Die Medizinhistoriker Prof. Dr. Axel Karenberg (l.), Prof. Dr. Heiner Fangerau (m.) und Dr. Michael Martin berichteten auf dem DGN-Kongress 2017 in Leipzig über ihre Forschung zur Neurologie in der NS-Zeit. (c) DGN/Hauss

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Diskussion um die NS-Vergangenheit bekannter deutscher Neurologen innerhalb der DGN ist in vollem Gange. Im März 2017 fiel der Startschuss für den zweiten Teil des 2014 von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie initiierten Forschungsprojekts zur Rolle der Neurologie im Nationalsozialismus. Bis 2019 werden die Medizinhistoriker Prof. Axel Karenberg, Köln, Prof. Heiner Fangerau und Dr. Michael Martin, Düsseldorf, im Auftrag der DGN Licht in das Dunkel der „Unklaren Lebenswege von Neurologen im Nationalsozialismus“ bringen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen zunächst Neurologen und Neurowissenschaftler, die während der NS-Zeit in Deutschland geblieben sind und die Präsidenten, Ehrenpräsidenten oder Ehrenmitglieder der DGN waren. Drei typische Vertreter – Walther Birkmayer, Peter E. Becker und Oswald Bumke – haben die Medizinhistoriker im September 2017 auf dem 90. DGN-Kongress in Leipzig auf einem Symposium vorgestellt.

Auf dem 91. DGN-Kongress 2018 in Berlin sollen dann die Lebenswege der Neurologen Max Nonne, Otfried Foerster, Georg Schaltenbrand und Heinrich Pette präsentiert werden. Ab 2019 schließlich werden Prof. Fangerau, Dr. Martin und Prof. Karenberg jene Neurologen und Neurowissenschaftler in den Blick nehmen, die während der NS-Zeit vertrieben und ermordet worden sind.

Wir werden weiterdiskutieren, vor allem darüber, wie wir in der DGN mit den Erkenntnissen der Historiker umgehen sollen. Dem Präsidium und den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Neurologie kann es nicht genügen, herauszufinden, welche unserer ehemaligen Präsidenten, Ehrenpräsidenten und Ehrenmitglieder Nationalsozialisten waren, um sie dann aus dem Gedächtnis zu streichen. Ein denkbarer Weg wäre, Preise und Straßen zwar umzubenennen, ihre Geschichte aber mitzuliefern und präsent zu halten, wann immer dies möglich ist: indem wir sie unter jeden Straßennamen schreiben und bei jeder Preisverleihung erzählen. So bleibt mit den Worten Heiner Fangeraus „der Stachel im Fleisch“. Lassen Sie uns die Erinnerung wachhalten!

Martin Grond, Siegen

Das erste Folgeprojekt „Unklare Lebenswege von Neurologen im Nationalsozialismus“ des 2014 von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie initiierten Forschungsprojekts zur Rolle der Neurologie im Nationalsozialismus fokussiert 20 bis 25 Persönlichkeiten, die während der NS-Zeit in Deutschland verblieben und die Präsidenten, Ehrenpräsidenten oder Ehrenmitglieder der DGN geworden sind. Die Karrierewege der Neurologen Oswald Bumke, Walther Birkmayer und Peter Emil Becker sind beinahe prototypisch für den Umgang deutscher Neurologen mit dem NS-Regime. Auf dem 90. DGN-Kongress in Leipzig stellten wir deshalb diese drei Persönlichkeiten in den Mittelpunkt: Wir schilderten, wie sich die drei Wissenschaftler und Ärzte mit dem NS-Regime arrangierten und in der Nachkriegszeit ihre Karriere fortsetzen konnten.

Walther Birkmayer: überzeugter Nationalsozialist mit Nachkriegskarriere

1982 ernannte die DGN den österreichischen Nervenarzt Walther Birkmayer (1910–1996) zu ihrem Ehrenmitglied – also vor 35 Jahren und damit deutlich nach der Zeit, die hier eigentlich diskutiert werden soll. Seine Ernennung und deren mögliche Neubewertung zeigen exemplarisch, dass die Ereignisse der 30er- und 40er-Jahre bis in die jüngste Vergangenheit nachwirken. Walther Birkmayer ist weithin bekannt als Mitentdecker der L-DOPA-Therapie. Er hat maßgeblich an der modernen Parkinson-Therapie und damit auch am Wandel vom therapeutischen Nihilismus hin zum therapeutischen Optimismus in der Neurologie mitgewirkt.

Der Lebensweg solch anerkannter Persönlichkeiten ist in neurologischen Veröffentlichungen zwar gut dokumentiert[1]; aber diese Dokumentation ist hinsichtlich der NS- und Nachkriegszeit oft lückenhaft, irreführend, beschönigend – oder alles zusammen. Dies gilt für viele Neurologen, und es erklärt, warum eine historische Untersuchung wie die vorliegende so zeitraubend ist: weil man dem Gedruckten nicht glauben kann, alles im Archiv prüfen und am besten doppelt und dreifach absichern muss.

