagnostisch gelegentlich wichtig ist eine molekulargenetische und morphologische (Muskelbiopsie) Analyse beim MELAS-Syndrom (häufig 3243A>G-Mutation), wobei das klinische und MRT-Bild zahlreiche Variationen des Phänotyps (Minderwuchs, Innenohrschwerhörigkeit, Diabetes mellitus, kognitive Defizite, Gefäßterritorien überschreitende ischämische Schlaganfälle) umfassen kann.

Versorgungskoordination

Bei Auftreten eines Schlaganfalls ist unverzüglich der medizinische Notfalldienst zu verständigen und eine Einweisung in ein qualifiziertes Zentrum zu veranlassen. Regionale Zertifizierungen entsprechender Zentren bieten ein nahezu flächendeckendes Netzwerk der Schlaganfallakutversorgung im deutschsprachigen Raum einschließlich telemedizinisch verbundener Krankenhäuser. Dies gilt noch nicht für die erst seit kurzem für einen Teil der Patienten (ca. 10%) möglichen interventionellen Maßnahmen in der Akutphase, solange keine verbindlichen Empfehlungen über das Management konsentiert und umgesetzt sind.

Expertengruppe

Prof. Dr. Franz Fazekas, Neurologische Universitätsklinik, LKH-Uniklinikum Graz
Prof. Dr. Michael G. Hennerici, Neurologische Universitätsklinik, Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg
Prof. Dr. Rolf Kern, Klinik für Neurologie, Klinikum Kempten
Prof. Dr. Heinrich Mattle, Universitätsklinik für Neurologie, Inselspital Bern
PD Dr. Götz Thomalla, Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg

Als Vertreter der österreichischen und Schweizer Neurologie waren beteiligt:
Prof. Dr. Franz Fazekas, Neurologische Universitätsklinik, LKH-Uniklinikum Graz (A)
Prof. Dr. Heinrich Mattle, Universitätsklinik für Neurologie, Inselspital Bern (CH)

Federführend
Prof. Dr. Michael G. Hennerici, Neurologische Universitätsklinik, Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg, Theodor-Kutzer-Ufer 1–3, 68135 Mannheim
E-Mail:

Prof. Dr. Rolf Kern, Klinik für Neurologie, Klinikum Kempten, Klinikverbund-Kempten-Oberallgäu gGmbH, Robert-Weixler-Str. 50, 87439 Kempten
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Entwicklungsstufe der Leitlinie: S1

Erklärung und Prüfung von Interessen

Alle Mitwirkenden der Leitlinie haben ihre Interessenerklärungen (AWMF-Formular zur Erklärung von Interessen im Rahmen von Leitlinienvorhaben Betaversion für Praxistest, Stand 29.06.2016) rechtzeitig und vollständig ausgefüllt beim Koordinator eingereicht.

Alle Interessenerklärungen wurden durch einen anonymen, unabhängigen und sachkundigen Interessenkonfliktbeauftragten der DGN auf potenzielle thematisch relevante Interessenkonflikte geprüft. Danach liegen bei den beteiligten Autoren keine die Objektivität der Beiträge einschränkenden Interessenkonflikte vor.

Daher wurde auch die 50%-Regel der DGN (d.h., mindestens die Hälfte der Mitwirkenden dürfen keine themenbezogenen Interessenkonflikte besitzen) eingehalten.

Zusammengefasst ergeben sich für das Autorengremium keine relevanten Einschränkungen seitens problematischer Interessen. Die dargelegten Interessen der Beteiligten sowie deren Bewertung sind aus Gründen der Transparenz in der tabellarischen Zusammenfassung (PDF zum Download) aufgeführt.

Finanzierung 

Diese Leitlinie entstand ohne Unterstützung oder Einflussnahme durch die Industrie.

Methodik der Leitlinienentwicklung

Zusammensetzung

Bei dieser Leitlinie handelt es sich um eine gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG). Es wurden keine Interessensgruppen beteiligt.

Verfahren zur Konsensfindung

Die Konsensbildung erfolgte mithilfe eines modifizierten Delphiverfahrens mit 2 Umläufen und Kommentierung durch die Mitglieder der Expertengruppe.

Diese Leitlinie ist von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) sowie der beteiligten Fachgesellschaften verabschiedet worden.

Literatur