Prof. Dr. med. Brit Mollenhauer und Prof. Dr. med. Peter Wolf (Foto: privat)

DGN verleiht den Robert Wartenberg-Preis und das Romberg-Glas 

06. März 2013 –Forschung zur Frühdiagnose von Parkinson und Engagement für die deutsche Epileptologie: Die Kommission Leitende Krankenhausärzte der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) unter Vorsitz von Professor Dr. med. Peter Berlit (Essen) hat auf der Tagung der Leitenden Krankenhausneurologen in Kassel Professor Brit Mollenhauer (Kassel) für ihre wissenschaftliche Arbeit zur Frühdiagnose des Morbus Parkinson und Professor Peter Wolf (Dianalund/Dänemark) für seine Verdienste um die deutsche Neurologie und Epileptologie geehrt.

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Robert Wartenberg-Preis: Biomarker zur Frühdiagnose des Morbus Parkinson

Prof. Dr. med. Brit Mollenhauer, Oberärztin an der Paracelsus-Elena-Klinik Kassel, erhielt für ihre wissenschaftliche Arbeit zur Frage der Bedeutung von Biomarkern für die Frühdiagnose des Morbus Parkinson den Robert Wartenberg-Preis 2013. „In der Hoffnung auf zukünftige neuroprotektive Substanzen für den Morbus Parkinson können die Biomarker helfen, diese frühzeitig gezielt anzuwenden, aber auch therapeutische Effekte mit einem möglichen Progressionsmarker objektiv abzubilden“, erklärte Professor Mollenhauer im Rahmen der mit dem Preis verbundenen Wartenberg-Lecture zum Thema „Wie wird in Zukunft Parkinson diagnostiziert?“.

Die Arbeiten von Professor Mollenhauer wurden am Neurozentrum der Universität Göttingen, an der Harvard-Medical-School in Boston und während der vergangenen fünf Jahre an der Kasseler Paracelsus-Elena-Klinik durchgeführt. Hier läuft seit Sommer 2009 die in dieser Form weltweit einzigartige DeNoPa-Langzeitstudie (www.denopa.de). Ziel ist, die Parkinsonerkrankung von den ersten Symptomen an in einer Langzeitperspektive zu verfolgen, neue Biomarker in Liquor, Blut, Urin und in der Kernspintomographie sowie nichtmotorische Störungen (Schlaflaboruntersuchungen, Riechtests etc.) zu identifizieren. Auf diese Weise sollen Testverfahren und Untersuchungsmethoden zur Frühdiagnose des Morbus Parkinson entwickelt werden. Professor Mollenhauer hat ihre Arbeiten in 55 hochrangingen Journalen veröffentlicht, 15 davon als Erstautorin, sowie 13 Übersichtsarbeiten und drei Buchbeiträge verfasst.

Der Robert Wartenberg-Preis wird seit 2001 jährlich von der Kommission Leitende Krankenhausärzte der DGN ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten klinisch tätiger Ärzte in nichtuniversitären neurologischen Kliniken. Der Preis ist verbunden mit einer Vorlesung (Robert Wartenberg-Lecture) auf dem Jahrestreffen der Leitenden Krankenhausneurologen. Er ist mit 5000 Euro dotiert. Das Preiskuratorium setzt sich zusammen aus dem Ersten Vorsitzenden der DGN, dem Vorsitzenden und drei weiteren Mitgliedern der Kommission Leitende Krankenhausärzte sowie zwei weiteren Leitenden Krankenhausärzten.

Romberg-Glas: Verdienste um die deutsche Neurologie und Epileptologie

Prof. Dr. med. Peter Wolf, Neurologe und Epileptologe, wurde für seine Verdienste um die deutsche Neurologie und Epileptologie mit dem Romberg-Glas der DGN geehrt. „Mein Dank gilt dem Vorstand von Bethel und den vielen hervorragenden Mitarbeitern, die ich dort hatte. Nur mit ihrer Hilfe und ihrem Engagement war es mir möglich, die Epilepsieklinik Mara in der Weise aufzubauen und weiterzuentwickeln, für die ich jetzt geehrt wurde“, so Professor Wolf.

Nach der Facharztausbildung in Heidelberg und der Habilitation in Berlin bei Prof. Dr. med. Dieter Janz übernahm Professor Wolf 1985 die Leitung des Epilepsie-Zentrums Bethel in Bielefeld. Von 2003 bis 2009 hatte er eine Professur für Epilepsieforschung an der Universität Kopenhagen inne mit gleichzeitiger klinischer Tätigkeit am Dänischen Epilepsiezentrum Dianalund, wo er auch heute noch arbeitet. Professor Wolf ist Begründer der Europäischen Epilepsie-Akademie EUREPA und langjähriges Mitglied der Internationalen Liga gegen Epilepsie (ILAE), wo er für die Entwicklung der Internationalen Klassifikation der Epilepsien von 1989 zuständig war. Von 1993 bis 2001 war er Generalsekretär und von 2005 bis 2009 Präsident der ILAE. Er hat durch sein Engagement das Ansehen der deutschen Epileptologie international geprägt. In Bethel gründete er neue Abteilungen für die Psychotherapie und die Rehabilitation von Anfallskranken. Besonders verdient gemacht hat er sich um die Epilepsiechirurgie mit dem Aufbau eines der aktivsten epilepsiechirurgischen Zentren.

Das Romberg-Glas wird seit 2004 jährlich von der Kommission Leitende Krankenhausärzte der DGN an neurologische Chefärzte verliehen, die über die klinische Arbeit hinaus wesentliche Verdienste um die deutsche Neurologie erworben haben.

Beide Preise wurden am 15. Februar 2013 vergeben.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) 
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 7500 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist seit 2008 die Bundeshauptstadt Berlin.
www.dgn.org

1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Martin Grond
2. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Wolfgang H. Oertel
3. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter

Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 531437930, E-Mail: 

Ansprechpartner für die Medien 
Frank A. Miltner, Tel.: +49 (0) 89 461486-22, E-Mail: 

Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen

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