Kommission 1.8


Zusammensetzung

Letzte Aktualisierung: Oktober 2017


Kommissionsbericht 2017

Die Zusammensetzung der Kommission Leitlinien bleibt zum Vorjahr unverändert.

Im Jahr 2017 konnten bis September folgende Leitlinien ausführlich überarbeitet veröffentlicht werden:
S1: „Vaskuläre Demenzen“, „Crampi/Muskelkrampf“, „Erster epileptischer Anfall im Erwachsenenalter“, „Leukodystrophien“, „Diagnostik akuter zerebrovaskulärer Erkrankungen“, „Zervikale spondylotische Myelopathie“ und „Transiente globale Amnesie“. S2: „Therapie der idiopathischen Fazialisparese“. Bis zum Jahresende ist mit der Publikation von etwa acht bis zehn weiteren Leitlinien-Updates zu rechnen, darunter die auf S3 angehobene Leitlinie „Neuroborreliose“ sowie die S2k-Leitlinien „Zervikale Radikulopathie“, „Lumbale Radikulopathie“, „Morbus Fabry“ und „Chorea (Morbus Huntington)“.

Für die Publikation 2018 sind u.a. in Überarbeitung: „Sekundärprophylaxe des ischämischen Insults, Teil 2“ (S2k) „Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls“ (S2k), „Intrazerebrale Blutung“ (S2e) und „Narkolepsie“ (S2k). Die Leitlinie „Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose“ (S2e) wird voraussichtlich bis Mitte März 2018 fertiggestellt. Neuer Koordinator ist Prof. Bernhard Hemmer, München, der Prof. Ralf Gold, Bochum, ablöst. Die beiden bisherigen S1-Leitlinien „Diagnostik neuropathischer Schmerzen“ und „Pharmakologische nicht interventionelle Therapie chronisch neuropathischer Schmerzen“ wurden zusammengefasst und werden derzeit unter neuer Federführung von Dr. Tanja Schlereth, Wiesbaden, auf S2k-Level überarbeitet. Ebenfalls unter neuer Federführung: die S2k-Leitlinien „Gliome“ und „Hirnmetastasen“, deren Fortschreibung Prof. Wolfgang Wick, Heidelberg, übernehmen wird. Neu angestoßen wurde die Leitlinie „Liquordiagnostik“ – gemeinsam mit der DGLN, unter dem Dach der DGN.

Die Kommission empfiehlt erneut, statt S3-Upgrades möglichst S2-Leitlinien zu erstellen, da der Aufwand für S3-Leitlinien immens und sehr langfristig ist.

Die neuen Regeln der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zum Umgang mit Interessenkonflikten (noch in der Testphase, voraussichtliche Konsentierung Ende 2017) wurden im Jahr 2017 von der DGN intensiv getestet bzw. adaptiert. Mit dem in München ansässigen „Editorial Office Leitlinien der DGN“ hat die DGN eigene Standards und Prozesse entwickelt. Diese werden kontinuierlich optimiert und evaluiert. Die DGN verfügt damit über intensive Erfahrungswerte und nimmt eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der neuen AWMF-Regularien und der Ausgestaltung in ein eigenes DGN-Regelwerk ein. In diesem Zuge wurde das neue AWMF-Formular (ebenfalls noch in Konsentierung) im April 2017 vom Editorial Office hinsichtlich der Genauigkeit der Angaben angepasst. Es wird seither regulär eingesetzt, die Erfahrungen damit sind sehr gut.

Das Editorial Office steht allen Leitlinienbeteiligten unter der E-Mail-Adresse als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die seit Frühjahr 2016 eingeführte Begutachtung der Interessenerklärungen durch externe Interessenkonfliktbeauftragte hat sich bewährt. Bislang konnten ca. 40 Koordinationen und 23 Redaktionskomitees begutachtet werden. Der Prozess ist praktikabel, konstruktiv und wird von den Autoren angenommen.

Bei der Fortführung bzw. Erstellung von DGN-Leitlinien gelten hinsichtlich Interessen(-konflikten) grundsätzlich zwei Maxime:

  • Eine ausgewogene Zusammensetzung der Leitliniengruppe (50%-Regel der DGN), in der ein Bias oder Partialinteressen zwar vorhanden sein können, aber kein Übergewicht haben dürfen.
  • Eine höchstmögliche Transparenz durch zielführende Interessenangaben, eine nachvollziehbare Dokumentation von Entscheidungsstrukturen sowie deren Publikation in einer verständlichen Form

Die wesentlichen Regeln sind in einem DGN-Leitfaden für Koordinatoren und Autoren zusammengefasst, der im September 2017 aktualisiert wurde (https://www.dgn.org/leitlinien/fuer-autoren).

Die Leitlinienplattform der Clinical Guideline Services – User Group (https://www.guideline-services.com) zur Erstellung von Leitlinien wurde von S1-Autoren gemieden bzw. nicht akzeptiert. Die Zusammenarbeit wird daher zum Vertragsende im Dezember 2017 auslaufen. Davon unberührt sind fünf S2-Leitlinien, die teilweise (z.B. für Abstimmungsroutinen) mithilfe des Portals im Jahr 2018 überarbeitet werden.

