KKNMS: Sicherheitsmaßnahmen bei MS-Immuntherapien unverzichtbar

3. Juli 2017 – Das Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) betont in einer Stellungnahme die Wichtigkeit von Sicherheitsmaßnahmen vor und während einer Immuntherapie der Multiplen Sklerose (MS). Dass in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen auftreten, sei seit Längerem bekannt, so das KKNMS.

Das KKNMS verweist auf zwei kürzlich gemeldete Fälle schwerer Nebenwirkungen. Eine Patientin in Deutschland sei an den Folgen eines akuten Leberversagens im Zusammenhang mit Daclizumab (Handelsname Zinbryta®) verstorben. Kurz zuvor sei ein Fall progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) unter Ocrelizumab (Ocrevus®) bekannt geworden. Beide Fälle würden derzeit noch genau untersucht, berichtet das KKNMS. Sie belegten aber, dass Immuntherapien aufgrund ihres speziellen Wirkmechanismus zu seltenen, jedoch schweren Nebenwirkungen führen können – mit potenziell tödlichem Verlauf.

„Die vorliegenden Fälle zeigen erneut, wie wichtig eine gründliche Anamnese, eine engmaschige Überwachung und die konsequente Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen vor und während der Behandlung sowie bei Therapieumstellung sind“, wird Prof. Dr. Heinz Wiendl, Direktor der Klinik für Allgemeine Neurologie am Universitätsklinikum Münster und stellvertretender KKNMS-Vorstandssprecher, in der Stellungnahme zitiert. Sicherheits- und Monitoringmaßnahmen seien zwar nicht in der Lage, alle möglichen Komplikationen von MS-Therapien zu verhindern oder zu kontrollieren, allerdings führen sie insgesamt zu erhöhter Behandlungssicherheit und -qualität und damit auch zur besseren Kontrolle von möglichen Nebenwirkungen.

Zur Stellungnahme des KKNMS (PDF zum Download)

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