Immerhin geben zwei Publikationen verklausulierte Hinweise zu Birkmayers Involviertheit in den Nationalsozialismus: Sie relativieren sein Verhalten während der NS-Zeit als „Versagen der Urteilskraft“[2], als gewissermaßen zeittypisch und als „Fehler, den er später bereut hat“[3]. Birkmayer selbst schreibt in einer kurzen, 1969 publizierten Autobiografie: „Mein persönliches Gastspiel bei der NSDAP war relativ kurz und dauerte nur bis zum Herbst 1939.“[4] Decken sich diese Aussagen mit der historischen Realität?

Hitler persönlich macht sich für Birkmayer stark

Dokumente und Quellen, die vor allem die Historiker Herwig Czech und Lawrence A. Zeidman in einem materialreichen Aufsatz zusammengetragen haben[5], belegen: Birkmayer gehörte mehrere Jahre lang diversen NS-Organisationen wie SA, NSDAP und SS an. Diese Tatsache lässt sich schwer mit der Aussage des „relativ kurzen Gastspiels bei der NSDAP“ vereinbaren. Ebenso wenig sind die rassenhygienischen Forderungen, die Birkmayer mehrfach vorgetragen, veröffentlicht und verteidigt hat, mit einem kurzfristigen „Versagen der Urteilskraft“ vereinbar. Vielmehr weisen die bisherigen Recherchen auf einen, um es mit Birkmayers eigenen Worten zu sagen, „fanatische(n) Jünger“[6] der NS-Ideologie und einen Adepten eugenisch-sozialhygienischer Denk- und Handlungsweisen hin, der zumindest auf neurologischem Gebiet in seinen Forderungen deutlich über die Parteilinie hinausging.[7]

Als die NS-Bürokratie Birkmayers jüdische Großmutter entdeckte, bedeutete dies für seine Karriere einen herben Rückschlag. Gleichzeitig löste die Nachricht seiner jüdischen Abstammung eine Welle von Interventionen aus: Gauärzteführer, der NS-Ärztebund, der lokale Präsident des Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbundes (NSDDP) und andere einflussreiche Persönlichkeiten rühmten Walther Birkmayer unisono als überzeugten und standfesten Nationalsozialisten. 1941 griff Hitler persönlich ein: Der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht genehmigte, dass Birkmayer „weiter als Vorgesetzter verwendet und befördert werden“ könne, und stellte sogar eine „Gleichstellung mit deutschblütigen Personen“ in Aussicht.[8] Ein ähnlich herausragendes Dokument ist bisher für keinen anderen Neurologen nachweisbar.

Birkmayer gab später an, durch die „Ent-Arisierung“ seiner Person und seine Kriegserlebnisse zu einem Gegner des NS-Regimes geworden zu sein, Kollegen und Patienten gewarnt und geschützt zu haben. Ob die innere Abkehr vom NS-Denken wirklich vor 1945 stattgefunden hat, ist nicht sicher festzustellen. In einem Sondergerichtsprozess gegen einen Kranken kurz vor Kriegsende vertrat der Nervenarzt jedenfalls eine harte Haltung, die für den Angeklagten den Tod hätte bedeuten können.

„Im Laufe der Jahre ließ sich alles arrangieren“

Nach Kriegsende wurde Birkmayer von den Amerikanern für 14 Tage in Haft genommen und 1946 von der Universität ausgeschlossen.[9] Die folgenden Jahre stellten einen komplizierten Prozess der Entnazifizierung dar. Letztlich gelang es ihm, sich als Opfer des Nationalsozialismus darzustellen, ein andauerndes Berufsverbot zu vermeiden und einer möglichen Haftstrafe zu entgehen. In den Verfahren tauchten durchaus entlastende Angaben auf: Er habe Kollegen vor politisch riskanten Handlungen gewarnt und Patienten seines Lazaretts vor einem erneuten Fronteinsatz bewahrt. Überprüfbar ist davon leider wenig bis nichts.

Von der damals in Österreich herrschenden „Schlussstrich-Mentalität“ profitierte auch Walther Birkmayer oder, wie er es selbst ausdrückte: „Im Lauf der Jahre ließ sich alles arrangieren.“[10] Mit gereinigter Publikationsliste erreichte er 1954 an der Wiener Fakultät die Habilitation,[11] im gleichen Jahr wurde er Chefarzt der Neurologischen Abteilung des Alterskrankenhauses von Wien-Lainz. 1963, zwei Jahre nachdem er der L-DOPA-Therapie mit zum Durchbruch verholfen hatte, erhielt er eine Professur an der Universität Wien, später die Leitung des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Neurochemie und zudem viele Ehrungen und Auszeichnungen, darunter auch die Ehrenmitgliedschaft der DGN.

