Faszinierende Einblicke in die Neurologie bot bereits die Premiere von "Geistesblitze" auf dem DGN-Kongress 2016 in Mannheim (c) DGN/Rosenthal
Geistesblitze, der Science Slam: bühnenreife Hirnforschung

Berlin/Leipzig, 4. September 2017 – Glauben Sie, dass Sport immer gut für Ihr Gedächtnis ist? Sie könnten sich täuschen! Wussten Sie, dass Richard Wagners Oper „Siegfried“ anders klingen würde, hätte der Meister nicht an schlimmer Migräne gelitten? Vor einem Jahr begeisterte der erste Geistesblitze-Science-Slam über das Gehirn mehr als 700 Besucher. In Leipzig geht die erfolgreiche Veranstaltung in die zweite Runde. Am Freitag, 22. September, werden sieben Neurologen und Hirnforscher mit kreativen Präsentationen um die Gunst des Publikums in der Wissenschafts- und Kulturstadt wetteifern. Auf dem Programm stehen spannende Fakten über das Gehirn – und so manche Überraschung. Die Veranstaltung in der Kongresshalle am Zoo in der Pfaffendorfer Straße 31 in Leipzig beginnt um 20:30 Uhr (Einlass: 20:00 Uhr). Der Eintritt ist frei.

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Gastgeber des Abends ist die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zusammen mit den Jungen Neurologen. Zum 90. DGN-Jahreskongress vom 20. bis 23. September werden etwa 6000 Experten für Gehirn und Nerven in Leipzig erwartet. Mit dem Format Science Slam tritt die Forschung aus ihrem Elfenbeinturm hinaus auf die große Bühne. „Die Wirkung von Sport auf das Gedächtnis, der Einfluss von Musik auf das Gehirn, die Geheimnisse zwischenmenschlicher Interaktion – die Teilnehmer beim Geistesblitze-Science-Slam bieten ein buntes und kurzweiliges Programm. Wir freuen uns sehr, wenn möglichst viele Leipziger Bürger in die Kongresshalle am Zoo kommen“, sagt DGN-Kongresspräsident Prof. Dr. Joseph Claßen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Auch Leipziger Forscher gehen ins Rennen

Zwei Leipziger Slammer gehen beim Geistesblitze-Science-Slam ins Rennen: zum Ersten Franca Parianen-Lesemann. Die ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut in Leipzig, ist eine renommierte Slammerin. Sie war Finalistin bei den Deutschen Science-Slam-Meisterschaften 2014 in Berlin und ist auch als Buchautorin erfolgreich. Als zweiter Leipziger Slam-Teilnehmer geht Marc Schönwiesner, Professor für Neurobiologie an der Universität Leipzig, an den Start – auch er kann schon viel Slam-Erfahrung vorweisen. Unter den sieben Science-Slammern, die nach ihrer Bewerbung durch eine kompetente Jury ausgewählt wurden, finden sich renommierte Forscher genauso wie vielversprechende Nachwuchswissenschaftler: Emrah Düzel, Direktor des Instituts für kognitive Neurologie und Demenzforschung an der Uniklinik Magdeburg; Theodor Rüber, Assistenzarzt aus Bonn; Philipp Feige, Chefarzt aus Wittenberg; Wiebke Schick, Doktorandin in Tübingen; Jochen Müller, Wissenschaftsjournalist mit Schwerpunkt Hirnforschung aus Berlin.

Professionelle Vorbereitung und prominente Moderation

In einem Workshop im August in Berlin wurden die Kandidaten bereits auf ihren Bühnenauftritt in der Leipziger Kongresshalle am Zoo vorbereitet – unter anderem von der Sprecherin und Stimmtrainerin Melanie Goebel und dem Kommunikationstrainer Sven-Daniel Gettys. Durch den Abend führt Rainer Holl. Der Germanist und Buchautor gehört zu den profiliertesten Poetry-Slammern in Deutschland und moderiert regelmäßig Kulturveranstaltungen.

Wissenschaft ist interessant – und unterhaltsam

„Ein Science Slam über das Gehirn ist genau das richtige Format, um die Neurowissenschaft und die neurologische Medizin auch für Laien verständlich und unterhaltsam darzustellen und bei Nachwuchskräften Begeisterung für die Erforschung dieses faszinierenden Organes zu wecken“, beschreibt DGN-Präsident Prof. Dr. Gereon R. Fink die Ziele des Events, das von der DGN im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde. Organisiert wird der Science Slam in Kooperation mit dem erfahrenen Science-Slam-Veranstalter LUUPS (www.science-slam.com).

Die Slammer 2017

Prof. Dr. Emrah Düzel: Sport – nicht immer gut für das Gedächtnis?  Wir joggen, schwitzen im Fitnessstudio oder steigen aufs Fahrrad, weil wir gesund und fit bleiben wollen. Aber ist Sport wirklich gut fürs Gehirn? Diese Frage beleuchtet Emrah Düzel, Direktor des Instituts für kognitive Neurologie und Demenzforschung (IkND) an der Universitätsklinik Magdeburg. Sein Slam-Beitrag beschäftigt sich mit Studien, die nahelegen, dass Sport einen negativen Einfluss auf die Gedächtnisleistung haben kann. Emrah Düzel tritt beim Science Slam Geistesblitze in der Kategorie „Featured Scientist“ auf. Sein Vortrag läuft außer Konkurrenz.

Dr. Philipp Feige: Richard Wagner – nur Musik im Kopf?  Der große Komponist litt unter schweren Migräneanfällen. Wie prägten diese Attacken sein schöpferisches Schaffen? Philipp Feige, der Chefarzt der Klinik für Neurologie an der Klinik Bosse in Wittenberg, nimmt die Zuschauer mit auf eine musikalische Reise. Anhand von kurzweiligen Hörbeispielen zeigt der Neurologe, wie Wagner die Migräne in seinen Werken verarbeitet hat.

Dr. Theodor Rüber: Musik und Hirn! Auch in diesem Slam-Beitrag geht es musikalisch zu. Welchen Einfluss hat Musik auf unser Gehirn? Und welche Bedingungen im Gehirn sind dafür zuständig, dass wir Musik erleben und genießen können? Diese Fragen beantwortet der wissenschaftliche Mitarbeiter an der Klinik für Epileptologie am Universitätsklinikum Bonn mit einer musikalischen Einlage am Klavier.

Dr. Jochen Müller: Ich glaub, mich trifft der Schlag! Das Gehirn ist das Lieblingsthema des bekannten Science-Slammers und Wissenschaftsjournalisten Jochen Müller. Er zeigt in seinem Slam-Beitrag, was bei einem Schlaganfall im Gehirn passiert und wie man künftig die Diagnosesicherheit erhöhen könnte.

Franca Parianen-Lesemann: Hirn, wir brauchen Hirn. Liebe und Zuneigung, Schuld und Schadenfreude, Wut und Nachsicht – unsere Gefühle werden vom Gehirn gesteuert. Doch was genau passiert in unserem Kopf, wenn wir streiten, lieben oder schmollen? Franca Parianen-Lesemann, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, durchleuchtet die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens. Warum verhalten wir uns auf eine bestimmte Art und Weise? Welche Verhaltensweisen sind angeboren? Was ist erlernt? (Interview auf Spiegel Online vom 3. September 2017)

Prof. Dr. Marc Schönwiesner: Was steckt im Gehirn? Wie viele Nervenzellen braucht man zum Denken? Warum benötigt das Gehirn jeden Tag so viele Kalorien wie in einem Big Mac stecken? Und: Kann das Gehirn sich selbst verstehen? Der Leiter des Lehrstuhls für Neurobiologie an der Universität Leipzig ist nicht nur leidenschaftlicher Hirnforscher, sondern auch begeisterter Science-Slammer.

Wiebke Schick: Blitzschnelle Botschaften und großes Gewitter – alles Kopfsache! Wie werden Informationen zwischen den Nervenzellen weitergegeben und wie gespeichert? Was passiert, wenn die Informationsweiterleitung gestört ist, wie bei einem epileptischen Anfall? Davon kann die Tübinger Doktorandin aus eigener Erfahrung berichten. Seit einem Unfall mit schweren Kopfverletzungen leidet Schick an Epilepsie.

Gerne stehen unsere Slammer im Vorfeld der Veranstaltung für Interviewanfragen zur Verfügung. Wenden Sie sich an die Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Weitere Informationen unter
www.dgnkongress.org/science-slam
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Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) 
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 8000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.
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Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen