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Prof. Grond (l.) und Prof. Schulz (c) DGG

11. September 2013 – „Es geht um die fachliche Kompetenz, nicht um Territorien.“ Mit diesem gemeinsamen Statement endeten die Verhandlungen über die fachlichen Qualifikationen in der Geriatrie zwischen dem Ersten Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Prof. Dr. med. Martin Grond, und dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, Prof. Dr. med. Ralf-Joachim Schulz. Als Zeichen der Kooperation traten beide Vorsitzende als Mitglied in die jeweils andere Gesellschaft ein, verfassten ein gemeinsames Statement und gründen eine Arbeitsgruppe.  „Die Neurologie, die de facto geriatrisch arbeitet, muss sich nun auch in der Wahrnehmung der Fachöffentlichkeit als Versorger in der Altersmedizin positionieren“, stellt Professor Martin Grond fest.

Pressemitteilung zum Download
Zur gemeinsamen Stellungnahme von DGN und DGG

Neurologen arbeiten bereits geriatrisch – werden so aber nicht wahrgenommen

Zwei Drittel aller altersbedingten Diagnosen sind neurologisch bzw. neuropsychiatrisch zu behandeln. Ob neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, zerebrovaskuläre Krankheiten wie Schlaganfall oder vaskuläre Demenzen, Gangprobleme, Schmerzen oder Schwindel-Syndrome – tatsächlich arbeiten die meisten der mehr als 5000 Neurologen in ihren Kliniken und Praxen bereits geriatrisch – und doch entsteht der Eindruck, die Innere Medizin habe ein Monopol auf die Versorgung dieser Patienten. Nicht ohne Grund: Wer sich jetzt in Stellung bringt, wird in Zukunft die Geriatrie organisieren. In Gesundheitsbehörden und bei Kostenträgern ist die Versorgung alter Patienten als große Aufgabe erkannt. Entsprechende Konzepte sind in Arbeit, die Weichen für eine altersgerechte medizinische Versorgung der Zukunft stellen werden.

Qualifikation in der Weiterbildung – Wettlauf und Kooperation

Beide medizinischen Fächer, Neurologie wie Innere Medizin, arbeiten mit Nachdruck an der Qualifizierung ihrer Ärzteschaft: Im Jahr 2012 wurde ein Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie entwickelt und in Aussicht gestellt, in Rheinland-Pfalz wurde ein Facharzt Neurologie mit Zusatzbezeichnung Geriatrie von der Landesärztekammer beschlossen, der nun mit einer Übergangsregelung über verschiedene Qualifizierungsstufen eingeführt wird. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat im aktuellen Entwurf der Musterweiterbildungsordnung (MWBO), die wahrscheinlich ab 2015 gilt, den Facharzt für Neurologie und Geriatrie nach sechsjähriger Weiterbildung vorgesehen. Dieser Vorschlag befindet sich nun im Konsentierungsprozess durch Fachgesellschaften und Bundesärztekammer.

Neurologen sind heute eine wesentliche Säule der Versorgung

„Vor zwanzig Jahren hat die Neurologie – gegen anfänglichen Widerstand – interdisziplinär gemeinsam mit der Inneren Medizin die Stroke Units organisiert. Dies führte zu einer äußerst erfolgreichen und nachhaltigen, praktisch flächendeckenden Versorgung von Schlaganfallpatienten, die jedes Jahr vielen Zehntausend Patienten das Leben rettet oder schwere Behinderungen vermeidet“, betont Professor Martin Grond. „Interdisziplinär muss auch die Zukunft der Altersmedizin organisiert sein. Gleich, ob ein Internist oder ein Neurologe die Führung hat, beide Disziplinen werden eng zusammenarbeiten müssen. Dass aber derzeit Neurologen die Führung trotz bester Qualifikationen häufig verwehrt wird, unter anderem, weil ihnen die Weiterbildungsermächtigung verweigert wird, ist kein akzeptabler Zustand“, so Professor Martin Grond. Dieser Missstand wurde durch eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Neurologie im Februar 2012 nachgewiesen.

Auf fachlicher Ebene zusammenkommen

„In diesem standespolitischen Spannungsfeld war die Annäherung in konstruktiver Atmosphäre äußerst wichtig und richtig“, so Grond. Am kommenden Freitag wird auf dem Jahreskongress der DGG im bayerischen Hof eine gemeinsame Arbeitsgruppe gegründet. „Ich bin zuversichtlich, dass wir damit einen ersten Schritt auf einem gemeinsamen Weg machen, der zu einer interdisziplinären Versorgung der Patienten auf einem hohen Niveau führen wird.“

Eine gemeinsame Stellungnahme von DGN und DGG ist auf www.dgn.org einzusehen.

Veranstaltungshinweise:

13.09.2013, 8.30 Uhr: „Stroke-Unit in der Geriatrie und Neurologie“, Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie in Hof
19.09.2013, 14.45 Uhr: „Die Rolle der Geriatrie in der Neurologie“, Diskussionsveranstaltung im DGN(forum auf dem 86. Kongress der DGN, Messe Dresden, Halle 1.3

Fachlicher Kontakt:

Prof. Dr. Martin Grond
Erster Vorsitzender der DGN
Chefarzt der Neurologischen Klinik am Kreisklinikum Siegen
Weidenauer Straße 76, 57076 Siegen
Tel.: +49 (0) 271 705-1800, Fax: +49(0) 271 705-1804
E-Mail:

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) 
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 7500 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist seit 2008 die Bundeshauptstadt Berlin.
www.dgn.org

1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Martin Grond
2. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Wolfgang H. Oertel
3. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter

Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0) 30 531437930, E-Mail: 

Ansprechpartner für die Medien 
Frank A. Miltner, Tel.: +49 (0) 89 461486-22, E-Mail: 

Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen

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