2019


Assoziierte Mitglieder


  • Prof. Dr. med. Elmar Pinkhardt, Ulm
  • PD Dr. med. Konrad Peter Weber, Zürich (Schweiz)
  • Prof. Dr. med. Martin Westhofen, Aachen
  • Prof. Dr. med. Helmut Wilhelm, Tübingen

Gründung: Oktober 2014 von Prof. Heide
Letzte Aktualisierung: Juli 2019


Kommissionsbericht 2018

Die vor 4 Jahren gegründete DGN-Kommission hat zuletzt am 02.11.2018 in Berlin getagt.

Im Verlauf des letzten Jahres konnte Folgendes erreicht bzw. vereinbart werden:

Refinanzierung/DRGs: Um neuroophthalmologische/neurootologische Leistungen im DRG-System besser refinanzierbar zu machen, haben wir seit 1.1.2017 die Erfassung folgender fünf Diagnoseverfahren im OPS-Katalog erreicht: Vestibulär evozierte myogene Potentiale (cVEMP und oVEMP) unter OPS-Code 1-208.9; neurophysiologische Diagnostik bei Schwindelsyndromen unter OPS-Code 1-20a.3, mit den Unterpunkten Elektro- oder Video-Nystagmographie (1-20a.30); Videokopfimpulstest (1-20a.31); Bestimmung der subjektiven visuellen Vertikalen (1-20a.32) und Posturographie (1-20a.33). Wie oft und wie nachhaltig dies kodiert wurde, sollte Anfang 2019 anhand der InEK-Daten von 2017/18 geprüft werden. Leider besteht nach derzeitigem Stand und Einschätzung der DRG-Kommission derzeit keine Aussicht, dafür einen neuen erlösrelevanten OPS-Komplexcode wie z.B. “Komplexbehandlung vestibulärer Erkrankungen“ beim DIMDI zu erreichen.

Es besteht Konsens, dass bei vielen vestibulären Erkrankungen und besonders funktionellen Schwindelerkrankungen eine erhebliche Unterversorgung und Unterfinanzierung im ambulanten und stationären Bereich besteht. Laufende integrierte Versorgungsmodelle wie das Westdeutsche Kopfschmerz- und Schwindelzentrum in Essen (wurde jetzt gekündigt) und DGSZ München können den überregionalen Bedarf bei Weitem nicht decken. Vor- und teilstationäre Untersuchungen werden zunehmend von den Kassen abgelehnt. Prospektiv sollten Möglichkeiten der extra-budgetären Refinanzierung unter Federführung des Deutschen Schwindel- und Gleichgewichts-Zentrums München-Großhadern (DSGZ) erwogen werden, auf dem Level der höchste Versorgungsstufe, im Rahmen einer bundesweiten Netzwerk-Struktur, in Anlehnung an das „European Network for Vertigo and Balance Disorders“ (DIZZYNET).

Fortbildungs-Curriculum: Die Kommission hat Kurzkonzepte für ein abgestimmtes Curriculum für die DGN-Fortbildungsakademie in Neuroophthalmologie und Neurootologie erstellt, die derzeit detailliert ausgearbeitet und an das für Mitte 2019 geplante Curriculum der UEMS (Ansprechpartner A. Zwergal, München) angepasst werden. Als abschließender Qualifikations-Nachweis kann eine Fortbildungsurkunde ausgestellt werden. Das Curriculum soll drei Jahre Laufzeit haben, d.h. für 3 DGN-Kongresse, wobei auf jedem Kongress je drei Stunden Neuroophthalmologie und Neurootologie unterrichtet werden sollen mit Lernerfolgskontrolle in Form von Voting-Fragen sowie je drei Stunden Hands-on-Kurs; parallel wird auf den DGKN-Kongressen pro Jahr ein Kurs von 1,5 h in den technischen Methoden angeboten. Das Fortbildungsprogramm wendet sich primär an Neurologen, soll aber auch für HNO- und Augenärzte angeboten werden. Der Bedarf und das Interesse sind hoch, wie die überfüllten Räume der Neurootologie/-opthalmologie-Veranstaltungen der Neurowoche 2018 gezeigt haben.

Neue Diagnosekriterien und Nomenklatur: Im Rahmen der Bárány Society wurden für die wichtigsten vestibulären Erkrankungen zum Teil neue Diagnosekriterien oder neue Bezeichnungen erarbeitet, die im Journal of Vestibular Research publiziert wurden. Entsprechende deutschsprachige Artikel in den Zeitschriften Aktuelle Neurologie, Nervenarzt und HNO-Heilkunde sind erschienen.

Vernetzung/Synergien: Die Kommission arbeitet an einer zunehmend engen Koordinierung ihrer Aktivitäten mit dem europaweiten DIZZYNET (Koordinatoren A. Zwergal und T. Brandt). Auf dessen letzten Treffen vom 10.-12.10.2018 war die Kommission breit vertreten. Die Aktivitäten betreffen sowohl die flächendeckende hochqualifizierte Versorgung, deren Finanzierung, epidemiologische Studien, Therapiestudien und gemeinsame klinische und wissenschaftliche Projekte (z.B. derzeit laufendes Projekt zur vestibulären Migräne unter Leitung von I. Pyykkö, Finnland).

Schwierig ist die Rekrutierung von HNO-ärztlichen und augenärztlichen Kooperationspartnern in Deutschland. Die Kommission hat beschlossen, hierzu gezielt 3 Kollegen anzusprechen. Als neuro-ophthalmologisch sehr aktiven Kollegen konnten wir kürzlich K. Weber, Zürich, als Kooperationspartner gewinnen.

Versorgung Physiotherapie von vestibulären Erkrankungen und funktionellem Schwindel: Hier gibt es Handlungsbedarf. Derzeit existieren viel zu wenig vestibuläre Fortbildungsprogramme für Physiotherapeuten, und zudem sind die bestehenden Angebote nicht koordiniert und in der Qualität nicht kontrolliert. Einige Kollegen haben bereits engeren Kontakt aufgenommen mit den Angeboten von F. Kesgin aus seiner „Praxis für vestibuläre Rehabilitation“ in Hamburg und beurteilen dessen fachliche Qualität als „gut“. Die Kommission empfiehlt, für Fortbildungskurse zur vestibulären Rehabilitation eine Art „Gütesiegel“ der DGN zu vergeben, nach Prüfung des Curriculums unter Federführung von K. Jahn und S. Kellerer, München, wo bereits ein wissenschaftlich fundiertes Curriculum für vestibuläre Physiotherapie/Rehabilitation erfolgreich durchgeführt wird.

Wolfgang Heide, Celle

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