Neurologiekongress in Leipzig: Wissenschaft – Fortbildung – Vernetzung

Vom 20. bis 23. September 2017 tagt der 90. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) – es ist das größte Treffen deutschsprachiger Experten für die Erforschung, Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der Muskeln.

20. September 2017 – Das Congress Centrum Leipzig (CCL) öffnet heute seine Tore für den Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Unter dem Motto „Mensch im Blick – Gehirn im Fokus“ erwarten die rund 6000 Teilnehmer vier Tage hochaktuelle Wissenschaft und unabhängige Fortbildung. Auf dem Programm stehen Schlaganfall, Demenzen, Multiple Sklerose, Bewegungsstörungen wie die Parkinson-Krankheit, Epilepsie und zahlreiche weitere neurologische Erkrankungen.

„Wir freuen uns auf die ganze Vielfalt der Neurologie“, sagt Kongresspräsident Professor Joseph Claßen, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig. „Der DGN-Kongress bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich über den aktuellen Wissensstand in der Neurologie zu informieren und einen Einblick darin zu erhalten, wohin die Reise in der Zukunft geht.“ In Leipzig sind auch hochkarätige Gastredner vor Ort. Der Stanford-Professor Karl Deisseroth stellt seine Arbeiten zur Optogenetik vor – einer Methode, die die Neurowissenschaften in jüngster Zeit wie kein anderer Ansatz nach vorne gebracht hat. Professorin Katrin Amunts berichtet aus erster Hand vom Human Brain Project, und Professor Hans-Jochen Heinze vom Wissenschaftsrat erklärt, warum wissenschaftliche Kompetenz für die Zukunft der Neurologie unverzichtbar ist.

Pressemitteilung zum Download

Gastgeber des 90. DGN-Kongresses sind Professor Joseph Claßen, Kongresspräsident, und Professor Dorothee Saur, Kongresssekretärin, beide vom Universitätsklinikum Leipzig, sowie Professor Gereon R. Fink, Präsident der DGN und Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Köln. Zusammen mit der Programmkommission haben sie ein hochkarätiges wissenschaftliches Programm zusammengestellt – wie immer ergänzt durch die Kurse der renommierten, unabhängigen DGN-Fortbildungsakademie, berufspolitische Diskussionsrunden im DGN(forum und ein umfangreiches Nachwuchsprogramm der Jungen Neurologen. Beim DGN-Kongress finden Expertinnen und Experten aus Klinik und Wissenschaft ebenso wie junge Neurologinnen und Neurologen, Studierende und Medienvertreter relevante Informationen und Diskussionspartner.

Leipzig: Forschungsstadt seit dem 19. Jahrhundert

Die Wissenschafts- und Kulturstadt Leipzig hat eine lange Tradition in der Hirnforschung: Wilhelm Erb hat hier als Professor der Medizinischen Poliklinik 1880 die Neurologie als eigenständiges Lehrfach eingeführt. Im 19. Jahrhundert wurde in Leipzig eines der weltweit ersten Hirnforschungsinstitute gegründet, in dem die Neurowissenschaften mit den Forscher-Pionieren Erb, Paul Flechsig, Wilhelm His und Wilhelm Wundt eine erste Blüte erlebten. Leipzig hat eine der ältesten neurologischen Unikliniken in Deutschland. Heute ist die Stadt mit sieben weiteren Hochschulen neben der Universität und einer Reihe von außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein wichtiger Standort der systemischen und translationalen Neurowissenschaften, also der Umsetzung von Grundlagenforschung in therapeutische Konzepte.

Die Neurologie der Zukunft hat Netzwerkerkrankungen im Blick

Ein thematischer Schwerpunkt des Kongresses liegt in der Beschreibung neurologischer Erkrankungen als Netzwerkstörungen. Dahinter steht die Auffassung, dass verteilte Neuronenpopulationen im Gehirn strukturell und funktionell miteinander vernetzt sind und erst im Verbund motorische oder kognitive Hirnaktivitäten realisieren. Diese Sichtweise lässt sich auf eine Vielzahl neurologischer Erkrankungen anwenden. Mikro- oder makrostrukturelle Störungen dieser Netzwerke können Krankheiten verursachen. „Erst durch den Blick auf ihre Wirkungen an größeren Nervenverbünden lassen sich die Auswirkungen von Störungen im Kleinen verstehen – in gewisser Weise eine Dopplung des Kongressmottos ,Mensch im Blick, Gehirn im Fokus‘“, sagt Professor Claßen. Das Präsidentensymposium (21.9., 17:00–19:00 Uhr, Saal A) widmet sich exklusiv diesem Thema. Hier erörtert ein renommiertes internationales Panel Netzwerkerkrankungen, ihre Erforschung und die daraus entstehenden Therapieansätze. Unter anderem wird Karl Deisseroth, Professor aus Stanford, seine erst kürzlich mit dem weltweit höchstdotierten Wissenschaftspreis, verliehen von der Else Körner-Fresenius-Stiftung, ausgezeichnete Arbeit vorstellen.

Human Brain Project, hochdotierte Preise, Impulse für den medizinischen Fortschritt

Ein Höhepunkt jedes DGN-Kongresses ist die feierliche Eröffnungsveranstaltung (21.9., 10:30–12:30 Uhr, Saal A). Dieses Jahr wird Professorin Katrin Amunts vom Forschungszentrum Jülich aus erster Hand Einblicke in das spannende Human Brain Project geben. Zweiter Gastredner ist Professor Hans-Jochen Heinze aus Magdeburg. Er wird aus Sicht des Wissenschaftsrats erläutern, warum medizinischer Fortschritt auch von der Ausbildung junger Ärzte abhängt. Die Eröffnungsveranstaltung bildet zudem den Rahmen für viele Preisverleihungen, wie die des Heinrich Pette-Preises und zum zehnten Mal des Deutschen Journalistenpreises Neurologie.

Benefizkonzert des NeuroOrchesters

Auf dem Kongress in Leipzig darf klassische Musik mit „neurologischer Note“ auf dem Programm nicht fehlen. Am 21. September um 21:00 Uhr feiert das neu gegründete Deutsche NeuroOrchester im Mendelssohnsaal des Gewandhauses zu Leipzig seinen Einstand mit Bach, Mendelssohn und Wagner. Karten für das Benefiz-Konzert zu Gunsten der Deutschen Parkinson Gesellschaft sind über den Webshop des Gewandhausorchesters erhältlich.

Wissenschaft auf der Bühne: der „Geistesblitze“-Science-Slam

Mit überwältigender Resonanz hat die DGN auf dem Kongress 2016 in Mannheim den „Geistesblitze“-Science-Slam ins Leben gerufen. Am 22. September 2017 geht er in der Leipziger Kongresshalle am Zoo ab 20:30 Uhr in die zweite Runde. Slammer präsentieren spannende Fakten über die Neurologie und den Alltag von Neurologinnen und Neurologen, servieren hochkomplexe Forschungsarbeiten eingängig und unterhaltsam und lassen Zuschauer live an neurowissen-schaftlichen Experimenten teilhaben. Kongressbesucher sind ebenso eingeladen wie die Leipziger Bevölkerung. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zum Kongress

Kongresspräsident 2017
Prof. Dr. Joseph Claßen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig
Kongresssekretär: Prof. Dr. Dorothee Saur, Leitende Oberärztin der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Leipzig

Kongressveranstalter
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
Präsident der DGN: Prof. Dr. Gereon R. Fink
Geschäftsführer: Dr. Thomas Thiekötter
Gesamtorganisation: DGN Dienstleistungsgesellschaft mbH

Kongressteilnehmer

  • Erwartet werden 6000 Teilnehmer aus rund 20 Ländern mit Schwerpunkt D-A-CH
  • davon rund 4000 Ärzte, von klinischen und niedergelassenen Neurologen bis zu Medizinern aus benachbarten Fachgebieten, Psychiatern, Psychologen und Therapeuten
  • rund 300 Medizinstudierende und über 500 Assistenzärzte

Die fünf Säulen des Kongresses

  • Wissenschaftliches Programm: 713 Vorträge in 97 Symposien, 362 Posterpräsentationen
  • DGN-Fortbildungsakademie: 47 Kurse mit 288 Vorträgen
  • Fachausstellung: 80 Unternehmen und 21 Non-Profit-Organisationen (Patienten, Forschung, ärztliche Verbände)
  • Nachwuchs: umfangreiches eigenes Programm der Jungen Neurologen
  • DGN(forum: berufs- und gesellschaftspolitische Diskussionsbühne: Medizin, Ethik und Ökonomie; Telemedizin; Gender Diversity in Neuroscience; Inklusion in der Neurologie; Notstand in der Notaufnahme

Preisverleihungen

  • Adolf Wallenberg-Preis: Symposium der AG Herz und Hirn: Bedeutung der kardiologischen Diagnostik für die Neurologie. Mi., 20. Sept. 2017, 10:00–13:00 Uhr, Saal B
  • Heinrich Pette-Preis: Eröffnungsveranstaltung. Do., 21. Sept. 2017, 10:30–12:30 Uhr, Saal A
  • Thiemann-Fellowship in der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Eröffnungsveranstaltung. Do., 21. Sept. 2017, 10:30–12:30 Uhr, Saal A
  • Dingebauer-Preis: Eröffnungsveranstaltung. Do., 21. Sept. 2017, 10:30–12:30 Uhr, Saal A
  • Deutscher Journalistenpreis Neurologie: Eröffnungsveranstaltung. Do., 21. Sept. 2017, 10:30–12:30 Uhr, Saal A
  • Minisymposium der Stiftung Felgenhauer zur Förderung junger Neurowissenschaftler: Preisträgersymposium: „Induzierte pluripotente Stammzellen bei neurodegenerativen Erkrankungen: Modellsysteme zum Verständnis der Pathophysiologie und Entwicklung neuartiger Therapien“. Verleihung: Fr., 22. Sept. 2017, 16:30–18:00 Uhr, Saal 4
  • Symposium der Posterpreisträger des Vorjahres: Fr., 22. Sept. 2017, 9:30–11:30 Uhr, Saal 5
  • MSA-Preis der Mähler-Linke-Stiftung: Symposium „Neue Entwicklungen bei atypischen Parkinson-Syndromen“. Fr., 22. Sept. 2017, 08:30–11:30 Uhr, Saal B

Weitere Informationen: www.dgnkongress.org und www.dgn.org/presse

Pressekontakt

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
c/o albertZWEI media GmbH, Oettingenstraße 25, 80538 München
Tel.: +49 (0)89 46148622, Fax: +49 (0)89 46148625, E-Mail:
Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) 
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 8000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.
www.dgn.org

Präsident: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink
Stellvertretende Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
Past-Präsident: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter

Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0)30 531437930, E-Mail: 

Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen



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