Evidenzgraduierung: Studien zu diagnostischen Interventionen
Evidenzgraduierung: Studien zu therapeutischen Interventionen
Empfehlungsgrade
Hinweis zur Benutzung der Clinical Pathways
Wichtige Hinweise / Disclaimer

 


 
Liebe Nutzerinnen und Nutzer,

Die über 90 Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie werden einer kontinuierlichen Aktualisierung unterzogen, um den möglichst schnellen Transfer neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Diagnose und evidenzbasierter Therapie in Kliniken und Praxen zu gewährleisten. Eine Veröffentlichung der Leitlinien in Buchform erfolgte letztmalig mit der 5. Auflage im Jahr 2012. Seit 2013 erscheinen Leitlinien nach Fertigstellung oder Überarbeitung auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Einzelne Leitlinien werden zusätzlich in der neuen Zeitschrift der DGN „DGNeurologie“ publiziert.

Die Mitglieder der Kommission Leitlinien der DGN sind:

Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen (Vorsitzender), Prof. Dr. med. Christian Gerloff, Hamburg (stellvertr. Vorsitzender), Prof. Dr. med. Peter Berlit, Essen (Vertreter der Chefärzte), Prof. Dr. med. Claudio L.A. Bassetti, Bern (Vertreter der SNG), Dr. med. Uwe Meier, Grevenbroich (Vertreter der Niedergelassenen), Prof. Dr. med. Jörg R. Weber, Klagenfurt (Vertreter der ÖGN), Prof. Dr. med. Claudia Sommer, Würzburg, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günther Deuschl, Kiel, Prof. Dr. med. Karla Eggert, Marburg, Prof. Dr. med. Gereon R. Fink, Köln. Prof. Dr. med. Peter U. Heuschmann, Würzburg, PD. Dr. med. Andreas Hufschmidt, Wittlich, Prof. Dr. med. Thomas Lempert, Berlin, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang H. Oertel, Marburg, Prof. Dr. med. Hans-Walter Pfister, München, Prof. Dr. med. Heinz Reichmann, Dresden, PD Dr. Christiane Schneider-Gold, Bochum, Prof. Dr. med. Bernhard J. Steinhoff, Kehl-Kork, Prof. Dr. med. Lars Timmermann, Marburg, Prof. Dr. med. Claus W. Wallesch, Elzach, Prof. Dr. med. Christian Weimar, Essen (Koordinator), Prof. Dr. med. Michael Weller, Zürich, Prof. Dr. med. Wolfgang Wick, Heidelberg

Bewährte Dinge aus der letzten Buchauflage wurden für die Online-Darstellung übernommen

  • Jede Leitlinie beginnt mit dem Abschnitt "Was gibt es Neues?", gefolgt von den wichtigsten Therapie-Empfehlungen auf einen Blick.
  • Prof. Hufschmidt erstellt nach Bedarf in bewährter Form Clinical Pathways.
  • Jede Leitlinie wird von zwei Mitgliedern und dem Vorsitzenden der DGN-Leitlinien-Kommission gegengelesen, korrigiert und ggf. ergänzt.
  • Für jede der Leitlinien werden die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) sowie die Schweizerische Neurologische Gesellschaft (SNG) gebeten, je einen Vertreter der entsprechenden Fachgesellschaft als Mitautor zu nominieren. Bei einem Teil der Leitlinien wird auch am Ende der jeweiligen Leitlinie auf die speziellen Belange in Österreich und der Schweiz verwiesen.

Alle Leitlinien wurden nach den Vorgaben der AWMF erstellt. Evidenzgrade und Empfehlungsstärken erscheinen daher nur noch bei solchen Leitlinien, denen eine systematische Recherche, Auswahl und Bewertung wissenschaftlicher Belege (Evidenz) zu den relevanten klinischen Fragestellungen zugrunde liegt (AWMF-Entwicklungsstufen S2e und S3). Alle anderen Leitlinien enthalten keine Evidenzgrade und nur sprachlich ausgedrückte (soll, sollte, kann) Empfehlungen im Text.

Die neue Definition der Evidenz- und Empfehlungsgrade ist wie folgt:

Evidenzgraduierung: Studien zu diagnostischen Interventionen

Ia
Evidenz aus einem systematischen Review guter Diagnosestudien vom Typ Ib

Ib
Evidenz aus mindestens einer Studie an einer Stichprobe der Zielpopulation, bei der bei allen Patienten der Referenztest unabhängig, blind und objektiv eingesetzt wurde

II
Evidenz aus einem systematischen Review von Diagnosestudien vom Typ II oder mindestens eine Diagnosestudie, bei der der Referenztest an einer selektierten Stichprobe der Zielpopulation unabhängig, blind und objektiv eingesetzt wurde

III
Evidenz aus einem systematischen Review von Diagnosestudien vom Typ III oder mindestens eine Diagnosestudie, bei der der Referenztest nicht bei allen Personen eingesetzt wurde

IV
Evidenz aus Berichten von Expertenkomitees oder Expertenmeinung und/oder klinische Erfahrung anerkannter Autoritäten

Evidenzgraduierung: Studien zu therapeutischen Interventionen

Ia
Evidenz aus einer Metaanalyse von mindestens drei randomisierten kontrollierten Studien (randomized controlled trials, RCTs).

Ib
Evidenz aus mindestens einer randomisiert kontrollierten Studie oder einer Meta-Analyse von weniger als drei RCTs.

IIa
Evidenz aus zumindest einer methodisch gut kontrollierten Studie ohne Randomisierung.

IIb
Evidenz aus zumindest einer methodisch guten, "quasi-experimentellen" deskriptiven Studie.

III
Evidenz aus methodisch guten, nichtexperimentellen Beobachtungsstudien, wie z. B. Vergleichsstudien, Korrelationsstudien und Fallstudien.

