Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz aktualisiert

24. März 2017 – Auf den Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) ist die aktualisierte Neuauflage der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) "Nicht-spezifischer Kreuzschmerz" abrufbar.

Ein Expertengremium aus 28 Fachgesellschaften und Organisationen hat die Vorversion der NVL Kreuzschmerz in den vergangenen 24 Monaten auf Herz und Nieren geprüft und alle neuen Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung eingearbeitet. Für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) waren Prof. Dr. Till Sprenger, Wiesbaden, und Prof. Dr. Thomas R. Tölle, München, an der Überarbeitung beteiligt.

Die NVL Kreuzschmerz fasst den aktuellen Wissensstand für alle an der Versorgung Beteiligten zusammen und beschreibt genau, was bei Diagnostik und Behandlung wirksam ist – und was man besser lassen sollte. Der Flyer "Was ist wichtig? Was ist neu?" gibt einen schnellen Überblick.

Die Kernaussagen der NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz

  • Zunehmend werde deutlicher, dass Seele und soziales Umfeld Kreuzschmerzen beeinflussen können, so das ÄZQ. Deshalb empfiehlt die Leitlinie, psychosoziale Risikofaktoren von Anfang an zu berücksichtigen.
  • Ergeben die Befragung und die klinische Untersuchung keinen Verdacht auf gefährliche Ursachen, so sollten behandelnde Ärzte keine weiteren Untersuchungen veranlassen. Halten die Schmerzen jedoch vier bis sechs Wochen an, sollten sie prüfen, ob bildgebende Verfahren nötig sind. Von mehrfachen Bildgebungen bei unverändertem Beschwerdebild rät die NVL ab.
  • Bezüglich der Behandlungsempfehlungen hat sich wenig geändert: Bei akuten, nicht-spezifischen Kreuzschmerzen rät die NVL weiterhin zu Bewegung. Meist bessern sich akute Kreuzschmerzen von allein ohne besondere Behandlung. Alles, was Passivität fördert, sollte nicht oder nur in Verbindung mit aktivierenden Behandlungsformen eingesetzt werden. Schmerzlindernde Medikamente können die Behandlung von Kreuzschmerzen unterstützen. Dabei ist wichtig, das für den Patienten am besten passende Medikament zu wählen und so kurz und in so geringer Dosierung wie möglich anzuwenden.
  • Bessern sich Kreuzschmerzen nach einigen Wochen nicht, sollten alle an der Behandlung beteiligten Fachgruppen über die weitere Behandlung beraten. Halten Schmerzen länger als sechs Wochen an, sollen Betroffene eine multimodale Therapie erhalten, die Schmerz-, Psycho- und Bewegungstherapien kombiniert.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der Trägerschaft von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) beauftragt.

Weitere Informationen:

NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz

Patientenmaterialien

Leitlinien der DGN (Startseite Leitlinien)