Alle neuen oder überarbeiteten DGN-Leitlinien werden vor der Publikation grundsätzlich von zwei Reviewern der DGN sowie dem Kommissions-Vorsitzenden gelesen und ggf. kommentiert. Künftig werden alle Mitglieder der Kommission in diesen Prozess zur Kenntnis mit einbezogen.

Ausgewählte, grundsätzlich überarbeitete oder neue Leitlinien werden nach wie vor als Originalpublikation in der Fachzeitschrift Aktuelle Neurologie veröffentlicht.

Die DGN verstärkt  die Repräsentanz in der AWMF-Kommission „Leitlinien“ und der „Ad hoc-Kommission Gemeinsam klug entscheiden“. Prof. Helmuth Steinmetz, Frankfurt, wird in diesen Gremien voraussichtlich ab November 2017 vertreten sein.

Hans-Christoph Diener, Essen
Christian Gerloff, Hamburg
Christian Weimar, Essen

Kommissionsbericht 2016

Prof. Diener wird noch für weitere 5 Jahre die Funktion des Vorsitzenden zusammen mit Prof. Gerloff ausüben. Prof. Mattle hat die Kommission ruhestandsbedingt verlassen, ihm folgt Prof. Bassetti. Neu in die Kommission aufgenommen wurde Prof. Wick.

Im Januar 2016 konnte die S3-Leitlinie „Demenzen“, im April die S3-Leitlinie „Idiopathisches Parkinson-Syndrom“ veröffentlicht werden. Außerdem wurden ausführliche Überarbeitungen der Leitlinien „Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)“, „Hirnabszess“, „Diagnostik von Myopathien“, „Spontane Dissektionen der extrakraniellen und intrakraniellen hirnversorgenden Hirnarterien“, „Ambulant erworbene bakterielle (eitrige) Meningoenzephalitis im Erwachsenenalter“ und „Rekanalisierende Therapie“ abgeschlossen. Letztere wurde bereits wenige Monate nach den zahlreichen erfolgreichen Thrombektomie-Studien publiziert. Neu angestoßene Leitlinien sind „Atypische Parkinsonsyndrome“ (S3), „Vestibulärer Schwindel“ (S2k) gemeinsam mit den Kollegen von der HNO-Heilkunde, Upgrade der „Tic-Störungen“ von S1 auf S3 und eine Beteiligung an der interdisziplinären Leitlinie „Redeflussstörungen“. Ausgewählte, grundsätzlich überarbeitete oder neue Leitlinien werden als Originalpublikation in einer Fachzeitschrift (Aktuelle Neurologie, Der Nervenarzt) veröffentlicht.

Die Kommission empfiehlt, statt S3-Leitlinien eher S2-Leitlinien zu erstellen, da der Aufwand für S3-Leitlinien immens und die Dauer der Erarbeitung mit etwa 5 Jahren äußerst langwierig ist.

Die DGN hat in München ein eigenes „Editorial Office Leitlinien der DGN“ eingerichtet, das Aufgaben eines zentralen Leitliniensekretariats übernimmt und für die Publikation von Leitlinien zuständig ist. Erreichbar ist das Editorial Office unter der E-Mail-Adresse .

Das Jahr 2016 stand im Zeichen der neuen Regeln der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zur Begutachtung von Interessenkonflikten. Es wurden mehrere Telefonkonferenzen und Treffen mit der AWMF durchgeführt, um die neuen Vorgaben zu diskutieren. In manchen Vorgaben möchte die DGN der AWMF nicht folgen, da ein hochgradiger Expertiseverlust durch unverhältnismäßig schnelles Ausschließen von Autoren aus einer Leitlinie zu befürchten ist. Seit dem 1. Juli 2016 hat die AWMF zudem ein neues Formular zur Erklärung von Interessen bereitgestellt, das testweise ein Jahr lang verwendet wird, bisher mit positiver Resonanz. Am 8. Dezember 2016 werden in einer Leitlinienkonferenz der AWMF die Erfahrungen der Fachgesellschaften untereinander ausgetauscht. Eine Konferenz der Interessenkonfliktbeauftragten der DGN wird im November stattfinden.

Die DGN lässt seit diesem Jahr alle Erklärungen zu Interessenkonflikten von Koordinatoren (federführenden Leitlinienautoren) von externen Gutachtern (Interessenkonfliktbeauftragte) auf Relevanz überprüfen. Es erfolgten bereits mehr als 20 Begutachtungen. Bei potenziellen Interessenkonflikten konnte stets eine Lösung gefunden werden. Falls der federführende Autor einen relevanten Interessenkonflikt hat, benötigt er einen gleichberechtigten Co-Koordinator ohne relevante Interessenkonflikte. Zudem wird die 50-Prozent-Regel eingehalten (siehe „Handlungsrichtlinen der DGN im Umgang mit ökonomischen Interessen“ von Mai 2014 in Aktuelle Neurologie): Mindestens 50 Prozent der Leitlinienautoren sollen keine themenbezogenen relevanten Interessenkonflikte haben.

