(c) Wikicommons/Maria Popova
Zum Tod von Oliver Sacks

31. August 2015 – Der amerikanische Neurologe und Psychiater Oliver Sacks hat mit seinem ersten berühmten Buch von 1984 „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ den damaligen Kenntnisstand der neurologisch-psychiatrischen Forschung mit seinen Patientengeschichten popularisiert und auf diese Weise ein Verständnis für die Funktionsweise unseres Gehirns in der breiten Bevölkerung geschaffen – auch hier in Deutschland.

Mit Sicherheit hat er damals einige junge Menschen so fasziniert, dass sie sich für den Beruf Neurologe, Psychiater, Neurowissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten entschieden haben. Sacks war zwar eher Schriftsteller als Arzt oder Wissenschaftler. Aber hier liegt sein Verdienst: Er hat mit seinen Dutzenden Büchern den Menschen gezeigt, wie das Organ Gehirn speziell unsere Wahrnehmung hinters Licht führen kann, erst recht, wenn es von organischen Erkrankungen oder Drogen beeeinflusst ist. Seine zum Spielfilm verfilmte Geschichte „Awakenings – Zeit des Erwachsens“ zeigt eindrucksvoll, wie das Medikament L-Dopa zahlreiche durch eine Infektion in Agonie erstarrte Menschen wieder ins Leben zurückführen konnte. Einer seiner schönsten Sätze lautete: „Wenn wir Krankheiten untersuchen, gewinnen wir Erkenntnisse über Anatomie, Physiologie und Biologie. Wenn wir Personen mit Krankheiten untersuchen, gewinnen wir Erkenntnisse über das Leben.“

Oliver Sacks ist am Sonntag, den 30. August, an den Folgen eines Krebsleidens 82-jährig verstorben.

Wir nutzen Cookies, um die Zugriffe auf unserer Webseite zu analysieren. Sie können dem jederzeit widersprechen. Weitere Hinweise und die Möglichkeit zum Opt-out finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Datenschutzerklärung Verstanden