Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Brandt (l.) und Prof. Dr. med. Günther Deuschl (r.)
Günther Deuschl und Thomas Brandt erhalten Hans-Berger-Preis

12. April 2013 - Prof. Dr. med. Günther Deuschl, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, und Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Brandt,  Leiter des Instituts für Klinische Neurowissenschaften an der LMU München, wurden mit dem Hans-Berger-Preis der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie (DGKN) geehrt.

Professor Deuschl hat den Preis für seine Verdienste bei der Tremorforschung und auf dem Gebiet der Behandlungsmethode der Tiefen Hirnstimulation erhalten. Die derzeit geltende internationale Klassifikation des Tremors, also der mit Zittern verbundenen neurologischen Erkrankungen, geht auf die Arbeit von Professor Deuschl zurück, der in den Jahren 2007 und 2008 auch erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie war. Er hat verschiedene Tremorformen erstmals beschrieben. Professor Deuschl hat auch die internationalen Richtlinien zur Durchführung von elektrophysiologischen Untersuchungen herausgegeben und damit zur internationalen Harmonisierung des Fachgebietes beigetragen. Das Neurozentrum des UKSH am Campus Kiel ist durch die Arbeiten zur Tiefen Hirnstimulation als Implantationszentrum mit großer internationaler Ausstrahlung bekannt geworden. Erst jüngst hat ein deutsch-französischer Verbund unter Leitung von Professor Deuschl eine vielbeachtete Studie zum früheren Einsatz der Tiefen Hirnstimulation bei der Parkinson-Krankheit veröffentlicht.

Professor Brandt wurde mit dem Preis für seine Verdienste um die Erforschung des Schwindels und der Sensomotorik geehrt. Bereits mit 32 Jahren, im Jahr 1975, habilitierte er über sein Thema, dem er seither treu geblieben ist: „Visuell-vestibuläre Interaktionen bei der Bewegungswahrnehmung und Bewegungskrankheit“ – und wurde Chefarzt am Alfried Krupp Krankenhaus in Essen. 1984 wechselte er an die LMU München und wurde Direktor der Neurologischen Klinik am Klinikum Großhadern, die er zu dem weltweit wohl renommiertesten Zentrum für Schwindelerkrankungen ausbaute. 2006 erhielt Professor Brandt die deutschlandweit erste Senior-Forschungsprofessur der Hertie-Stiftung. Seit 2008 leitet er das Institut für Klinische Neurowissenschaften an der LMU München. 2011 wurde die Schwindelambulanz des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) für Schwindel, Gleichgewichts- und Augenbewegungsstörungen eröffnet.

Der Hans-Berger-Preis ist ein seit 1960 von der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie vergebener Lebenswerk-Preis, der nach dem Entdecker des Elektroenzephalogramms, dem Neurologen Hans Berger benannt ist. Der Preis wird für langjähriges und umfassendes wissenschaftliches Wirken auf dem Gebiet der theoretischen oder klinischen Neurophysiologie verliehen. Der Hans-Berger-Preis ist der wichtigste Preis der Fachgesellschaft und wird in unregelmäßigen Abständen vergeben.

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