Kapitel: Verschiedenes

Lumbalpunktion und Liquordiagnostik

Herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie (DGLN)

Entwicklungsstufe:
S1
Stand: 25. Juli 2019
Online seit: 14. August 2019
Gültig bis: 24. Juli 2024
AWMF-Registernummer: 030/141
Federführend
Prof. Dr. Hayrettin Tumani, Schwendi/Ulm
Priv.-Doz. Dr. Hela-F. Petereit, Köln



PDF-Download der Leitlinie
Tabelle Erklärung von Interessen (PDF)

Zitierhinweis
Tumani H., Petereit H.-F. et al., Lumbalpunktion und Liquordiagnostik, S1-Leitlinie, 2019, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien  (abgerufen am TT.MM.JJJJ)

Bitte beachten Sie: Die Langversion der Leitlinie finden Sie als PDF zum Download im grauen Kasten oben.


Was gibt es Neues?

  • Nach den revidierten McDonald-Kriterien von 2017 kann bei Patienten mit einem klinisch-isolierten Syndrom, die die kernspintomographischen Kriterien einer räumlichen Dissemination erfüllen, bei Nachweis isolierter oligoklonaler Banden im Liquor die Diagnose einer schubförmigen Multiplen Sklerose gestellt werden.
  • Empfehlungen zur LP bei Patienten mit Antikoagulation (Vitamin-K-Antagonisten, neue orale Antikoagulanzien (NOAKs) und dualer Thrombozytenaggregationshemmung) werden gegeben.

Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick

  • Der Liquor ist ein wichtiges, teilweise alternativloses diagnostisches Verfahren bei Entzündungen des Nervensystems und der Hirnhäute, bildgebend nicht fassbaren Blutungen im Bereich des Subarachnoidal-raums sowie Ausbreitung maligner Erkrankungen auf den Liquorraum und die Meningen.
  • Die Messungen des Liquoreröffnungsdrucks bei idiopathischer intrakranieller Hypertension und der Liquorablassversuch bei Normaldruckhydrozephalus sind diagnosesichernde Untersuchungs-verfahren mit therapeutischem Nutzen.
  • In der Diagnostik und Differenzialdiagnostik neurodegenerativer Erkrankung spielt die Liquoranalytik zunehmend eine Rolle.
  • Vor der Punktion der Liquorräume ist das schriftliche Einverständnis des Patienten einzuholen, und Kontraindikationen wie eine Blutungsneigung oder erhöhter intrakranieller Druck sind auszuschließen.
  • Um unnötige Nachpunktionen zu vermeiden, sollte eine ausreichende Menge (mind. 10 ml) gewonnen, die Liquor- und die zeitgleich abgenommene Serumprobe unverzüglich in ein spezialisiertes Labor verschickt werden, damit das Notfall- und Grundprogramm der Liquoranalytik innerhalb von zwei Stunden durchgeführt werden kann. Für die zeitsensitive Liquorzyto¬logie ist sogar eine Transportzeit von weniger als einer Stunde zu empfehlen. Wenn möglich, sollte eine Liquorprobe (als zellfreier Überstand) für einen gewissen Zeitraum für Nachanalysen (bei +4 °C bis zu 4 Wochen) asserviert werden (Ausnahme: für bakterielle Anzucht Nativliquor bei Raumtemperatur möglichst unverzüglich bearbeiten).
  • Um die diagnostische Ausbeute zu maximieren, müssen die für die klinische Fragestellung geeigneten Analysanden ausgewählt und die Regeln zur Präanalytik beachtet werden.
  • Als qualitätssichernde Maßnahmen werden die Zusammenführung aller zytologischen, klinisch-chemischen und mikrobiologischen Teilbefunde in einem zusammenfassenden Liquorbefundbericht und die Bewertung durch einen in der Liquordiagnostik erfahrenen Befunder empfohlen.

Bitte beachten Sie: Die Langversion der Leitlinie finden Sie als PDF zum Download im grauen Kasten oben.

 

 

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