Deutsche Gesellschaft für Neurologie fördert herausragende Wissenschaftler

26. September 2019 – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und ihre Partner prämieren auf dem 92. DGN-Kongress in Stuttgart hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Dienste der Neurologie und ihrer Patienten. Zwischen dem 25. und 28. September 2019 erhalten herausragende Mediziner und talentierte Nachwuchsforscher Ehrungen und Preise.

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Wilhelm Erb-Gedenkmünze für Prof. Dr. Hans-Christoph Diener

Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, DGN-Pressesprecher und Professor emeritus für Neurowissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, erhielt die Wilhelm Erb-Gedenkmünze für hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Neurologie sowie seine in vielfachen Funktionen ehrenamtliche Arbeit für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Die Wilhelm Erb-Gedenkmünze wird seit 1913 in etwa zweijährigen Abständen von der DGN verliehen. Das Preiskuratorium bilden der DGN-Vorstand und deutschsprachige Ordinarien. 

Heinrich Pette-Preis: Prof. Dr. Luisa Klotz erzielt Fortschritte bei der Multiplen Sklerose
Der Heinrich Pette-Preis ging an Prof. Dr. Luisa Klotz für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose. Luisa Klotz ist Oberärztin der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster. Sie und ihr Team konnten zeigen, dass eine pharmakologische Inhibition eines mitochondrialen Enzyms zu einer aktivitätsabhängigen Drosselung des zellulären

Energiestoffwechsels in T-Lymphozyten führt. Außerdem konnte Luisa Klotz Veränderungen des Immunzell-Stoffwechsels bei Patienten mit aktiver Multipler Sklerose nachweisen und die Bedeutung von Störungen des Immunmetabolismus bei Autoimmunerkrankungen unterstreichen. Ein künftiges Therapiekonzept sollte auf die Korrektur eines solchen gestörten Immunzell-Stoffwechsels abzielen.

Adolf Wallenberg-Preis geht an Priv.-Doz. Dr. Joji Benjamin Kuramatsu
Die DGN und die DSG verliehen PD Dr. Joji Benjamin Kuramatsu, Neurologische Klinik der Universität Erlangen, für seine wegweisenden klinischen Arbeiten zu Patienten mit hämorrhagischem Schlaganfall den Adolf Wallenberg-Preis. Joji Kuramatsu betreut als Oberarzt und Intensivmediziner die neurologische Intensivstation und ist federführend eingebunden in diverse prospektive intensivmedizinische Studien. Dr. Kuramatsu und sein Team haben erstmals konkrete Behandlungsvorgaben für das Gerinnungsmanagement identifiziert, um das Risiko von Nachblutungen zu minimieren.

Parkinson-Forschung I: Thiemann Fellowship für Dr. Jan Hirschmann
Dr. Jan Hirschmann erhält die „Thiemann Fellowship in der DGN“ 2019. Jan Hirschmann arbeitet derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Die Thiemann-Stiftung ermöglicht ihm mit der Summe von 50.000 Euro einen einjährigen Forschungsaufenthalt am Forschungszentrum Jülich. Dr. Hirschmann plant, das Zusammenspiel von Basalganglien und Kortex in der Handlungsselektion bei Patienten mit Morbus Parkinson zu erforschen und eine Studie mit einer neuartigen Beschreibung der Hirnaktivität durchzuführen, bei der funktionelle Magnetresonanztomographie und Magnetenzephalographie miteinander kombiniert werden.

Felgenhauer-Symposium: Translationale Neurologie auf Molekülebene
Die Stiftung Felgenhauer und die DGN zeichnen beim DGN-Kongress jeweils ein Symposium von besonderer Aktualität und hohem wissenschaftlichem Rang mit dem Titel „Felgenhauer-Symposium“ und einer Zuwendung von 3000 Euro aus. 2019 fällt die Wahl auf das Symposium „Primäre zerebrale Vaskulitis: State of the Art und neue Methoden der Diagnostik“ unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Tim Magnus, stellvertretender Klinikdirektor des UKE Hamburg, und Prof. Dr. Jens Minnerup, Oberarzt der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster. In dem „Open Stage: Neuroscience“-Symposium präsentieren Tim Magnus und Jens Minnerup die aktuelle Diagnostik und neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der primären zerebralen Vaskulitis. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf neuen Biomarkern und Methoden, die die Diagnosestellung unterstützen und die diagnostische Sicherheit erhöhen.

Parkinson-Forschung II: Dr. Kathrin Brockmann und Dr. Gesine Respondek erhalten den Dingebauer-Preis
Den Dingebauer-Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Erforschung der Parkinson-Krankheit und anderer degenerativer Erkrankungen des Nervensystems der Dr. Friedrich-Wilhelm und Dr. Isolde Dingebauer-Stiftung teilen sich Dr. Kathrin Brockmann, Funktionsoberärztin Neurologie mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen an der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen, und Dr. Gesine Respondek, Fachärztin für Neurologie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Die Arbeiten von Dr. Kathrin Brockmann zur Charakterisierung von Parkinson-Patienten mit GBA-Mutationen legen wesentliche Grundlagen für die Durchführung von kausal begründeten klinischen Studien. Dr. Gesine Respondek wird unter anderem für ihre besonderen Verdienste in der Miterarbeitung der neuen Diagnosekriterien für die Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP) und ihrer genauen Abgrenzung zu anderen neurogenerativen Erkrankungen ausgezeichnet.

MSA-Preis der Mähler-Linke-Stiftung geht an Dr. Franziska Hopfner und Ken Möhwald
Die Dr. Mähler-Linke-Stiftung aus München prämierte zum vierten Mal Abstracts von Forschungsarbeiten zur Multisystematrophie (MSA). Dr. Franziska Hopfner, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, erhält für ihre Arbeit „Genome-wide association study in autopsy-confirmed Multiple System Atrophy“ den mit 3000 Euro dotierten 1. Preis. Ziel ihrer Arbeit ist es, ein besseres Verständnis der Krankheitsmechanismen und die Entwicklung neuer Therapien zu ermöglichen. Der 2. Preis ging mit 2000 Euro an Ken Möhwald, Klinikum der Universität München. Er wurde für seinen Beitrag „Evaluation von Gangparameter-Schwellenwerten zur Unterscheidung von idiopathischen und atypischen Parkinson-Syndromen mittels klinisch-apparativer Ganganalyse“ ausgezeichnet.

Restless Legs Syndrom: Dr. Barbara Schomeir erhält Nachwuchsforscherpreis
Der mit 3000 Euro dotierte Lilo Habersack-RLS-Nachwuchsforscherpreis der RLS e.V. Deutschen Restless Legs Vereinigung geht an Dr. Barbara Schormair. Die stellvertretende Leiterin des Instituts für Neurogenomik am Helmholtz Zentrum München erforscht die genetischen Ursachen des Restless Legs Syndroms (RLS). Sie erhält den Preis für ihre wissenschaftlichen Vorleistungen sowie zur Förderung ihres Projektes „Metaanalyse genomweiter Assoziationsstudien zur Identifizierung neuer Risikoloci und zur tiefergehenden Untersuchung der Pathophysiologie und der Zusammenhänge zwischen Genotyp und Phänotyp bei RLS“.

 

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Pressesprecher: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
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Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren über 9900 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. www.dgn.org

Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
Stellvertretender Präsident: Prof. Dr. med. Christian Gerloff
Past-Präsident: Prof. Dr. Gereon R. Fink

Generalsekretär: Prof. Dr. Peter Berlit
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0)30 531437930, E-Mail: