Pressemitteilung: Welchen Verlauf nimmt COVID-19 bei Patienten mit Multipler Sklerose?

6. April 2020 – Auf Initiative der Study Group des KKNMS (Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose e. V.) hat das europäische LEOSS-Register (Lean European Open Survey on SARS CoV II Infected Patients) MS-spezifische Fragestellungen in die Erfassung aufgenommen. Aus der Registerauswertung erhofft man sich Antworten auf die Fragen, ob das Risiko einer COVID-19-Infektion bei MS-Patienten erhöht ist und ob eine immunmodulatorische Therapie einen Einfluss auf den Verlauf der neuartigen Viruserkrankung hat.

Stellungnahme: Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie auf die Versorgung neuroonkologischer Patienten

6. April 2020 – Die Pandemie des Coronavirus SARS-CoV-2/COVID-19 hat Auswirkungen auf alle Bereiche der Medizin und betrifft direkt und indirekt auch die Versorgung neurologischer Patienten weltweit und auch in Deutschland. Allerdings wird hierdurch nach Kenntnis der Kommission Neuroonkologie der DGN die angemessene Versorgung und Behandlung von Patienten mit neuroonkologischen Erkrankungen nicht behindert.

Pressemitteilung: Die Schlaganfallversorgung muss auch während der SARS-CoV-2- Pandemie ohne Qualitätseinbußen gewährleistet sein!

3. April 2020 – Die DGN sieht mit Sorge, dass im Rahmen der aktuellen SARS-CoV-2- Pandemie zunehmend Stroke-Unit-Betten in Beatmungsbetten umgewandelt werden, denn Daten aus China und Italien deuten darauf hin, dass es zu einer möglichen Häufung von Schlaganfällen und anderen vaskulären Komplikationen bei Covid-19-Patienten kommen kann.

Stellungname: „Es muss sichergestellt werden, dass alle Patienten die für sie notwendigen Behandlungen erhalten“ - Gemeinsame Stellungnahme der DGN und DGNR

2. April 2020 – In der Pandemie-Situation werden im Moment vielfältige organisatorische Maßnahmen getroffen. In einer gemeinsamen Stellungnahme appellieren die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) daran, die Versorgung aller Patienten sicherzustellen.

Stellungnahme: Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie auf die Versorgung zerebrovaskulärer Erkrankungen

1. April 2020 – Die aktuelle Pandemie des neuen Corona-Virus SARS-CoV-2 betrifft direkt und indirekt auch die Versorgung zerebrovaskulärer Erkrankungen weltweit und in Deutschland. Dazu hat die DGN-Kommission Zerebrovaskuläre Erkrankungen eine Stellungnahme ausgearbeitet.

Neurotropie des Coronavirus könnte eine Rolle bei schweren SARS-CoV2-Verläufen spielen

1. April 2020 – SARS-CoV2 kann zu schweren Pneumonien führen, die u. U. ein ARDS „Acute respiratory distress syndrome“ auslösen. Hauptsymptom vieler Patienten mit schwerer Covid-19 ist die respiratorische Insuffizienz. Ein aktuell publiziertes Review zeigt auf, dass ein neurologischer Pathomechanismus zur Problematik beitragen kann.

Aufklärung der Struktur des Hauptenzyms der Coronavirus-Replikation und Entwicklung eines spezifischen Inhibitors

1. April 2020 – „Science“ erschien eine Arbeit des Teams um Prof. Dr. Rolf Hilgenfeld, Lübeck. Den Forschern ist es gelungen, die Kristallstruktur von „Mpro“, dem Hauptenzym der Virusreplikation aufzuklären und einen inhalativ applizierbaren Mpro-Inhibitor pharmakologisch zu optimieren.

Hohe SARS-CoV2-Dunkelziffer erklärt die schnelle Ausbreitung der Pandemie

1. April 2020 – Eine in „Science“ publizierte Arbeit berechnete, dass es vor allem undokumentierte Infektionsfälle in China waren, die der Verbreitung der Corona-Pandemie Vorschub geleistet haben. Die Wissenschaftler erstellten ein epidemiologisches Rechenmodell, demzufolge vor dem 23. Januar 2020 lediglich 14% der tatsächlichen Coronafälle in China dokumentiert waren.

