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Junge Neurologen fordern die Modernisierung der Weiterbildung

31. Oktober 2018 – Die Neurologie hat sich durch den medizinischen Fortschritt zu einer therapeutisch orientierten akut- und intensivmedizinischen Disziplin entwickelt.

Doch die Weiterbildung zum Facharzt Neurologie entspricht nicht mehr den Anforderungen dieses gewandelten Berufsbildes und muss dringend angepasst werden, fordert die Nachwuchsorganisation Junge Neurologen (JuNo) auf der diesjährigen Neurowoche in Berlin.

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Aktuell sieht die Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer ein verpflichtendes Jahr in der Psychiatrie vor. „Zweifellos gibt es Schnittstellen mit diesem Fachbereich, doch andere Gebiete haben zunehmend eine höhere Relevanz für die Patientenversorgung“, sagt Dr. Sophie Aschenberg, Sprecherin der Jungen Neurologen. „Das Pflichtjahr nur in der Psychiatrie muss abgeschafft werden und wahlweise durch weitere Fächer wie Innere Medizin, Anästhesiologie, Notfallmedizin, Neuroradiologie, Neurochirurgie, Allgemeinmedizin oder Neuropathologie ersetzt werden.“ Die Nachwuchsorganisation hat im Sommer eine Petition mit über 1500 Unterschriften an die zuständigen Gremien der Bundesärztekammer übergeben.

 Passen Sie die Weiterbildungsinhalte der rasanten Entwicklung in der Neurologie an! Mit diesem Appell überreichte JuNo-Sprecherin Sophie Aschenberg dem Präsidenten der Bundesärztekammer und Verantwortlichen für die Musterweiterbildungsordnung (MWBO), Prof. Frank U. Montgomery, eine Petition, die innerhalb kurzer Zeit mehr als 1500 Unterstützer gefunden hatte. Die Neurologie hat seit Jahren den höchsten prozentualen Zuwachs aller medizinischen Disziplinen. Die Anzahl der Neurologinnen und Neurologen hat sich in den vergangenen 20 Jahren ungefähr verfünffacht. Entsprechend haben sich die Versorgungsleistungen deutlich verbreitert.

Ausbildung an den medizinischen Fortschritt in der Neurologie anpassen  
Durch den immensen medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt hat sich die Neurologie zu einer therapeutisch orientierten akut- und intensivmedizinischen Disziplin entwickelt, die hohe Anforderungen an die akutmedizinischen, differenzialtherapeutischen und neuroradiologischen Fähigkeiten von Neurologen stellt. Zugleich verändert sich die Bevölkerungsstruktur. Die Zahl geriatrischer Patienten mit neurodegenerativen oder neurovaskulären Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz oder Schlaganfall und zugleich komplexen internistischen Grunderkrankungen hat erheblich zugenommen. Der multimorbide Patient mit akutem Nierenversagen und entgleistem Diabetes mellitus gehöre genauso zum neurologischen Berufsalltag wie die Bewertung der zerebralen Bildgebung bei einem akuten Schlaganfall, führt Aschenberg konkrete Beispiele an.

Moderne Weiterbildung zum Wohle der Patienten 
„Eine Neustrukturierung der Ausbildung hat entscheidende Vorteile auch für das Wohl der Patienten“, ist Professor Peter Berlit überzeugt, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Die medizinische Fachgesellschaft unterstützt die JuNo-Forderungen. Eine Pflichtrotation in die Psychiatrie wie in Deutschland gebe es in anderen europäischen Ländern in dieser Form nicht, so Berlit. Auch in Deutschland wurde der Facharzt für Nervenheilkunde bereits 1994 verlassen und in die aktuellen Bezeichnungen Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aufgeteilt, die eigenständige und voneinander unabhängige Fachbereiche repräsentieren. „Natürlich gibt es Schnittstellen, aber diese sind kleiner geworden“, schränkt der DGN-Generalsekretär ein. „Dafür haben andere Bereiche eine zunehmend wichtige Bedeutung für die klinische Neurologie.“

Die Online-Petition der Jungen Neurologen fand innerhalb kurzer Zeit sehr große Unterstützung, was die Relevanz und den Willen zur Veränderung innerhalb des Fachgebiets zeige, so Berlits Einschätzung. „Gemeinsam mit den JuNos treten wir entschieden für eine Modernisierung der Weiterbildungsordnung ein. Im nächsten Schritt werden die Jungen Neurologen Gespräche mit den Landesärztekammern aufnehmen, um hier die dringend gebotenen nächsten Schritte für eine moderne Ausbildung im Fachgebiet Neurologie sicherzustellen, die vor allem einem dient – dem Wohle der Patienten.

Kongress-Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 
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Pressesprecher: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen 
E-Mail: 

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren über 9000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. www.dgn.org

Präsident: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink
Stellvertretende Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
Past-Präsident: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0)30 531437930, E-Mail:

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) 
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren rund 9.000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.
www.dgn.org

Präsident: Prof. Dr. med. Gereon R. Fink
Stellvertretende Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
Past-Präsident: Prof. Dr. med. Ralf Gold
Generalsekretär: Prof. Dr. med. Peter Berlit
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter

Geschäftsstelle
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