Gibt es Anzeichen für eine echte Auseinandersetzung Birkmayers mit seiner NS-Vergangenheit? In seiner autobiografischen Skizze jedenfalls nicht. Auch sonst ist wenig überliefert, was darauf hindeutet – vielleicht mit einer Ausnahme: 1964 wurde Birkmayer in einem Zeitungsartikel beschuldigt, ein ideologischer Vorreiter der sogenannten Euthanasie gewesen zu sein. In einem Antwortschreiben weist er den Vorwurf zurück – bisher gibt es in der Tat keine Belege dafür. Birkmayer spricht hinsichtlich seiner früheren Propagierung der Zwangssterilisation von einem „Irrtum“, wie sich bei „zunehmender Reifung meiner Persönlichkeit“ herausgestellt habe.[12] Die freiwilligen Sterilisationen dagegen verteidigt der Arzt weiterhin. Seine abschließende Selbstcharakterisierung als „Unbeteiligter“ entspricht, wie wir nun wissen, nicht den Tatsachen.

Schmaler Grat zwischen moralischem Rigorismus und unangemessenen Exkulpationstendenzen

Ein Lebensweg wie der des erfolgreichen Wissenschaftlers Walther Birkmayer weist Brüche auf, die allen Neurologinnen und Neurologen einen radikalen Wechsel der fachinternen Erinnerungskultur zumuten. Neben die überlieferten Lebensläufe setzen wir Bilder politisch opportunistisch und moralisch fragwürdig handelnder Ärzte; auch Bilder, die bislang strahlende Persönlichkeiten in Momenten der Schwäche, der Anpassung, ja des Fehlens offenbaren. Bei der rückblickenden Beurteilung dieser Kollegen liegt ein schmaler Grat zwischen moralischem Rigorismus auf der einen und unangemessenen Exkulpationstendenzen auf der anderen Seite. Der Lebensweg Walther Birkmayers zum Beispiel ist und bleibt nicht einfach zu bewerten.

Wie sehr die nachträgliche Einschätzung einer Persönlichkeit vom Zeitgeist abhängt, zeigt auch die Bewertung des DGN-Ehrenmitglieds Peter Emil Becker (1908–2000), der heute für die von ihm beschriebene Muskeldystrophie vom Typ Becker-Kiener bekannt ist. Noch 1998 benannte die Gesellschaft für Neuropädiatrie einen Preis nach ihm. Im Jahr 2015 weigerte sich die Preisträgerin Linda de Vries, deren nahe Verwandte Holocaust-Opfer waren, diesen Preis anzunehmen. Die Gesellschaft für Neuropädiatrie benannte daraufhin den Preis um, denn ein Wissenschaftler, der wie Becker in die NS-Ideologie und die Verbrechen des Nazi-Regimes verstrickt gewesen sei, kam für sie als Vorbild und Namensgeber eines wissenschaftlichen Preises nicht mehr in Frage.[13]

Peter Emil Becker: Eugeniker, Muskelforscher und Historiker der Rassenhygiene

War Becker tatsächlich ein „Täter“? Eher nicht, aber wohl ein typischer Mitläufer des nationalsozialistischen Regimes. Becker hat seine wissenschaftliche Karriere in der NS-Zeit begonnen und erhielt im Jahr 1933 die Approbation. Nach seiner Facharztausbildung für Neurologie und Psychiatrie war er von 1936 bis 1938 Assistent von Fritz Lenz am Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie und Eugenik. Danach arbeitete er in der Erbbiologischen Abteilung der Universitätsnervenklinik Freiburg im Breisgau im Fachgebiet Muskeldystrophie. Becker trat 1933 in die SA ein und wurde 1938 Mitglied der NSDAP. In einem autobiografischen Bericht im American Journal of Medical Genetics beschreibt er sich 1985 als politisch desinteressiert, gibt an, dass ihm befohlen worden sei, der SA beizutreten, und berichtet von seiner Tätigkeit am Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, Menschliche Erblichkeitslehre und Eugenik in den Jahren 1936–1938. Vor allem seine Arbeit mit Fritz Lenz, seinem späteren Vorgänger auf dem Humangenetik-Lehrstuhl in Göttingen nach dem Krieg, findet hier Erwähnung. Diese Zusammenarbeit sei frei von Politik gewesen. Seine NSDAP-Mitgliedschaft erwähnt er aber nicht. Im Gegenteil gibt er an, nie Parteimitglied gewesen zu sein.[14] Im Jahr 2013 nahmen zuerst Frank Hill[15] und 2015 ausführlicher Lawrence A. Zeidman und Daniel Kondziella[16] dieses Verschweigen zum Anlass, nach der Rolle Beckers im Nationalsozialismus zu fragen und die Gründe für das „Vergessen“ der Mitgliedschaft zu thematisieren.

