Moderne MS-Medikamente machen Gehhilfen immer öfter überflüssig. (c) fotolia/tunedin
Multiple Sklerose: Immer mehr Patienten leben ohne Behinderungen

27. Oktober 2016 – Knapp 17 Jahre nach der Erstdiagnose sind fast 90 Prozent der Patienten mit Multipler Sklerose (MS) noch ohne Hilfe gehfähig. Diese Zahlen einer aktuellen US-amerikanischen Studie beschreiben die Fortschritte beim Langzeitverlauf der MS. Ohne Therapie wären nach vergleichbaren epidemiologischen Studien in dieser Zeit nur etwa 50 Prozent ohne Gehhilfe oder einen Rollstuhl ausgekommen. Die MS-Therapie hat sich rasant entwickelt, es fällt jedoch schwer, diesen Fortschritt zu beziffern. Die Studie bringt nun etwas mehr Licht ins Dunkel. „Die aktuellen Zahlen stammen zwar nur aus einem einzigen Zentrum, deshalb muss man sie mit Vorsicht interpretieren. Sie zeigen aber, dass wir bei der MS auf einem guten Weg sind und unseren Patienten heute eine Vielzahl Therapien anbieten können, die ihre Selbständigkeit und Lebensqualität lange erhalten“, sagt Prof. Heinz Wiendl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Prof. Christine Klein, neue Stellvertretende Präsidentin der DGN ab 2017 (c) DGN/Rosenthal
Christine Klein ins Präsidium der DGN gewählt

21. Oktober 2016 – Die Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat auf dem Jahreskongress in Mannheim über eine Neubesetzung des Präsidiums ab 2017 abgestimmt. Prof. Dr. med. Christine Klein, Direktorin des Instituts für Neurogenetik an der Universität Lübeck, wurde einstimmig zur neuen Stellvertretenden Präsidentin gewählt. „Damit hat die Findungskommission der DGN eine wissenschaftlich äußerst kompetente Kollegin davon überzeugen können, für dieses arbeitsreiche Ehrenamt zu kandidieren“, so DGN-Präsident Prof. Dr. med. Ralf Gold aus Bochum. „Mit ihrer Wahl ist Prof. Klein zudem die erste Frau im Vorstand der DGN“, freut sich Gold. Sie wird für die Jahre 2017 und 2018 das Amt der Stellvertretenden Präsidentin übernehmen, danach satzungsgemäß zwei Jahre als Präsidentin der mit rund 8300 Mitglieder größten neurologischen Gesellschaft eines europäischen Landes agieren.

Prof. Dr. Ralf Gold (c) DGN/Rosenthal
Update Multiple Sklerose: Die therapeutischen Möglichkeiten erweitern sich

23. September 2016 – Eine Reihe neuer Substanzen zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) steht derzeit in klinischen Studien auf dem Prüfstand. Der monoklonale Antikörper Daclizumab wurde 2016 neu zugelassen. „Das erweitert unsere Behandlungsoptionen bei schubförmiger MS. Jetzt müssen weitere Studien zeigen, welche Patienten besonders von dem neuen Medikament profitieren“, sagt Professor Ralf Gold, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Eine große Herausforderung bleiben progrediente Verlaufsformen. „Für bestimmte Patientengruppen wird voraussichtlich bald ein spezifischer Wirkstoff zur Verfügung stehen“, ergänzt Gold, der auf dem Neurologenkongress in Mannheim einen Überblick über die neuesten Erkenntnisse gibt. „Aber es ist zu früh, von einem Durchbruch bei der Therapie der progredienten Multiplen Sklerose zu sprechen.“