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Erlanger Mediziner erhalten mit 100.000 Euro dotiertes Forschungsstipendium

Tom Wahlig Stiftung vergibt erstmals Stipendium zur wissenschaftlichen Erforschung der Hereditären Spastischen Spinalparalyse (HSP)

-- Bitte beachten Sie unbedingt die Sperrfrist 23.09.2009, 15.00 Uhr -- 

Münster/Nürnberg, 18. September 2009 – Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die Tom Wahlig Stiftung ein Stipendium (advanced scholarship) zur Erforschung der Hereditären Spastischen Spinalparalyse (HSP) vergeben. Die junge deutsche Wissenschaftlerin Dr. Beate Winner  erhält zusammen mit ihren Kollegen am Universitätsklinikum Erlangen (Dr. Kohl, Prof. Winkler) und am Salk Institute in Kalifornien  (Dr. Marchetto, Prof. Gage) das Tom-Wahlig-Stipendium, das mit 100.000 Euro dotiert ist. Dies ist die größte Summe, die jemals in Europa von einer Stiftung zur Erforschung der HSP vergeben wurde. 

Dr. Beate Winner, die zurzeit am Salk Institute für biologische Studien in La Jolla (Kalifornien, USA) forscht, setzte sich gegen 10 Bewerber aus aller Welt durch. Die internationale Jury aus hochkarätigen Wissenschaftlern hatte sich mehrheitlich für den Forschungsansatz der 36-Jährigen ausgesprochen. Winners wissenschaftliches Projekt steht unter dem Titel „Individualisiertes humanes Zellkulturmodell für die HSP“. 

Forschungsansatz will grundlegende neue Erkenntnisse über HSP-Erkrankung gewinnen

Die HSP ist eine seltene Erbkrankheit, die mit der Degeneration der langen Bahnen im Rückenmark einhergeht. Sie äußert sich unter anderem in einer Spastik der Beine, sodass die meisten Patienten im Verlauf der Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Bislang ist die HSP noch nicht heilbar. Dr. Beate Winner will mit ihrem Forschungsansatz grundlegende neue Erkenntnisse über die Pathologie der Erkrankung gewinnen und daraus erstmals neue kausale Therapiemöglichkeiten entwickeln. 

Aus sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen aus Hautbiopsien von HSP-Patienten sollen im Labor Motorneurone entwickelt werden. Der Fokus ihrer Forschung liegt auf der Analyse der Gene SPG4 und SPG11, da es sich hierbei um die häufigste dominante und die häufigste rezessive Form der HSP handelt. In diesen Motorneuronen sollen zelluläre und molekulare Veränderungen untersucht werden. Dadurch erhofft sich die Forscherin, neue Erkenntnisse über die genaue Störung von axonalen Transportmechanismen in den betroffenen Nervenzellen zu gewinnen. Neurone von HSP-Patienten sollen dann mit Neuronen von gesunden Kontrollpersonen verglichen werden. Ziel ist es, so die Krankheitsursache bei diesen HSP-Formen besser zu verstehen. Dieser Forschungsansatz hat zum Ziel, die Basis für eine mögliche Heilung dieser Erkrankungen zu schaffen. 

HSP so verstehen lernen

„Ich bin sehr glücklich, dass die Tom Wahlig Stiftung es mir ermöglicht, meine Forschungen zu HSP weiter voranzutreiben“, sagt Dr. Beate Winner. „Gemeinsam mit meinen Kollegen am Universitätsklinikum Erlangen Dr. Kohl und Prof. Winkler sowie Dr. Marchetto und Prof. Gage am Salk Institute wollen wir die HSP so verstehen lernen, dass eine Heilung der Erbkrankheit  in greifbare Nähe rückt.“ 

Ambitionierte Wissenschaftlerin

Das Forscherteam um Dr. Beate Winner hatte bereits in den Jahren 2003 und 2006 Projektförderungen der Tom Wahlig Stiftung erhalten. „Frau Dr. Winner ist eine ambitionierte Wissenschaftlerin, die bereits viel für die Erforschung der HSP insbesondere der SPG 11 geleistet hat“, so Dr. Tom Wahlig, Stiftungsgründer und Namensgeber des Stipendiums. „Wir erhoffen uns durch die gezielte Finanzierung ihres vielversprechenden Forschungsansatzes den entscheidenden Schritt zur möglichen Heilung der HSP.“ 

Nach wissenschaftlichen Schätzungen sind weltweit etwa 200.000 Kinder und Erwachsene an der Hereditären spastischen Spinalparalyse erkrankt.  Erste Ergebnisse der neuen Forschungsreihe werden in den kommenden Jahren erwartet.

Die 1998 unter dem Dach der Ernst-Abbe-Stiftung Jena gegründete Tom-Wahlig-Stiftung ist die weltweit erste Stiftung für HSP. Sie engagiert sich vor allem für die wissenschaftliche Erforschung der seltenen Erbkrankheit. Ziel der Stiftung ist es zudem, HSP aus dem Schattendasein herauszuholen. Insgesamt sind rund 200.000 Kinder und Erwachsene weltweit  von  dieser Erbkrankheit betroffen. HSP führt im Regelfall zu einer fortschreitenden Gehbehinderung. Im späten Stadium der Krankheit sind die Betroffenen meist auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Tom Wahlig Stiftung finanziert sich ausschließlich über Spenden. Jeder gespendete Cent fließt ausschließlich in die Erforschung der HSP. Weitere Infos unter www.hsp-info.de.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) 
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 6500 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.

1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Heinz Reichmann
2. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Günther Deuschl
3. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Wolfgang Oertel
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter

Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin, Tel: +49 (0)30-531437930, E-Mail: 

Ansprechpartner für die Medien: Frank A. Miltner, Tel: +49 (0)89-461486-22, E-Mail: 

Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen


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