Multiple Sklerose: Neue Ursachen für Abwehrdefizit und Gegenmittel entdeckt

19. Mai 2016 – Neuroimmunologen und -pathologen der Universitäten Münster und München haben in einer Studie bislang unbekannte Auslöser für das Abwehrdefizit bei Multipler Sklerose (MS) sowie einen entsprechenden therapeutischen Wirkstoff identifiziert.

Normalerweise erfüllen die natürlichen Killerzellen (NK) im menschlichen Körper eine Schutzfunktion. Sie halten autoreaktive T-Zellen im Körper in Schach. Laut den hier beschriebenen Forschungen ist diese Funktion bei der MS gestört. Die Forscher entschlüsselten den genauen molekularen Mechanismus, mit dem NK-Zellen das Immunsystem schützen und enthüllten, dass bei der MS nicht nur die Überwachungsmechanismen des Immunsystems versagen. Zusätzlich nutzen die schädlichen T-Zellen Tricks, um der Kontrolle der natürlichen Killerzellen zu entgehen. Diese reaktiven T-Zellen überqueren ungehindert die Blut-Hirn-Schranke und greifen dort die Schutzschicht der Nervenzellen an.

„Es gibt eine Therapie für die schubförmige MS, die geradezu maßgeschneidert ist, um das Defizit zu beheben: die Blockade des Interleukin-2-Rezeptors“, erklären die Forscher um die Projektleiter Dr. rer. nat Catharina Groß und Prof. Dr. med. Heinz Wiendl. Nachdem der hierfür einsetzbare Wirkstoff Daclizumab Ende April von der EU-Arzneimittelbehörde EMA zur Zulassung empfohlen wurde, könnten schon bald Patienten mit dieser Therapie behandelt werden.

Zur Pressemitteilung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)

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