Der Entnazifizierungsbescheid stuft ihn als Mitläufer ein[17]: Becker habe keine Uniform getragen, sei nicht politisch aktiv gewesen und habe sich wiederholt kritisch über das NS-Regime geäußert. Einige Unstimmigkeiten und Widersprüche bleiben. In seinen Publikationen vertritt Becker zuweilen Standpunkte der Eugenik, zumindest theoretisch. Etwa 1939 in einem „Beitrag zur psychiatrischen Begutachtung der Ehetauglichkeit“, in dem er andererseits aber in einer Begutachtung einem erblich vorbelasteten Menschen am Ende ein „positives“ Ehezeugnis ausstellt.[18] Gleichzeitig bietet der Umstand, dass er eben in den Jahren nach 1933 zur Vererbung arbeitete, Anlass zu Überlegungen, die ihn näher an den Nationalsozialismus rücken, als er es tatsächlich war. Im Referateteil der Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin tritt er zum Beispiel 1940 unter der Rubrik „Vererbungswissenschaft und Rassenhygiene“ mit einer kurzen Rezension in Erscheinung. In der gleichen Rubrik und im gleichen Heft auf der folgenden Seite publizierte auch Herbert Linden, der federführend in die Planung und Durchführung des Patientenmords involviert war, ein Kurzreferat.[19] Hill bemerkt diese verstörende Verbindung[20], die aber beim Blick in die rezensierten Werke nicht über nebeneinanderstehende Besprechungen von thematisch miteinander in Verbindung stehenden Arbeiten herausragt.

Anders als Walther Birkmayer hat sich Peter Emil Becker nach dem Krieg intensiv mit der NS-Zeit und seiner nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandergesetzt, wenngleich er hier und da autobiografische Lücken ließ wie sein aktives Verneinen der Parteimitgliedschaft. Dieses Vergessen, Verschweigen, Nicht-Erinnern-Wollen ist relativ typisch für die Mitläufer des Nazi-Regimes. Immerhin legte Becker aber in seinem autobiografischen Beitrag im American Journal of Medical Genetics offen, dass er 1933 in die SA eingetreten war. In den Jahren 1988 und 1990 publizierte der Neurologe, Psychiater und Humangenetiker ein viel beachtetes zweibändiges Buch zur Geschichte der Rassenhygiene, in dem er sich anhand von Biografien aktiv mit dem Gedankengut des Nationalsozialismus und dessen Herkunft und Wirkung auseinandersetzte.[21] Sowohl in seiner autobiografischen Skizze als auch in seinem Buch findet er selbstkritische Worte. So schreibt Becker über seine Mitgliedschaft in der SA: „Since dismissal from the SA would have made completion of training and a teaching career impossible, I must confess to being an opportunist in that respect.” Becker gab also zu, ein Opportunist gewesen zu sein. Gleichzeitig hoffte er, seine historische Betrachtung könne helfen, eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern. Daneben sollte sie auch dazu dienen, die Humangenetik in Deutschland als neue, von der Rassenhygiene unterscheidbare, unbelastete Disziplin zu präsentieren.[22] Eine Sichtweise, die zumindest aus historischer Perspektive auf personelle und ideelle Kontinuitäten und Diskontinuitäten für die früheren Jahre der Bundesrepublik zu hinterfragen ist.

Oswald Bumke – Schweigen als Widerstand?

Nach dem Medizin-Studium und der Promotion wurde Oswald Bumke (1877–1950) im Jahr 1901 Assistent an der Psychiatrischen und Nervenklinik Freiburg und arbeitete dort von 1906 bis 1913 als Oberarzt. Nach Ordinariaten in Rostock (1914), Breslau (1916) und Leipzig (1921) wurde er im Jahr 1924 Nachfolger Emil Kraepelins auf dem Psychiatrie-Lehrstuhl in München und zugleich Leiter der Nervenklinik. Beide Funktionen übte er bis 1946 aus. Sein „Lehrbuch der Geisteskrankheiten“ (1919) wurde zum Standardwerk. Es erschien 1947 in der siebten Auflage. Als Mitherausgeber des „Handbuchs der Neurologie“ (1935–1937) und des „Handbuchs der Geisteskrankheiten“ (1928–1939) war er einflussreich an zwei zeitgenössischen Großprojekten beteiligt.

