Prof. Martin Grond
Routinemäßiger Einsatz von Paracetamol bei Patienten mit Schlaganfall nicht wirksam

29. Mai 2009 – Bei Patienten mit ischämischen Insult oder intrazerebraler Blutung und einer Körpertemperatur zwischen 36 und 39 °C verbesserte die Gabe von Paracetamol das Behandlungsergebnis nicht wesentlich. In einer gerade in The Lancet Neurology publizierten multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten PAIS-Studie (Paracetamol In Stroke) erhielten 1400 Patienten innerhalb von zwölf Stunden nach Einsetzen der Symptome 6 g Paracetamol pro Tag (n=697) oder Placebo (n=703) über drei Tage.

In der Paracetamol-Gruppe zeigten 37% der Patienten (n=260) eine über die Erwartungen hinausgehende Verbesserung ihrer Symptome, in der Placebo-Gruppe waren dies 33% (n=232). In einer anschließenden post-hoc Analyse der Patienten mit einer Körpertemperatur zwischen 37 und 39 °C waren diese Ergebnisse deutlicher: 40% der Patienten der Paracetamol-Gruppe (131 von 326 Patienten) und 31% der Placebo-Gruppe (106 von 335 Patienten) zeigten eine Verbesserung der Symptome, die über die Erwartungen hinausging.

Die Autoren der Studie schließen aus diesen Ergebnissen, dass Paracetamol 6 g/Tag nicht routinemäßig bei Patienten mit akutem Schlaganfall gegeben werden sollte. Sinnvoll könnte es bei Patienten sein, deren Körpertemperatur zwischen 37 und 39 °C liege. Die hier dargestellten post-hoc Ergebnisse bedürften jedoch weiterer Studien.

Temperatur niedrig halten

„Auch wenn zwar die Studie bezüglich des routinemäßigen Einsatzes von Paracetamol nicht positiv war, unterstützen die Daten aus der post-hoc Analyse doch den Ansatz, die Körpertemperatur bei Patienten mit akutem Schlaganfall möglichst niedrig zu halten. Hier könne kleinere Temperatursenkungen offensichtlich schon einen positiven Effekt zeigen“ kommentiert Prof. Dr. med. Martin Grond, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt der Klinik für Neurologie in Siegen, die Untersuchung.

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