Dr. Christoph Schrader (c) 2012 Deutsche Dystonie Gesellschaft e. V.
Oppenheim-Preis für Neurologen aus Hannover

19. Juni 2012 – Der Oppenheim-Preis der Deutschen Dystonie Gesellschaft e.V. wird im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Dystonie Gesellschaft am 23. Juni 2012 in Brühl bei Köln an Dr. Christoph Schrader, Facharzt für Neurologie und Oberarzt der Neurologischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, verliehen. Dr. Christoph Schrader erhält den Preis für seine  Arbeit „GPi-DBS may induce a hypokinetic gait disorder with freezing of gait in patients with dystonia“.

Stimulationsinduzierte hypokinetische (bewegungsarme) Gangstörungen mit Freezing of Gait (FOG) wurden erst kürzlich als unerwünschte Effekte bei Patienten mit Dystonie, die sich einer Tiefen Hirnstimulation (THS) im Globus pallidus internus (GPi) unterzogen haben, beschrieben. Das Ziel der Arbeit war, die Häufigkeit und das Erscheinungsbild dieses GPi-THS-induzierten Phänomens bei Patienten mit Dystonie zu untersuchen, die vor der tiefen Hirnstimulation keine Störung des Ganges aufwiesen.

Stimulation als reversible Komplikation

In ca. 8,5 Prozent der untersuchten Fälle trat eine hypokinetische Gangstörung nach GPi-THS auf. Es handelte sich dabei um einen direkten Stimulationseffekt, der nach Deaktivierung der Schrittmacherelektroden innerhalb von 24 Stunden reversibel war. Das Gangbild sah aus wie jenes bei einer mittleren bis fortgeschrittenen Parkinsonkrankheit und ging mit gestörter Haltungskontrolle und erhöhte Sturzgefahr einher. Interessanterweise haben die betroffenen Patienten trotz dieses unerwünschten Effektes im Schnitt eine 54-prozentige Verbesserung der dystonen Bewegungsstörungen erfahren. Schlussfolgernd wurde festgestellt, dass eine hypokinetische Gangstörung mit FOG eine Komplikation von GPi-THS sein kann. Das Ergebnis dieser Studie ist insofern bedeutsam, als dass sie Patienten und Ärzte für Pallidum-Stimulation-induzierte Bewegungsverlangsamungen sensibilisiert und einen Handlungsalgorithmus vorschlägt, wie man mit dieser unerwünschten Stimulationswirkung umgehen kann.

Breites Interessensgebiet schafft neue Erkenntnisse

Dr. Christoph Schrader ist seit Beginn seiner medizinischen Laufbahn an der Medizinischen Hochschule Hannover beschäftigt.  Seine klinische Tätigkeit umfasst die stationäre und poliklinische Versorgung von Patienten mit Bewegungsstörungen, wobei der Schwerpunkt auf invasiven Behandlungsverfahren liegt. So setzt sich Dr. Christoph Schrader mit Pumpentherapien und tiefer Hirnstimulation sowie mit Botulinumtoxin-Injektionen beim fortgeschrittenen idiopathischen Parkinsonsyndrom, Dystonie und Tremor-Erkrankungen auseinander. Ein weiteres Betätigungsfeld ist der natürliche Verlauf und die Differentialdiagnose von typischen und atypischen Parkinson-Syndromen.

Quelle: Deutsche Dystonie Gesellschaft e.V.
 

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