Wie sah nun Bumkes Haltung zum Nationalsozialismus aus? Wie hat er sich in dieser Zeit verhalten? Im Jahr 1933 war Oswald Bumke ein hoch angesehener Forscher, der sich für eine dezidiert neurologisch ausgerichtete Psychiatrie einsetzte. Er engagierte sich entschieden dafür, Psychiatrie und Neurologie zu einem Universitätsfach zusammenzuführen und in einer – von einem Lehrstuhlinhaber geleiteten – „Nervenklinik“ unterzubringen. Die Aufnahme psychiatrischer und neurologischer Patienten in derselben Klinik sollte die Stigmatisierung psychiatrischer Patienten überwinden.[23]

Schon vor der nationalsozialistischen Machtergreifung griff Bumke die Überzeugung seines späteren Münchner Kollegen Ernst Rüdin an, eine „Rasse“ – wie die deutsche – würde naturgesetzlich entarten: „Diese Anschauung ist niemals bewiesen worden, und man kann heute ruhig aussprechen, daß sie falsch ist.“ Bumke bezweifelt den Wert „sogenannter Erblichkeitsstudien“ in vielen Fällen, auch dürften Statistiken oder „Ahnen- und Sippschaftstafeln nicht überschätzt“ werden.[24]

Die Zwangssterilisation stellte Bumke nicht infrage, stand ihr aber kritisch gegenüber

Zu den Auswirkungen des Machtwechsels hat Bumke selbst rückblickend geschrieben: „Was ist denn nach 1933 für die Gegner des Nationalsozialismus überhaupt noch möglich gewesen? Als 1933, 1934 (…) die katholischen Schwestern aus der Klinik entfernt werden sollten, habe ich erklärt: ‚Dann gehe ich auch.‘ Als ein medizinischer Hochstapler als ‚ordentlicher Professor für Rassenhygiene‘ in meinem Hörsaal sein Unwesen trieb, habe ich Mitte 1934 (…) um meine Entlassung als Professor und Direktor der Klinik gebeten. Erhalten habe ich sie nicht.“[25]

Weiter interveniert hat Bumke aber offensichtlich auch nicht.

Am 1. Januar 1934 trat das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ (GzVeN) in Kraft. Bumke stellte die Zwangssterilisation von Erbkranken nicht grundsätzlich infrage, stand ihr aber kritisch gegenüber. Es müsse eine gesicherte medizinische Indikation hinsichtlich der Vererbung eines Krankheitsbildes vorliegen, und dies bezweifelte er in vielen Fällen. So seine Position seit den zwanziger Jahren. Jetzt sah Bumke sich offensichtlich genötigt, Konzessionen gegenüber den „Auswirkungen“ des Gesetzes zu machen. So räumte er einen gewissen Impuls für die Forschung ein: 1936 führte er in seinem „Lehrbuch der Geisteskrankheiten“ aus, dass man „seit Bestehen des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses nicht bloß vorsichtiger, sondern auch an Erfahrungen reicher geworden“ sei.[26]

Infolge des Gesetzes kam es zunehmend zu Zwangssterilisationen und im Zuge der unterschiedlichen „Euthanasie“-Aktionen ab 1940 zur organisierten Tötung von geistig und körperlich behinderten Kindern und Erwachsenen. Es ist behauptet worden, dass unter Bumkes Verantwortung ab 1934 bei Patienten der Münchner Klinik Diagnosen so formuliert worden sind, dass die Meldepflicht (im Rahmen des GzVeN) umgangen werden konnte. Zudem habe Bumke für die Patienten seiner Klinik Verlegungen in die Anstalt Eglfing-Haar untersagt, weil bekannt wurde, dass von dort Verlegungen in sogenannte Tötungsanstalten vorgenommen wurden. Im Juni 1945 hat Bumke gegenüber dem österreichisch-US-amerikanischen Psychiater Leo Alexander behauptet, er habe niemals mit dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ kooperiert. Im Gegenteil: „We have sabotaged the law.“

Andererseits war Bumke diesbezüglich zusehends auf Parteilinie. In einem 1939 publizierten Aufsatz mit dem Titel „Der Staat und die Geisteskrankheiten“ kommentiert er: Das „Dritte Reich“ sei „bemüht, Geisteskrankheiten, die sich nicht heilen lassen, wenigstens für die Zukunft zu verhindern.“ Die „von dem Gesetz vorgesehene Sterilisierung soll, wenn möglich, freiwillig erfolgen. Sie kann aber auch erzwungen werden“.[27]

„Seit 1933 hatte ich nichts mehr zu ‚führen‘“

Davon zu trennen sind die Tötungsaktionen im Kontext der sogenannten Euthanasie. Bumke schreibt in seinen Erinnerungen, er habe im Herbst 1940 davon erfahren: „Ich habe mich an den psychiatrischen Berater des Reichsinnenministers gewandt und von ihm die Antwort erhalten: ‚Das ist geheim, darüber kann ich nicht sprechen.‘ (…) Vorher aber hatte der Staatskommissar für das Gesundheitswesen in Bayern erklärt, wem sein Kopf lieb sei, der sollte nach diesen Dingen nicht fragen; nur vier oder fünf Männer wüssten davon; die Sache ginge in Ordnung.“[28] Und so beließ er es wohl dabei.