IV
Evidenz aus Berichten von Expertenkomitees oder Expertenmeinung und/oder klinische Erfahrung

Empfehlungsgrade

A: "Soll"-Empfehlung:
Zumindest eine randomisierte kontrollierte Studie von insgesamt guter Qualität und Konsistenz, die sich direkt auf die jeweilige Empfehlung bezieht und nicht extrapoliert wurde (Evidenzebenen la und Ib).

B: „Sollte“-Empfehlung:
Gut durchgeführte klinische Studien, aber keine randomisierten klinischen Studien, mit direktem Bezug zur Empfehlung (Evidenzebenen II oder III) oder Extrapolation von Evidenzebene I, falls der Bezug zur spezifischen Fragestellung fehlt.

0: „Kann“-Empfehlung:
Berichte von Expertenkreisen oder Expertenmeinung und/oder klinische Erfahrung anerkannter Autoritäten (Evidenzkategorie IV) oder Extrapolation von Evidenzebene lIa, IIb oder III. Diese Einstufung zeigt an, dass direkt anwendbare klinische Studien von guter Qualität nicht vorhanden oder nicht verfügbar waren.

GCP: "Good Clinical Practice" (auch: "Klinischer Konsenspunkt" , KKP):
Empfohlen als gute klinische Praxis im Konsens und aufgrund der klinischen Erfahrung der Mitglieder der Leitliniengruppe als ein Standard in der Behandlung, bei dem keine experimentelle wissenschaftliche Erforschung möglich oder angestrebt ist.

Grundlage der Empfehlungsgrade ist die vorhandene Evidenz für den Effekt eines Verfahrens oder einer Therapie. Zusätzlich werden bei der Vergabe der Empfehlungsgrade neben der Evidenz auch klinische Aspekte berücksichtigt. Konkret wurden dabei v.a. folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Konsistenz der Studienergebnisse,
  • klinische Relevanz der Studienendpunkte und der Effektstärken,
  • Nutzen-Risiko-Abwägung (Ausmaß erwünschter/unerwünschter Effekte),
  • Übertragbarkeit der Studien (Möglichkeit der Extrapolation auf erweiterte Patientenzielgruppen, zu erwartende Effektstärken im Alltag),
  • Umsetzbarkeit der Empfehlungen (Bedarf an Strukturen und Ressourcen),
  • Präferenzen der Patienten,
  • ethische Verpflichtungen (z. B. Handlungsbedarf bei mangelnder Datenlage).

Entsprechend dieser Konsensusaspekte kann eine Auf- oder eine Abwertung des Empfehlungsgrades gegenüber der Evidenzebene erfolgen.

Hinweis zur Benutzung der Clinical Pathways

Die Tabelle entspricht einem Flussdiagramm und wird von links nach rechts gelesen. Es können/müssen oft mehrere Zeilen parallel verfolgt werden. Diagnosen sind hellgrau, Therapiemaßnahmen dunkelgrau unterlegt.

Legende:

O Befunde/Entscheidungskriterien
Diagnostische/therapeutische Maßnahmen

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie legt besonderen Wert darauf, dass diese Leitlinien ohne Einflussnahme der Industrie entstehen. Für die Online-Versionen haben zudem alle Autoren ihre potenziellen Interessenkonflikte offengelegt. Alle anfallenden Kosten beispielsweise für Treffen von Konsensusgruppen oder Telefonkonferenzen wurden entweder aus Mitteln der Autoren oder aus Mitteln der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und damit aus den Mitgliedsbeiträgen der deutschen Neurologinnen und Neurologen bezahlt.

Unser besonderer Dank als Herausgeber gilt den Mitgliedern der Kommission Leitlinien der DGN für den hohen Zeitaufwand und die konstruktive Kritik an den Leitlinien. Unser Dank gilt nicht zuletzt den Autorengruppen und insbesondere den federführenden Autorinnen und Autoren, die mit großem Einsatz ihre Beiträge fertigstellen.

Wir hoffen, dass mithilfe der kontinuierlich aktualisierten Online-Versionen der Leitlinien noch mehr Patienten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz an neurologischen Leiden erkranken, eine optimale Diagnostik und Therapie erfahren.

H.-C. Diener, C. Gerloff, C. Weimar


Wichtige Hinweise / Disclaimer

Wie jede Wissenschaft ist die Medizin ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und klinische Erfahrung erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was Behandlung und medikamentöse Therapie anbelangt. Soweit bei DGN-Leitlinien eine Dosierung oder eine Applikation erwähnt wird, darf der Leser zwar darauf vertrauen, dass Autoren und Herausgeber große Sorgfalt darauf verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei Fertigstellung der Leitlinie entspricht. Für Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen kann vom Herausgeber jedoch keine Gewähr übernommen werden.

Jeder Benutzer ist angehalten, durch sorgfältige Prüfung der Fachinformation der in der Leitlinie genannten Präparate und gegebenenfalls nach Konsultation eines Spezialisten festzustellen, ob die dort gegebene Empfehlung für Dosierungen oder die Beachtung von Kontraindikationen gegenüber der Angabe in der Online-Version der jeweiligen Leitlinie abweicht. Eine solche Prüfung ist besonders wichtig bei selten verwendeten Präparaten oder solchen, die neu auf den Markt gebracht worden sind oder bei denen eine Off-Label-Anwedung besteht. Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr des Benutzers. Autoren und Mitglieder der DGN-Kommission Leitlinien appellieren an jeden Benutzer, ihnen auffallende Ungenauigkeiten mitzuteilen.

Geschützte Warennamen (Marken) werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

Die DGN-Leitlinien, einschließlich aller ihrer Teile, sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Herausgebers unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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