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20. September 2013 – Eines der größten von der EU geförderten Einzelprojekte in der Neurologie soll mit einem Budget von 11,5 Millionen Euro die molekularen Ursachen der Epilepsie aufdecken und dadurch die Erkennung und Behandlung dieser häufigen Nervenkrankheit verbessern. Über ein großes Stück des „Forschungskuchens“ freut sich Professor Dr. Felix Rosenow von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, der die klinischen Studien im Rahmen eines internationalen Konsortiums koordinieren wird. „Wir brauchen dringend neue Ansätze, denn trotz Behandlung leiden etwa 30 Prozent der Patienten weiter unter den Anfällen“, betont der Leiter des Epilepsiezentrums Hessen an der Universität Marburg. „Die Mittel, die wir nun bekommen, sind eine hervorragende Investition und ein wichtiger Beitrag zu mehr Lebensqualität für zukünftige Patienten“, verspricht der Neurologe.

Pressemitteilung zum Download

Im Visier der Forscher stehen sogenannte Micro-RNAs, deren Rolle bei der Genregulation in den vergangenen Jahren offenkundig wurde. Sie wirken wie molekulare Bremsklötze und ihre Menge entscheidet mit darüber, wie häufig bestimmte Erbinformationen abgelesen und in Proteine übersetzt werden. Besonders wichtig sind Micro-RNAs für die Funktion des Gehirns, wo mindestens eine Gruppe dieser Moleküle die Entwicklung von Hirnzellen beeinflusst.

16 Partner aus 10 Ländern und 3 Kontinenten

An dem Programm mit dem Titel „Micro-RNAs in der Pathogenese, Therapie und Vorbeugung der Epilepsie“ (EpiMiRNA) sind insgesamt 16 Partner aus acht europäischen Ländern sowie aus den USA und Brasilien beteiligt. Hierzu gehören auch mehrere kleine und mittlere Unternehmen, die Therapien auf der Basis von Micro-RNA entwickeln wollen. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschern, Genetikern, Klinikern und Technikern sowie forschungsorientierten Unternehmen macht dieses Konsortium so besonders und öffnet die Tür für neue Ansätze zur Prävention der Krankheit und zur Verhinderung epileptischer Anfälle“, so Rosenow. Dass dies prinzipiell möglich ist, hat bereits der Gesamtkoordinator des Projekts gezeigt, Professor David Henshall vom Royal College of Surgeons in Dublin, Irland. Ihm ist es im Tierversuch gelungen, Micro-RNAs so zu verändern, dass die Schädigung des Gehirns durch Anfälle deutlich vermindert wurde.

Neben der Arbeitsgruppe von Rosenow am Epilepsiezentrum Hessen sind allein in Marburg noch drei weitere Einrichtungen an EpiMiRNA beteiligt: Das Institut für Physiologische Chemie unter Leitung von Professor Dr. Gerhard Schratt, das Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmazie (Professor Dr. Carsten Culmsee) sowie die Abteilung Allgemeine und Biologische Psychologie (Professor Dr. Rainer Schwarting).

Weltweit sind mehr als 50 Millionen Menschen von Epilepsie betroffen. Das Leiden ist damit die häufigste schwere und oft nicht heilbare neurologische Erkrankung. In Deutschland gibt es rund 570.000 Anfallskranke. Besonders hoch ist die Rate von Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Etwa fünf Prozent aller Menschen erleiden einmal im Leben einen epileptischen Anfall.

Quelle:

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen:

Professor Dr. Felix Rosenow
Ltd. Oberarzt, Klinik für Neurologie
Epilepsiezentrum Hessen
Universitätsklinikum Marburg
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E-Mail:

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Pressesprecher der DGN:
Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen

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