Bumke selbst hat rückblickend immer wieder betont, wie limitiert seine Einflussmöglichkeiten während der Zeit des Nationalsozialismus gewesen seien: „Man hat mich wiederholt gefragt, wieso ich die ‚Veraschung‘ von Geisteskranken vom Herbst 1940 an nicht hätte verhindern können. Ich, der ich doch einer der führenden Psychiater Deutschlands gewesen wäre? Die Frage setzt eine vollkommene Verkennung des ‚Dritten Reiches‘ voraus. Seit 1933 hatte ich nichts mehr zu ‚führen‘; (…) Aus allen ehrenamtlichen Stellen in der Universität, im Hochschulverband, in der Gesellschaft deutscher Nervenärzte, im Deutschen Verein für Psychiatrie war ich herausgedrängt worden.“

Davon kann aber rückblickend nicht die Rede sein. In der Verbandspolitik spielte Bumke zunächst auf höchster Systemebene mit, wurde im Jahr 1933 Vorsitzender der „Gesellschaft Deutscher Nervenärzte“ (der Vorläufer-Organisation der DGN). Als es zur „Zwangsvereinigung“ dieser Gesellschaft mit dem „Deutschen Verein für Psychiatrie“ zur „Gesellschaft deutscher Neurologen und Psychiater“ (GDNP) kam, war Bumke einer der Protagonisten bei den Verhandlungen. Erst im Herbst 1934 setzte sich das Netzwerk um Rüdin durch, und Bumke wurde „ausgebootet“, leistete aber auch keinerlei Widerstand diesbezüglich und trat zur Vorstandswahl 1935 nicht mehr an.[29]

Positionen hatte Bumke – entgegen seiner Behauptung – weiterhin inne: So war er ab 1940 als beratender Psychiater des Wehrkreises VII Süd-Bayern mit Sitz in München tätig, was auch die Begutachtung von „Psychopathen“ im Heer einschloss. Dort hat Bumke offenbar eine „harte Linie“ vertreten. Er sah die „Kriegsneurotiker“ wohl in erster Linie aus seinem stark militaristisch geprägten Blickwinkel und setzte sich für eine Kombination aus verbaler Beeinflussung bzw. Bedrohung und schmerzhaften Stromstößen ein. 1942 hat Bumke angeregt, die „Kriegshysteriker“ in die Anwendung des Zersetzungsparagrafen miteinzubeziehen. Eine Verurteilung wegen „Wehrkraftzersetzung“ hätte für die Betroffenen mit hoher Wahrscheinlichkeit tödliche Folgen gehabt.[30]

Schließlich wurde er 1944 in den wissenschaftlichen Rat des Generalkommissars des Führers für das Sanitäts- und Gesundheitswesen, Karl Brandt, berufen.[31]

„Für Don Quichoterien habe ich nie etwas übriggehabt“

Oswald Bumke galt nach dem Krieg zunächst als politisch unbelastet und war mit Zustimmung der Besatzungsbehörden im Sommer 1945 aufgefordert worden, am Wiederaufbau der Universität mitzuwirken. Formal war ihm wenig vorzuwerfen, er war seit 1933 „Förderndes Mitglied“ der SS sowie Mitglied des NSLB (Nationalsozialistischer Lehrerbund), war aber nie der NSDAP beigetreten. Im Herbst 1945 wurden in einer Schweizer Zeitung schwere Vorwürfe gegen Bumke wegen angeblich enger Verbindungen zu den Nationalsozialisten erhoben, ein Entnazifizierungsverfahren folgte, Bumke wurde 1947 in die Gruppe der Entlasteten eingestuft und im selben Jahr als ordentlicher Professor für Psychiatrie und Neurologie der Universität München rehabilitiert. Da Bumke inzwischen 70 Jahre alt war, verzichtete er darauf und ließ sich emeritieren.

Wie ist Bumkes Haltung während der Zeit des Nationalsozialismus nun einzuordnen? Bumke stand auch aufgrund seiner Sozialisation den Nationalsozialisten eher ablehnend gegenüber. Er war konservativ und deutschnational, ein kunstinteressierter Bildungsbürger. Diese Haltung prägte auch sein Verhältnis zu den Nationalsozialisten; er hielt das Ganze zunächst für einen „Spuk“, der bald vorüber sein werde. Dennoch schätzten ihn Parteifunktionäre ihrerseits im Wesentlichen positiv ein, als „politisch vollkommen einwandfrei“. Nach dem Krieg betonte Bumke mehrfach, dass sein „Schweigen“, seine „Zurückhaltung“ alternativlos gewesen seien: „Wer Widerstand leistete, kam ins Konzentrationslager. Gewiß, man hätte hineingehen können, wenn – ja, wenn damit irgendetwas genützt worden wäre. (…) Wäre ich (…) in der Versenkung verschwunden, so wäre eben ein anderer gekommen; die Schwestern hätte man in die Wüste geschickt, die Kranken vergast und die Studenten nicht mehr in meinem Sinne zu Ärzten erzogen. Für Don Quichoterien aber habe ich (…) niemals etwas übriggehabt.“[32] Schweigen als eine Form des Widerstandes, als Schutz der anderen? Die Argumentationslinie, die Bumke hier vermittelt, erscheint doch stark übertrieben. Aber diese Richtung der (Selbst-)Rechtfertigung ist durchaus häufig zu finden.