Die Interessenerklärungen müssen stets vor Beginn der Leitlinienarbeit abgegeben werden. Die Beurteilung von Interessenkonflikten muss (auch bei S1-Leitlinien) dokumentiert werden – im Sinn der Transparenz. Erklärtes strategisches Ziel ist es, die hohe fachliche Kompetenz von Leitlinien nicht durch unzureichende Transparenz infrage stellen zu lassen. Damit sollen auch die Autoren von Leitlinien vor falschen Verdächtigungen (wie leider in der Vergangenheit vorgekommen) geschützt werden.

Die neue Leitlinienplattform der DGN (https://www.guideline-services.com) bietet vor allem bei höherwertigen Leitlinien (S2e/S3) hilfreiche Tools bei der Angabe von Interessenkonflikten und Methodenreports. Auch S1-Leitlinien können hiermit erstellt werden. Rund 60 Leitliniengruppen sind derzeit im Portal aufgenommen und technisch angelegt. Ein Workshop zur Leitlinienerstellung auf dem Portal wurde zusammen mit der AWMF am 22. März 2016 und am 13. September 2016 durchgeführt. Dieser soll auch künftig zweimal pro Jahr stattfinden.

Hans-Christoph Diener, Essen
Christian Gerloff, Hamburg
Christian Weimar, Essen

Kommissionsbericht 2015

Der Thieme Verlag hat sich von der Publikation der neurologischen Leitlinien zurückgezogen, sodass die DGN nun selbst die Online-Publikation der Leitlinien übernommen hat.
Für die Aktualisierung und Neuerstellung der Leitlinien wurde in Zusammenarbeit mit der CGS Clinical Guideline Services ein neues Internetportal konzipiert, mit dem die Autoren methodisch unterstützt und angeleitet werden, eine AWMF-konforme Leitlinie zu erstellen. Ein Workshop zur Arbeit mit diesem Portal wird regelmäßig angeboten. Bis Ende 2017 sollen so alle Leitlinien der letzten Buchauflage aktualisiert werden.
Um nach Möglichkeit einen Anteil von 50 % der Mitglieder einer Autorengruppe ohne Interessenskonflikte zu erreichen, sollen in jeder Gruppe verstärkt junge Mitglieder gewonnen und als potenzielle Nachfolger der federführenden Autoren aufgebaut werden.

Christian Weimar, Essen

Kommissonsbericht 2014

Derzeit werden 30 LL aktualisiert oder im Evidenzniveau angehoben werden. Die Publikation dieser Leitlinien erfolgt ab Ende 2014 online sowie als App über den Thieme Verlag.

Außerdem wird in 2016/17 eine Gesamt-Neuauflage des Thieme-Leitlinien-Buches angestrebt. Auch die App-Version soll in abgespeckter Form erhalten werden. Um nach Möglichkeit einen Anteil von 50 % an Mitgliedern einer Autorengruppe ohne Interessenkonflikte zu erreichen, sollen in jeder Gruppe verstärkt junge Mitglieder gewonnen und als potenzielle Nachfolger der feder führenden Autoren aufgebaut werden. Die Federführung einer Leitlinie soll nur dann öffentlich ausgeschrieben werden, wenn durch die bisherige Autorengruppe keine Fortführung gewünscht wird. In diesem Fall kann alternativ auch die Zusammenlegung mit einer anderen Leitlinie erwogen werden.

Christian Weimar, Essen

Kommissionsbericht 2013

Herr C. Gerloff hat zusammen mit Herrn H.-C. Diener den Vorsitz der Kommission übernommen und wird voraussichtlich im Jahr 2016 die Nachfolge von Herrn Diener antreten.

Vertreter der ÖGN: J. Weber
Vertreter der SNG: H. Mattle
Vertreter der Chefärzte: P. Berlit
Vertreter der Niedergelassenen: U. Meier
Weitere Mitglieder: G. Deuschl, M. Endres, C. E. Elger, R. Gold, P. U. Heuschmann, A. Hufschmidt, T. Lempert, H. W. Pfister, W. H. Oertel, H. Reichmann, C. Schneider-Gold, B. J. Steinhoff, C. W. Wallesch, C. Weimar, M. Weller

Nach der letzten Überarbeitung und Publikation der neurologischen Leitlinien im Jahr 2012 sollen 12 Leitlinien im Jahr 2014 aktualisiert und 22 im Evidenzniveau angehoben werden. Die Publikation dieser Leitlinien erfolgt online sowie als App über den Thieme Verlag.
Beim Umgang mit potenziellen Interessenkonflikten wurden die Empfehlungen der AWMF schon in der Vergangenheit eingehalten. Zusätzlich werden alle federführenden Autoren vor der nächsten Auflage gebeten, der LL-Kommission ihre potenziellen Interessenkonflikte darzulegen und wie damit umgegangen werden soll.

Prof. Dr. med. C. Weimar, Essen
Vertreter der ÖGN: J. Weber