Chinesische Leitlinie zum Umgang mit der COVID-19-Epidemie

1. April 2020 – Eine Kommission der Regierung der Volksrepublik China hat eine „Leitlinie zum Umgang mit der COVID-19-Epidemie“ erstellt (16.03.2020). Die Erkenntnisse beruhen auf den Erfahrungen mit den hohen Fallzahlen in China und geben Empfehlungen zu allen Aspekten des Pandemiemanagements.

Epidemiologie eines Covid-19-Ausbruchs in einer Pflegeeinrichtung

1. April 2020 – Alters- und Pflegeheime gelten als Hochrisiko-Umgebungen für Covid-19-Ausbrüche. Eine aktuelle Publikation zeigt eindrucksvoll, dass bereits ein einzelner Fall nicht unterschätzt werden darf.

Pressemitteilung: Atemstillstand bei schweren SARS-CoV2-Verläufen kann auch neural vermittelt sein

31. März 2020 – Ein kleiner Anteil der Patienten mit SARS-CoV2-Infektion verstirbt an einem akuten Lungenversagen, meistens in Folge einer schweren Form der Lungenentzündung. Eine kürzlich publizierte Arbeit [1] beschreibt jedoch einen weiteren möglichen, bislang wenig erforschten Pathomechanismus des tödlichen Lungenversagens.

NeuroNews: Coronavirus SARS-CoV2-Infektion/Covid-19 Erkrankung und Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen

31. März 2020 – Die „World Muscle Society“ hat gemeinsam mit Mitgliedern des Editorial Board des Journals „Neuromuscular Disorder“, der „European Academy of Neurology Scientific Panel Muscle & NMJ Disorders“ und dem Exekutiv-Komitee der ERN EURO-NMD ein Positionspapier erarbeitet, das die wesentlichen Fragen in Zusammenhang mit Coronavirus SARS-CoV2 -Infektion/Covid-19 Erkrankung bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen beantwortet.

Information: Wichtige Informationen für Vertragsärzte während der Coronakrise

27. März 2020 – Der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) wendet sich gemeinsam mit dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit einer Sonderinformation zur Coronakrise an die Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich.

Pressemitteilung: Neurologische Patienten sollten ihre Immuntherapie nicht aus Angst vor dem Coronavirus absetzen!

27. März 2020 – Patienten mit einer neurologischen Autoimmunerkrankung erhalten häufig immunsupprimierende oder immunmodulierende Medikamente, die per se infektanfälliger machen. Aber einen konkreten Hinweis dafür, dass die Immuntherapie das Risiko erhöht, sich mit SARS-CoV-2 (Coronavirus) anzustecken oder an COVID-19 zu erkranken, gibt es derzeit nicht.

Kommentar: Immuntherapien bei neuroimmunologischen Erkrankungen vor dem Hintergrund der SARS-CoV-2-Pandemie

25. März 2020– Aktualisierter Kommentar (Stand: 25.03.2020) der Klinischen Kommission „Neuroimmunologie“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zum Thema Immuntherapien bei neuroimmunologischen Erkrankungen vor dem Hintergrund der SARS-CoV-2-Pandemie.

NeuroNews: LEOSS-Register erfasst MS-spezifische Kriterien bei SARS CoV II-infizierten Patienten: Bitte pflegen Sie Ihre Patientendaten ein!

25. März 2020 – Auf Initiative der Study Group des KKNMS (Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose) e. V hat das europäische LEOSS-Register MS-spezifische Fragestellungen in die Erfassung aufgenommen.


 

SARS-CoV2 kann zu schweren Pneumonien führen, die u. U. ein ARDS „Acute respiratory distress syndrome“ auslösen. Hauptsymptom vieler Patienten mit schwerer Covid-19 ist die respiratorische Insuffizienz. Ein aktuell publiziertes Review zeigt auf, dass ein neurologischer Pathomechanismus zur Problematik beitragen kann.

Diese These wird auch dadurch verstärkt, dass viele Covid-19-Patienten neurologische Symptome entwickeln, u.a. Ageusie, Anosmie, Cephalgien, Übelkeit und Müdigkeit. Die Autoren führen an, dass Coronaviren in das zentrale Nervensystem bzw. das Gehirn eindringen können, insbesondere in den Hirnstamm. Eine durch Viren ausgelöste Dysfunktion des Atemzentrums könne dann die respiratorische Insuffizienz begünstigen. Das neuroinvasive Potenzial von Coronaviren wurde bereits 2002/2003 beim SARS-CoV-Ausbruch beschrieben: Coronaviren fand man dabei nur in Gehirnzellen, nicht in den umgebenden Blut- oder Lymphgefäßen, was für einen Infektionsweg über Neuronen und nicht über Blut- oder Lymphgefäße spricht. Tierexperimentell konnte der neurale Infektionsweg bereits nachgewiesen werden, er verläuft von der Nasenschleimhaut über freie Nervenendigungen bis zum Gehirn. Die Viren werden vermutlich via Endo-/Exozytose über die Synapsen weitergegeben.

In der Arbeit wurde darüber hinaus hervorgehoben, dass Tiere, die mit MERS-CoV („Middle East respiratory syndrome coronavirus“) infiziert waren, z. T. verstarben, ohne überhaupt Atemwegssymptome entwickelt zu haben; die Viren fanden sich bei diesen Tieren nur zerebral, nicht aber in der Lunge. Auch in der aktuellen SARS-CoV2-Pandemie wird vielfach berichtet, dass Patienten versterben, ohne zuvor respiratorische Symptome entwickelt zu haben.

Li YC, Bai WZ, Hashikawa T. The neuroinvasive potential of SARS-CoV2 may play a role in the respiratory failure of COVID-19 patients. J Med Virol 2020 Feb 27. doi: 10.1002/jmv.25728. [Epub ahead of print]

In „Science“ erschien eine Arbeit des Teams um Prof. Dr. Rolf Hilgenfeld, Lübeck. Den Forschern ist es gelungen, die Kristallstruktur von „Mpro“, dem Hauptenzym der Virusreplikation aufzuklären und einen inhalativ applizierbaren Mpro-Inhibitor pharmakologisch zu optimieren.

Die Hauptprotease der Corona-Virusreplikation „Mpro“ stellt ein vielversprechendes Therapietarget dar. Mpro steuert die posttranslationale Polyprotein-Prozessierung, daher könnte die Hemmung von Mpro die Virusvermehrung stoppen, so die Hypothese, ohne dabei unerwünschte Wirkungen mit körpereigenen Proteasen zu induzieren, da beim Menschen keine Mpro-ähnlichen Proteasen bekannt sind. Zunächst wurde ein Universal-Inhibitor (α-Ketoamid-Inhibitor) für die Hauptprotease von Alpha- und Beta-Coronaviren entwickelt, der dann pharmakologisch weiter modifiziert wurde (durch Einfügen eines Pyridon-Ringes), um den Abbau der Inhibitoren zu verhindern und so die Plasmahalbwertszeit des Inhibitor-Mpro-Komplexes zu verlängern.

Um sicher zu stellen, dass der eingefügte Pyridon-Ring mit der 3D-Struktur von Mpro kompatibel ist, wurden das ungebundene Enzym SARS-CoV-2-Mpro sowie der Mpro-Inhibitor-Komplex mittels Synchrotron-Strahlung (Auflösung 1,75 Å) analysiert. Basierend auf den Ergebnissen wurde der α-Ketoamid-Inhibitor in vielen Einzelschritten pharmakologisch weiter optimiert. Anschließend wurde der neue pyridonhaltige α-Ketoamid-Inhibitor an Mäusen und in vitro an menschlichen Mikrosomen pharmakokinetisch charakterisiert – hinsichtlich Aufnahme und Gewebeverteilung, Metabolismus und Ausscheidung. Nach inhalativer Applikation fand sich eine gute pulmonale Gewebeanreicherung der Substanz und die Tiere zeigten keine unerwünschten Wirkungen. Auf dem Boden dieser Erkenntnisse können womöglich künftig Coronavirus-spezifische antivirale Medikamente entwickelt werden.

Zhang L, Lin D, Sun X, Curth U, Drosten C, Sauerhering L, Becker S, Rox K, Hilgenfeld R. Crystal structure of SARS-CoV-2 main protease provides a basis for design of improved α-ketoamide inhibitors. Science 2020 Mar 20. pii: eabb3405. doi: 10.1126/science.abb3405. [Epub ahead of print]