Wider das Vergessen

Einige Symposiumsteilnehmer erwarteten von uns Medizinhistorikern ein Urteil bezüglich der vorgestellten Protagonisten. Eine klare Einordnung in Kategorien können und wollen wir indes nicht vornehmen. Was wir können, ist Fakten zusammentragen. Eine Beurteilung können wir vielleicht zusammen – Neurologen und Historiker – versuchen.

Andere Neurologinnen und Neurologen fragten zu Recht, warum die DGN ihre Geschichte erst jetzt aufarbeite – mehr als 70 Jahre nach Kriegsende und obwohl die Beteiligung einiger Persönlichkeiten an nationalsozialistischen Gräueltaten schon seit Jahren bekannt ist. Die Antwort: Vor zehn Jahren galt die auch schon da vielfach in Aufsätzen und Büchern geleistete Aufarbeitung der Vergangenheit noch als Nestbeschmutzung – auch, weil die betroffene Generation entsprechenden Einfluss ausübte. Heute, nachdem die Mehrheit ihrer Vertreter gestorben ist, bricht sich das Bedürfnis Bahn, aufzudecken, was geschehen ist.

Die nachfolgende Diskussion konzentrierte sich auf die Frage, wie die DGN mit Neurologen und Neurowissenschaftlern umgehen soll, die in unterschiedlichen Formen in das NS-Regime verstrickt waren. Weitgehend einig waren sich die Teilnehmer, dass es falsch wäre, in blinden Aktionismus zu verfallen. Prof. Fangerau riet davon ab, die Namen der betroffenen Personen einfach zu streichen: „Es ist wichtig, den Stachel im Fleisch zu lassen und nicht herauszureißen.“ Denkbar sei zum Beispiel, Preise umzubenennen, ihre Geschichte aber stets mitzuliefern. Straßenschilder sollten erläuternde Sätze tragen. Der Befürchtung eines Teilnehmers, die DGN gehe mit so einem Vorgehen unangemessen sanft mit NS-Neurologen um, hielt Heiner Fangerau entgegen: „Das wäre ganz und gar kein sanfter Umgang mit den betroffenen Persönlichkeiten, denn so bleibt die Erinnerung an sie ein stetiges Mahnmal dafür, dass so etwas nie wieder passieren darf.“

Axel Karenberg, Köln
Heiner Fangerau, Düsseldorf
Michael Martin, Düsseldorf

Literaturverzeichnis

  1. Ariens Kappers J, Riederer P: In honour of Prof. Dr. W. Birkmayer on the occasion of his 65th birthday. Journal of Neural Transmission 38: 169–171 (1975); Riederer P, Carlsson A: Walther Birkmayer – a tribute on his 80th birthday. Journal of Neural Transmission 8: I–IV (1990); Jellinger KA: Kurze Geschichte der Neurowissenschaften in Österreich. Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie 10: 5–13 (2009)
  2. Carlsson A, Riederer P, Stern G: Obituary. Walther Birkmayer – The man behind the syndrome. Journal of Neural Transmission 104: V–VIII (1997)
  3. Harrer G, Danielczyk W, Riederer P: Walther Birkmayer (1910–1996). In: Hippius H, Holdorff B, Schliack H (Hrsg.): Nervenärzte 2. Stuttgart 2006, S. 9–18
  4. Birkmayer W: Über 30 Jahre Arzt. Therapie der Gegenwart 9: 1352–1366 (1969)
  5. Czech H, Zeidman LA: Walther Birkmayer, Co-describer of L-DOPA, and His Nazi Connections: Victim or Perpetrator? Journal of the History of the Neurosciences 23: 160–191 (2014)
  6. Birkmayer W: Ueber die Vererbung der Nervenkrankheiten. Wiener klinische Wochenschrift 51: 1150–1151 (1938). Vgl. dazu auch Birkmayer W: Charakter und Vererbung. Wiener klinische Wochenschrift 51: 1245–1249 (1938) sowie Birkmayer W: Wieweit kann und soll die Gesetzgebung die Bevölkerungspolitik beeinflussen? Ärzteblatt für die deutsche Ostmark 2: 246–247 (1939)
  7. Birkmayer W: Ueber die Vererbung der Nervenkrankheiten. Wiener klinische Wochenschrift 51: 1150–1151 (1938)
  8. Czech H, Zeidman LA: Walther Birkmayer, Co-describer of L-DOPA, and His Nazi Connections: Victim or Perpetrator? Journal of the History of the Neurosciences 23: 160–191 (2014). Der von Adolf Hitler gezeichnete Brief wird im Wiener Stadt- und Landesarchiv aufbewahrt.
  9. Czech H, Zeidman LA: Walther Birkmayer, Co-describer of L-DOPA, and His Nazi Connections: Victim or Perpetrator? Journal of the History of the Neurosciences 23: 160–191 (2014)
  10. Birkmayer W: Über 30 Jahre Arzt. Therapie der Gegenwart 9: 1352–1366 (1969)
  11. Czech H, Zeidman LA: Walther Birkmayer, Co-describer of L-DOPA, and His Nazi Connections: Victim or Perpetrator? Journal of the History of the Neurosciences 23: 160–191 (2014)
  12. Der Brief Walther Birkmayers vom 29. Juni 1964 wird aufbewahrt im Dokumentationszentrum des Österreichischen Widerstandes und ist abgebildet bei Czech H, Zeidman LA: Walther Birkmayer, Co-describer of L-DOPA, and His Nazi Connections: Victim or Perpetrator? Journal of the History of the Neurosciences 23: 160–191 (2014)
  13. Protokoll der Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Neuropädiatrie 23.04.2015, S. 8, http://www.neuropaediatrie.com/fileadmin/user_upload/pdfs/Protokoll_MGV_150423_unterschrieben.pdfunterschrieben.pdf (letzter Zugriff 14.11.2017)
  14. Becker, Peter Emil: „Living History Biography“, American Journal of Medical Genetics 20: 699–709 (1985)
  15. Hill F: „Dr. Peter Emil Becker and the Third Reich“, American Journal of Medical Genetics 161A: 1983–1984 (2013)
  16. Zeidman, Lawrence A, Kondziella, Daniel: „Peter Becker and His Nazi Past: The Man Behind Becker Muscular Dystrophy and Becker Myotonia“, Journal of Child Neurology 29: 514–519 (2014)
  17. Auch zitiert bei Zeidman und Kondziella. Online einsehbar unter Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen Wü 13 T 2 Nr. 2521 /308 Bild 1 und 2: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-489469, (letzter Zugriff 22.11.2017)
  18. Becker, Peter Emil: „Ein Beitrag zur psychiatrischen Begutachtung der Ehetauglichkeit“, Nervenarzt 12: 250–252 (1939)
  19. Becker, Peter Emil: Referat zu „Hasebroek, K.: Das Vererbungsproblem in seinen Beziehungen zum Mechanismus und Vitalismus“, Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 33 (suppl. 5): 372–373. Linden H: Referat zu „Kranz, H.: Erbforschung über den angeborenen Schwachsinn“, Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 33 (suppl. 5): 373–374.
  20. Hill F: „Dr. Peter Emil Becker and the Third Reich“, American Journal of Medical Genetics 161A:1983–1984 (2013), S. 1984.
  21. Zur Kritik siehe Matthias M. Weber: „Rassenhygiene und nationalsozialistische Ideologie: Ansätze und Probleme der Forschung: Anmerkungen zu Peter E. Beckers Werk: ‚Zur Geschichte der Rassenhygiene. Wege ins Dritte Reich‘“, Sudhoffs Archiv 73 (2): 223–232 (1989).
  22. Tiemo Grimm zum Beispiel folgt dieser Strategie in einer Geburtstagsadresse an Becker aus dem Jahr 1995. Siehe Tiemo Grimm: „Peter Emil Becker: A Short Biography on the Occasion of his 85th Birthday”, Neuromuscular Disorders 5 (3): 243–247 (1995).
  23. Hippius, H.; Möller, H.J.; Müller, N.; Neundörfer, G.: Die Psychiatrische Klinik der Universität München 1904–2004, Heidelberg: Springer 2005, S.113
  24. Bumke, Oswald: Kultur und Entartung, Berlin: Springer 1922, S. 48
  25. Bumke, Oswald: Erinnerungen und Betrachtungen. Der Weg eines Deutschen Psychiaters, München: Richard Pflaum Verlag 1952, S. 149
  26. Bumke, Oswald: Lehrbuch der Geisteskrankheiten, 4. Aufl., München: Bergmann 1936, S. 127
  27. Bumke, Oswald: Der Staat und die Geisteskrankheiten. In: ders. (Hrsg.): Handbuch der Geisteskrankheiten, Ergänzungsband, Erster Teil, Berlin und Heidelberg: Springer 1939, S. 280
  28. Bumke: Erinnerungen und Betrachtungen. S. 149
  29. Schmuhl, Hans-Walter: Die Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater im Nationalsozialismus, Berlin und Heidelberg: Springer 2016, S. 91f
  30. Riedesser, Peter; Verderber, Axel: „Maschinengewehre hinter der Front“. Zur Geschichte der deutschen Militärpsychiatrie, Frankfurt/M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag 1996, S. 163
  31. Schmidt, Ulf: Hitlers Arzt: Karl Brandt. Medizin und Macht im Dritten Reich, Berlin: Aufbau-Verlag 2009, S. 62
  32. Bumke: Erinnerungen und Betrachtungen. S. 149